Högner lässt Tore schießen
15.02.2012 | 20:29 Uhr 2012-02-15T20:29:00+0100
Von den Trainern der Frauenfußball-Bundesliga wurde die SG Schönebeck zum Überraschungsteam der Hinrunde gewählt. Nach zwei Spielzeiten des erbitterten Abstiegskampfes haben es die Essenerinnen zurück ins gesicherte Mittelfeld geschafft. Ein großartiger Erfolg. Und doch kam für Trainer Markus Högner die Winterpause genau zum richtigen Zeitpunkt. Dreimal in Folge hatte sein Team verloren und dreimal kein Tor geschossen. „Schlecht waren wir dabei aber nur gegen Freiburg“, sagt der Fußballlehrer.
Die Niederlagen gegen Frankfurt (0:3) und Wolfsburg (0:2) bewertet er sogar positiv. Aber die Akkus wieder aufladen zu können, habe schon gut getan. Nun startet die SGS in weniger als zwei Wochen als Tabellensechster in die zweite Saisonhälfte. Und vor allem der Auftakt in Jena (26. Februar) ist aus Högners Sicht eminent wichtig: „Wir hatten in der Hinrunde das Glück, gegen Jena in letzter Minute zu gewinnen. Dieser Schwung hat uns dann einige Wochen getragen. Auf so einen Start hoffe ich erneut.“
Zumal der 44-Jährige weiter betont: „Wir sind noch längst nicht gerettet.“ Auch weil die Teams im Tabellenkeller wie Leipzig, Leverkusen und auch Bayern München sich in der Pause verstärkt haben. „Die Hinrunde war toll und wir haben uns alle sehr gefreut. Aber darüber möchte ich jetzt kein Wort mehr verlieren. Wir müssen weiter punkten“, mahnt Högner. Allerdings gesteht er auch, dass er bei einem Polster von neun Punkten auf den ersten Abstiegsplatz relativ beruhigt in die verbleibenden Spiele geht.
Den letzten Test in der Vorbereitung absolviert die SG Schönebeck am kommenden Samstag (13 Uhr, Osterwick) gegen den Nord-Zweitligisten BV Cloppenburg. Essens Trainer Markus Högner erhofft sich eine aussagekräftige Generalprobe, bevor es in der Woche darauf gegen Jena wieder um Punkte geht. „Cloppenburg ist eine Mannschaft, die auch in der ersten Liga bestehen könnte“, erklärt Högner.
Und das nicht zuletzt auch deshalb, weil er mit der Vorbereitung vollauf zufrieden ist. Vor allem die Kombinationen im Angriffsspiel seien direkter geworden. Das schlug sich in einem für Schönebecker Verhältnisse überraschenden Torreigen wieder. So gab es gegen Bochum (7:0) und Köln (8:0) zwei Kantersiege. „Die will ich aber nicht überbewerten“, meint Högner. Erstliga-Niveau hatten diese Gegner schließlich nicht. „Unser Manko ist, dass wir immer noch zu spät zum Abschluss kommen. Daran arbeiten wir weiter. Wir müssen mehr Tore machen.“
Für diese angestrebte Entwicklung seien die mitunter relativ schwachen Testspiel-Gegner durchaus förderlich gewesen. „Ich habe die Gegner bewusst so ausgewählt, damit wir unser Offensivspiel trainieren konnten.“ Nur gegen die männliche A-Jugend des VfB Frohnhausen (0:1) schlüpfte seine Elf in die Außenseiterrolle.
0:1 gegen A-Jugend
Zudem hatte Högner die Chance, ein wenig zu experimentieren. Gut gefallen hat ihm Linda Dallmann, die von der rechten Außenbahn zentral hinter die Spitzen rückte. Auch Sarah Freutel und Katharina Leiding haben, so der Coach, eine überzeugende Vorbereitung absolviert.
Dass das auch auf Kapitänin Melanie Hoffmann zutrifft, hat bei der SGS fast schon Tradition. Mit 37 Lenzen ist sie noch immer ein Vorbild an Motivation und Einstellung. Und das in einem Team, in dem die meisten vom Alter her ihre Töchter seien könnten. „Ihre Leistungen waren top, fit ist sie sowieso“, lobt Högner. Fit genug für eine weitere Saison? „Davon gehe ich aus.“ Gespräche über eine Vertragsverlängerung stehen an der Ardelhütte also noch aus.
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