Gleich sieben Botschafter kommen aus Essen

Lennart Unterfeld vom Kanupolo-Bundesligisten KSV Rothe Mühle.
Lennart Unterfeld vom Kanupolo-Bundesligisten KSV Rothe Mühle.
Foto: WAZ FotoPool

Es soll ein buntes, fröhliches und vor allem auch sportliches Spektakel werden für die Jugend - mit internationalem Anstrich. Vorhang auf für die ersten Ruhr Games. An diesem Mittwoch findet ab 20 Uhr auf der Zeche Zollverein die offizielle Eröffnungsfeier dieser neuen Spiele statt, die den ehrgeizigen Anspruch haben, Kultur und Sport miteinander in Einklang zu bringen.

Zwei Jahre lang hatten die Verantwortlichen von Landesregierung und Regionalverband Ruhr Zeit, um dieses Konzept auszutüfteln. Der Etat rund 2,5 Millionen Euro für ein viertägiges Programm mit Sport, Show und Workshops. „Mit den Ruhr Games haben wir ein ganz neues Event speziell für die junge Zielgruppe geschaffen“, sagt Projektleiter Niklas Börger und fügt stolz hinzu, dass es in ganz Europa kein vergleichbares Event gebe.

Vier Tage Programm

Klingt gut, doch noch muss das Spiel gespielt werden. Wie schwer es ist, eine solches Sportfest zu etablieren, davon können die Initiatoren der einstigen Ruhrolympiade, dem Vorgänger-Modell, ein Lied singen. 48 Mal hatte diese Ruhrolympiade seit 1964 im Revier stattgefunden, zuletzt 2012. Immer wieder wurde das Konzept überarbeitet, hatte man versucht, diesem Treffen einen attraktiven Anstrich zu geben. Im Nachgang muss man sagen, es hat nicht so richtig funktioniert. Die Vereine schickten nicht ihre Asse, weil oft die Saison noch lief. Das förderte nicht gerade die Attraktivität. Es gelang den Verantwortlichen auch nicht, die Ruhrolympiade effektvoll in die Öffentlichkeit zu rücken. Und Anonymität wirkt sich immer auch negativ auf die Sponsorensuche aus.

Die Macher der Ruhr Games haben olympische Disziplinen wie Judo, Kanu-Rennsport, Basketball oder Tischtennis mit Trendsportarten (u.a. Skateboard, BMX-Rennen, Mountainbike) kombiniert. König Fußball darf auch nicht fehlen. 16 Disziplinen wurden letztlich ausgewählt, gekämpft wird gleich in fünf Städten, und das an mitunter exklusiven Orten (oh sorry, „Locations“ natürlich) wie dem Weltkulturerbe Zollverein oder im CentrO Oberhausen (Judo/siehe Grafik). Um ein ansprechendes Niveau zu erzielen, wurden die Bewerber zum Teil nach Ranglisten ausgewählt oder nach Empfehlungen der Verbände und Landestrainer. Bei den Skateboardern dürfen sogar Profis starten.

Auch das ist neu: Für jede Disziplin gibt es einen Botschafter. Und da sind die Essener bereits gut im Rennen, denn sieben Talente stammen aus dieser Stadt.

Fußball

Ribene Nguanguata (19) wohnt im Sportinternat in Rüttenscheid, spielte für RWE und in der laufenden Saison für den Oberligisten ETB.

Kanu-Sprint

Anna Kowald (19) von der KG Essen wurde 2014 Vizeweltmeisterin im Vierer-Kajak der U23-Damen über 500 Meter und gilt als hoffnungsvolles Talent für einen Platz bei den Olympischen Spielen in Rio. Junioren-Weltmeisterin war die Sportsoldatin 2011.

Kanupolo

Lennart Unterfeld (19) belegte erst vor kurzem mit dem Essener Bundesligisten KSV Rothe Mühle Platz eins beim internationalen Deutschland-Cup auf dem Baldeneysee. 2013 und ‘14 wurde er mit seinem Klub Deutscher Meister und gewann im Vorjahr auch die Champions League.

Beachvolleyball

Die Zwillinge Lena und Sarah Overländer (18) sind in der Beachsaisonfür den VC Borbeck gemeldet. 2012 wurden sie Westdeutscher Meister der U17 und U18 und verteidigten diesen Titel ein Jahr später. 2013 belegten sie Rang vier bei der DM der U20. 2014 gehörten sie zur Vorauswahl für die Weltmeisterschaft der U19.

Tischtennis

Alena Lemmer (17) spielt beim Erstligisten Tusem Essen. Sie holte sich 2012 den EM-Titel bei den Schülerinnen im Einzel und mit der Mannschaft. Sie ist 39. der ITTF-Weltrangliste in ihrer Altersklasse.

Tennis

Leah Luboldt (17) spielt für den Tennis-Erstligisten Etuf. 2014 war sie Niederrheinmeisterin bei den Damen.