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Hoff und Ems paddeln in London

28.05.2012 | 20:19 Uhr
Hoff und Ems paddeln in London
Ronald Rauhe (Potsdam) und Jonas Ems (KGE). Foto: Ute Freise

Beim „Heim-Weltcup“ auf der Duisburger Wedau zeigten die deutschen Renn-Kanuten eine beeindruckende Vorstellung. Mit vier Siegen und insgesamt acht Podestplätzen in den olympischen Disziplinen präsentierten sie sich für die Olympischen Spiele in London gerüstet. Aber „Baustellen“ gibt es auch noch. Und vor allem für die KG Essen lagen diesmal Enttäuschung, Erleichterung und Freude dicht beieinander. Von Herzen jubeln über die Olympia-Qualifikation von Max Hoff und Jonas Ems konnten die Essener nicht, zu tief saß der Schock über das Olympia-Aus ihres Teamkollegens Tomasz Wylenzek im Zweier-Canadier.

Beim „Heim-Weltcup“ auf der Duisburger Wedau zeigten die deutschen Renn-Kanuten eine beeindruckende Vorstellung. Mit vier Siegen und insgesamt acht Podestplätzen in den olympischen Disziplinen präsentierten sie sich für die Olympischen Spiele in London gerüstet. Aber „Baustellen“ gibt es auch noch. Und vor allem für die KG Essen lagen diesmal Enttäuschung, Erleichterung und Freude dicht beieinander. Von Herzen jubeln über die Olympia-Qualifikation von Max Hoff und Jonas Ems konnten die Essener nicht, zu tief saß der Schock über das Olympia-Aus ihres Teamkollegens Tomasz Wylenzek im Zweier-Canadier.

In Max Hoff und Jonas Ems haben sich zwei Essener für Olympia qualifiziert. Das ist unter Strich ein Riesen-Erfolg. Dass beide bei den internationalen Qualifikationsregatten und auch bei diesem Weltcup ohne Medaille geblieben sind, interessierte dabei kaum. „Es wird immer enger in der Spitze. Viele Nationen haben nicht nur aufgeholt, sondern Quantensprünge gemacht. Da kann man Gold gewinnen, aber ebenso gut Vierter werden“, betonte DKV-Präsident Thomas Konietzko in Duisburg.

Auch wenn Max Hoff an seiner Qualifikation als mit Abstand bester deutscher Solist keinen Zweifel hatte, war er mit seiner Leistung und Platz sechs im 1000-m Einerkajak-Finale nicht zufrieden. Es läuft noch nicht rund bei ihm. „Ich habe versucht, mein Rennen zu fahren, aber das gelang nicht optimal. Es gibt aber keinen Grund, schwarz zu sehen. Meine Rennen sind noch ausbaufähig. Es ist noch genug Zeit bis London.“ Auch Chef-Bundestrainer Reiner Kießler ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass Max seinen Weg in London gehen wird. Man sollte ihn nicht unter Druck setzen, er selber hat immer den Anspruch, eine Medaille zu holen. Er fährt immer in der Weltspitze mit.“

Etwas sorgen dürfte sich der Kanu-Chef um den Viererkajak über 1000-m. Das Flaggschiff mit Marcus Groß (Berlin), Max Hoff, Norman Bröckel (Berlin) und Tim Wieskötter (Potsdam) lag auf Rang sieben weit hinter der Spitze. Hier wird der Trainerrat beraten müssen, was zu tun ist.

Abermals ein Weltklasse-Auftritt gelang im 200-m Zweierkajak Ronald Rauhe (Potsdam) und Jonas Ems (KGE). Aber wie schon in Polen vor einer Woche verpasste das Sprint-Duo hauchdünn eine Medaille. Fragende Blicke in Richtung Anzeigetafel, die Trainer am Ufer waren ein wenig ratlos. So eng war es im Zieleinlauf. „Wir waren so nah dran. Und sind mit unserer Leistung auch zufrieden“, kommentierte der Essener Ems seinen vierten Platz. „Der Zweier ist aber noch ausbaufähig.“ Mit Ronald Rauhe aber hatte das Boot die geforderte internationale Leistungsbestätigung und Olympia-Norm erfüllt. Alles andere – Nebensache.

Zu diesem Zeitpunkt mussten sie im Essener Kanu-Lager noch den Schock über den Ausgang im Zweier-Canadier über 1000-m verarbeiten. Hier hatte das Potsdamer Duo Peter Kretschmer und Kurt Kuschela für einen Paukenschlag gesorgt und sich in einem Herzschlagfinale vor die Vorjahres-Weltmeister Tomasz Wylenzek und Stefan Holtz geschoben – wie vor einer Woche in Polen. Und sich damit zur Überraschung vieler das Olympiaticket gesichert.

In einem der sicherlich bittersten Momente seiner Karriere zeigte sich Wylenzek fair und bewies sportliche Größe. „So kann es gehen im Sport; da fährt man selber ein Superrennen, aber es reicht am Ende doch nicht.“ Dabei war es jahrelang schwierig für den Verband, einen schlagkräftigen Zweier-Canadier zu finden. Nun gibt es gleich zwei Klasse-Boote. „Wir hätten es letzte Woche in Posen klar machen können, das war schon ein Schlag ins Gesicht“, gestand Wylenzek. „Es wird mir sicher weh tun, wenn ich das Rennen bei Olympia im Fernseher sehe, bei dem ich starten wollte. Aber die beiden sind stark gefahren und tolle, liebenswerte Jungs. Ich werde ihnen die Daumen drücken.“

Ute Freise


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