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Fußball-Regionalliga

FC Kray genießt die Rolle des Außenseiters

02.08.2012 | 18:17 Uhr
FC Kray genießt die Rolle des Außenseiters
Krays Kapitän Dominik „Kiki“ Immanuel. Foto: Michael Gohl/WAZ FotoPool

Am Samstag beginnt für den FC Kray die Saison in der Regionalliga West. Der Aufsteiger fühlt sich in der Rolle des Außenseiters wohl.

Für Kapitän Dominik „Kiki“ Immanuel sind es Autorennen mit einem Trabbi gegen die neuesten Generation Porsche. Für seinen Trainer Dirk Wißel sind es Tischtennisduelle mit bestens präparierten Gegnern, wenn man selbst nur mit einem Frühstücksbrettchen ausgestattet ist. Oder Auseinandersetzungen, bewaffnet mit einem Schweizer Taschenmesser, mit der GSG9. In Kray sind derzeit der Phantasie keine Grenzen gesetzt, die Außenseiterrolle des FC in der Regionalliga zu beschreiben. Und gerade auch Dirk Wißel ist diesbezüglich sehr kreativ. „Alle sind Favoriten, nur wir nicht“, hatte er zuvor in die Notizblöcke diktiert.

Drei Ligen in zwei Jahren

Aber Frühstücksbretter hin – Taschenmesser her: Niederlagen stehen nicht schon vor dem Anpfiff fest und der Aufsteiger, der in den vergangenen zwei Jahren drei Ligen kletterte, Unglaubliches erlebt hat, ist durchaus gewillt, auch in der Vierten Liga Spiele zu gewinnen. Kray sieht sich durchaus mit Komponenten ausgestattet, die Punkte möglich machen sollen. „Publikum, Platz und mannschaftliche Geschlossenheit“, lässt der Coach wissen.

Besondere Fans, der einzige Kunstrasenplatz der Liga – selbsterklärend. Bei seinen Jungs holt Dirk Wißel dann etwas weiter aus. „Erfolg funktioniert bei uns tatsächlich miteinander. Bei anderen Teams geht es für einzelne Spieler oft um Prämien, in den zweiten Mannschaften um die individuellen Ziele des Einzelnen, nämlich den Sprung in die Erste zu schaffen.“

Alles Punkte, die an der Buderusstraße keine Rolle spielen. „Wir sind eine Mannschaft. Bei uns kann sich jeder noch die Suppe zu Hause leisten, wenn wir dreimal hintereinander verloren haben.“

Der Umgang mit Niederlagen

Apropos Niederlagen: Ein Gefühl, was man beim FC Kray nach dem Durchmarsch von der Landesliga in die Regionalliga erst wieder lernen muss. Und tatsächlich hielt es das Trainergespann Wißel/Krüger für sinnvoll, dies zu thematisieren. Aber: „Unsere Jungs sind ja nicht doof. Jeder weiß, dass wir nicht durch die Liga spazieren.“ In wie weit eine mögliche Pleitenserie zur Belastungsprobe wird, bleibt abzuwarten.

Am Freitagabend nimmt die Vierte Liga mit dem Derby RWO gegen RWE den Betrieb auf, morgen steigt dann der FC Kray mit dem Heimspiel am Uhlenkrug gegen Schalke 04 II ein (14 Uhr). Anspannung? Fehlanzeige, glaubt man den Worten von Dirk Wißel. „Ich bin deutlich nervöser, wenn mein Sohn abends um acht noch nicht zu Hause ist. Wir wollen ein Fußballspiel gewinnen.“

Die eigene Idee vom Fußball

Auch gegen Schalke – in der bekannten Art und Weise. „Wir werden sicher das eine oder andere Mal auf den Gegner reagieren müssen, aber wir werden weiter unsere Idee verfolgen, den Zuschauern anspruchsvollen Fußball zeigen zu wollen.“ Darauf hat sich das Team vorbereitet, „und die Vorbereitung war sehr gut, alle haben enorm viel investiert“. Dann kann es ja losgehen.

Achim Faust

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