„Hoch Jan“ sorgt für Sonnenschein

Es ist immer wieder verblüffend: Rund 300 Neugierige zum Trainingsauftakt eines Viertligisten. Das hat Nachbar Schalke 04 mit seiner U23 nicht einmal in der Meisterschaft beim Heimspiel im Bottroper Jahnstadion zu bieten.

RWE ist einfach nicht mit normalen Maßstäben zu messen. Und sein neuer Trainer offensichtlich auch nicht. Nach dem norddeutschen Doppel-Tiefausläufer „Uwe und Marc“ sorgt das Hoch „Jan“ doch für deutliche Stimmungsaufhellungen. Das hatten sie hier auch noch nicht in der wechselvollen Geschichte, dass ein Trainer vom Mittelkreis vor der ersten Übungseinheit die Anwesenden lautstark begrüßt. Auch nach dem Training gab es hier und da ein Schwätzchen mit den Trainingsgästen. Der Neue meint es offensichtlich ernst mit seiner Tuchfühlung und der Charmeoffensive.

Die gestörte Kommunikation zwischen Mannschaft/Trainer und seinem Anhang hat in der vergangenen Saison vieles vom einst gefürchteten Hafenstraßen-Roar gekostet – und letztlich auch den Heimnimbus. Hier zuallererst anzusetzen ist richtig und wichtig. Man kann jetzt schon gespannt sein, was dieser 32-Jährige in seiner Aufbruchstimmung für sein Debüt im ersten Heimspiel der kommenden Meisterschaftssaison noch so alles in petto hat: Führt er eine Polonaise durch die Westkurve an? Wird er vor Anpfiff ein paar Runden am Bierstand geben? Oder Fußbälle ins Publikum schießen?

Da wird doch der Neue nicht noch dem PR-Profi Michael Welling den Rang ablaufen? Dabei ist der gemeine RWE-Fan an der Hafenstraße doch viel genügsamer, als man denkt: Das Team soll flach spielen und hoch gewinnen.

Am Ende wird es doch darauf hinauslaufen: Das Runde muss ins Eckige, dafür gibt es keinen Ersatz.