Für ETB Baskets heißt es: Halbfinale oder ab in den Urlaub

Christopher Jordan Alexander von den ETB Wohnbau Baskets.
Christopher Jordan Alexander von den ETB Wohnbau Baskets.
Foto: WAZ FotoPool

Man hätte sich diese dritte Fahrt nach Nürnberg gerne erspart, doch die ETB Wohnbau Baskets müssen noch einmal hin: Es steht das alles entscheidende fünfte Spiel im Playoff-Viertelfinale der Zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) in der Frankenmetrople an, um 20 Uhr im BBZ am Berliner Platz.

Sie hatten das Halbfinale schon vor Augen: Die 72:80-Pleite am vergangenen Sonntag vor prächtiger Kulisse am Hallo hat weh getan, das stand in den Gesichtern der Spieler deutlich geschrieben. Nicht nur, weil das Team die große Siegchance, die Partie nach einem schlimmen Fehlstart wieder einmal gedreht hatte. Diese Serie hat einfach schon jetzt viel Kraft gekostet, da schmerzen solch’ bittere Niederlagen noch einmal mehr. „Wir waren am Ende da, leider kam bei uns dann eine Mischung aus Nachlässigkeit und Übermotiviertheit zusammen“, fasste ETB-Trainer Igor Krizanovic die letzten fünf Minuten des vierten Viertelfinals zusammen, die letztlich den Ausschlag zugunsten der Gäste geben sollten. „Wir haben bei der Führung zu leichtfertig in der Offensive abgeschlossen und wurden dafür bestraft."

Nürnberg durfte ausgleichen – und wieder davon ziehen. „Wir haben uns im Angriff nicht mehr so clever angestellt“, räumte auch Shooting Guard Marco Buljevic ein. Der NBC wusste das zu nutzen, ließ mit zwei eiskalt verwandelten Drei-Punkte-Würfen die Luft raus aus dem schwarz-weißen Spiel, brachte den Sieg nach Hause.

Frust? Mutlosigkeit? Von wegen!

Und nun? Frust? Mutlosigkeit? Nein, den Eindruck konnte man bei den Wohnbau Baskets bei aller Enttäuschung ob der bitteren Pille wirklich nicht gewinnen. „Wir haben jetzt ein Finale: Entweder wir stehen im Halbfinale, oder wir haben Urlaub. Den würde ich allerdings gerne noch verschieben.“

Natürlich: Nicht wenige werden das Momentum nun auf Nürnberger Seite sehen, die Franken haben einen „Matchball“ abgewehrt, sich in die Serie zurückgekämpft. Der NBC darf vor heimischem Publikum „den Deckel drauf machen“, wenn man so will.

Dass die heimische Kulisse nicht immer ein Vorteil sein muss, konnte man aber am Sonntag sehen: Nervös war der ETB vor ausverkauftem Haus in die Partie gestartet, die Erwartungshaltung war den Essenern anzumerken gewesen. Nun erwartet man von den Nürnbergern, die Dinge zu Hause zu regeln. Und so wollen die Schwarz-Weißen befreit aufspielen. Dass man sich unlängst beweisen konnte, auch auswärts Spiele gewinnen zu können, lässt diese Herausforderung tatsächlich nicht zu einer gänzlich unlösbaren Aufgabe werden.

Schwierig auf alle Fälle – sehr schwierig sogar. Der ETB ist Außenseiter, fühlt sich in dieser Rolle aber vielleicht wohler. Coach Krizanovic: „Wir müssen ein paar Dinge besser machen, und dann schauen wir einfach mal was passiert.“ Das klang durchaus angriffslustig.

„Man darf nicht vergessen, gegen wen wir hier spielen“, hatte es Marco Buljevic am Sonntag zu Protokoll gegeben. „Nürnberg ist ein Top-Team, dass wir in ein fünftes Spiel gehen, ist sicher als Erfolg zu werten.“

Mit dem auch er sich freilich nicht zufrieden geben will, Buljevic will Revanche. Ja, Nürnberg hat den Baskets weh getan, „jetzt wollen sie mit dem eigenen Anhang feiern, wir wollen ihnen das Herz brechen.“