Fußball von seiner besten Seite

21. Essener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball, Auftakt in Bergeborbeck. Holsterhauser SV - SC Phönix (grün) 1:8. Auf dem Foto: Tuncay Kurmali (SCP)
21. Essener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball, Auftakt in Bergeborbeck. Holsterhauser SV - SC Phönix (grün) 1:8. Auf dem Foto: Tuncay Kurmali (SCP)
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das prestigeträchtige Turnier zeigt sich wieder als friedliche und stimmungsvolle Veranstaltung.

Bei der Auslosung zur diesjährigen Hallenstadtmeisterschaft hatte Mitorganisator Günther Oberholz das Motto für die 21. Auflage ausgegeben. „Wir, der Essener Amateurfußball, werden uns sicher von der besten Seite zeigen.“ Und am ersten Turnierwochenende wurde der Vorsatz der Imagepflege vorbildlich umgesetzt. Nachdem die Amateurkicker in den vergangenen Monaten mit diversen Spielabbrüchen und Gewaltexzessen in die Schlagzeilen geraten waren, blieb in den Hallen in Werden und Bergeborbeck alles friedlich. Stattdessen sahen die Zuschauer bei stimmungsvoller Atmosphäre intensive Spiele. „Natürlich gab es auch mal Fouls, aber das gibt es beim Fußball schon mal. Bei so einer prestigeträchtigen Veranstaltung ist man natürlich froh, wenn alles reibungslos klappt“, erklärt Thorsten Flügel, Vorsitzender des Fußballkreises Nordwest.

Auch ein anderes Thema, das rund um die Auslosung aufgekommen war, löste sich in Wohlgefallen auf. Dort waren Stimmen laut geworden, die eine Vorqualifikation für die unterklassigen Teams forderten. Die Qualifikationsrunde, so die Kritiker, sei schlicht überflüssig. Denn hier müssten sich die höherklassigen Mannschaft mit Gegnern aus der Kreisliga B und C auseinandersetzen, letztendlich scheide aber nur der Gruppenletzte aus. Der sportliche Reiz der Runde tendiere deshalb gegen null.

Doch die Qualifikationsrunde erfüllte genau ihren Zweck: Die Spieler konnten sich mit der Halle vertraut machen, die mit dem kleinen Feld und der damit einhergehenden höheren Spielintensität ihre Tücken aufweist. Diese Anpassungszeit kam auch den Favoriten zugute, die in scheinbar leichten Gruppen teilweise große Mühe hatten (wir berichteten). „Die Diskussion mit der Vorqualifikation gibt es schon seit Jahren“, erklärt Mitorganisator Bernd Müller. „Wir haben uns aber dazu entschieden, den Modus nicht zu ändern. Weil: Die Mannschaften brauchen ihre Zeit, um sich an die Halle zu gewöhnen.“ So verweist Müller darauf, dass früher der Titelverteidiger für die Endrunde gesetzt wurde, wegen der mangelnden Spielpraxis aber stets sofort ausschied.

Da die Favoriten nur vereinzelt Glanzpunkte setzten, konnten andere Teams auf sich aufmerksam machen und sich über Erfolgserlebnisse freuen. Etwa der FC Kettwig. Nach dem Rückzug des Bezirksligateams nimmt die vormalige Reserve aus der Kreisliga C am Turnier teil und erreichte die Vorrunde. „Wir haben nicht die technisch versierteste Mannschaft, aber wir haben versucht, das mit unserem Einsatz auszugleichen“, sagte Spielertrainer Jan Heinrich.

Auch die Playhouse Kickers stehen in der nächsten Runde. Der Anhang der Freizeitkicker sorgte im Werdener Löwental für mächtig Stimmung. Die gut 30 Fans bejubelten frenetisch jede halbwegs gelungene Aktion der selbsternannten „Trinkermannschaft mit einem Fußball-Problem“ und wurden dafür mit dem Einzug in die Vorrunde belohnt. „Unsere Fans waren wieder fantastisch“, lobte Trainer Daniel Schäper. „Für uns als Freizeitligisten ist es ein Highlight dabei zu sein. Wir freuen uns schon auf die Vorrunde.“

Im eigenen Interesse sollten dann auch die Favoriten endgültig in der Halle angekommen sein.