Europas Topteam kommt zum Kräftemessen

Einige „seiner Mädels“ machen Klaus Ohm momentan Sorgen: (v.l.) Shi Qi, Alena Lemmer, Yin Na, Barbora Balazova und Nadine Bollmeier.
Einige „seiner Mädels“ machen Klaus Ohm momentan Sorgen: (v.l.) Shi Qi, Alena Lemmer, Yin Na, Barbora Balazova und Nadine Bollmeier.
Foto: WAZ FotoPool
Beim Tusem herrscht vor dem Spitzenspiel gegen Berlin viel Unruhe.

Die Vorfreude auf das Saisonhighlight ist getrübt. Seit Wochen spricht Tusem-Teammanager Klaus Ohm schon vom bevorstehenden Gastspiel des Triple-Siegers ttc berlin eastside in Essen. Am Samstag (18.30 Uhr, Haedenkampstr.) nun kommt es zum Spitzenspiel in der Tischtennis-Bundesliga. Der Tusem misst sich mit der besten Mannschaft Europas. Doch die vorangegangene 3:6-Niederlage beim TV Busenbach hallt noch nach.

Auch wenn Ohm bekräftigt, sportlich habe der Ausrutscher nicht viel verändert. Auch wenn die Essenerinnen Platz zwei vorübergehend eingebüßt haben. „Die Vize-Meisterschaft wird im direkten Duell mit Bingen entschieden. Daran hat sich nichts geändert“, sagt der Teammanager. Aber die Art und Weise der Niederlage wirft doch Fragen auf. Eine Erklärung ist der zeitweilige personelle Notstand beim Tusem: So verletzte sich Shi Qi im Abschlusstraining an der Schlaghand.

„Nichts Gravierendes“, sagt Ohm. Aber gegen Busenbach konnte sie eben nicht spielen. Gleiches gilt im Grunde für Barbora Balazova, die es im Doppel trotz Zahnschmerzen zwar erfolgreich probierte, zum Einzel aber nicht mehr antreten konnte. Was aber auch Tage nach der Niederlage noch für Gesprächsstoff sorgt, ist das unsportliche Verhalten von Yin Na: Nachdem der Schiedsrichter einen falschen Aufschlag monierte, brach die Essenerin die Partie beim Stand von 1:1 nach Sätzen ab.

„Das hat mich auch völlig von den Socken gehauen“, sagt Ohm. „Sie ist sonst eine absolut ruhige, zuverlässige Person. Aber so darf sie sich natürlich nicht verhalten.“ Intern wird der Vorfall noch weiter aufgearbeitet, aber Sanktionen hat Yin Na wohl nicht zu befürchten. Auch wenn sie ihrem Klub mit diesen Negativ-Schlagzeilen einen Bärendienst erwiesen hat. Denn gerade im Moment kämpft Ohm um die Gunst zusätzlicher Sponsoren für die neue Saison.

Trotzdem sind ihm gewissermaßen die Hände gebunden. Die angespannte Personalsituation lässt nicht einmal am Samstag eine kleine Denkpause zu. Zwar ist Ohm beim Einsatz von Qi und Balazova recht optimistisch, ein großes Fragezeichen steht hinter Lemmer: Zuletzt laborierte die Jugend-Nationalspielerin erneut an Rückenbeschwerden. Die sollten bis zum Wochenende zwar überstanden sein, doch soll sie dann für den WTTV beim Deutschland-Pokal aufschlagen.

Keine Zweifel gibt es beim Einsatz von Bollmeier. Aber so oder so: An der klaren Außenseiterrolle ändert die Aufstellung des Tusem ohnehin nichts. Und doch erwartet Ohm einen „Selbstläufer“: „Ist doch klar. Das ist so, als würde im Fußball Hannover 96 gegen Bayern München spielen. Da braucht man niemanden zu motivieren. Bei uns werden sich alle Spielerinnen zerreißen.“