ETB: Statisch und gehemmt
22.11.2009 | 21:02 Uhr 2009-11-22T21:02:00+0100Essener verlieren das Kellerduell daheim gegen Jena. Extreme Leistungsschwankungen in zwei ordentlichen und zwei extrem schwachen Vierteln. 28 Punkte von Tyler Kepkay reichen nicht aus.
ETB - Jena 69:75 (33:38)
ETB: Kepkay (28/davon 4 Dreier), Howell (22/2), Schröter (8), Van (4), Fiorentino (3), Terdenge (2), Obradovic (2), Jovanovic, Bartels, Kern.
5. Foul: Marcus Van (ETB, 40.).
Zuschauer: 1600.
Spielfilm: 4:0 (1.), 6:8 (4.), 11:11 (7.), 17:13 (10.), 20:20 (14.), 25:28 (17.), 33:38 (Halbzeit), 33:43 (22.), 43:46 (27.), 51:48 (30.), 53:50 (32.), 53:60 (36.), 57:60 (37.), 60:69 (39.), 69:75.
Das soll ein Sieger sein?!? Nachdem den ETB Wohnbau Baskets in der Vorwoche der erste Saisonerfolg geglückt war, hatten die Essener Basketball-Fans in der Heimaufgabe gegen Keller-Konkurrent Jena eine eigene Mannschaft erwartet, die vor Selbstvertrauen strotzt und von einer Zentnerlast befreit wieder tollen Basketball spielt. Zu sehen bekamen die 1600 Zuschauer (Saisonrekord) aber einen ETB, dessen Spieler in einer niveauarmen Partie immer noch seltsam verkrampft, gehemmt und statisch wirkten – so, als ob jeder Akteur einen unsichtbaren Rucksack gefüllt mit Wackersteinen mit sich herumschleppen würde.
Unter dieser scheinbaren Last brach das Team zusammen – vor allem im zweiten und im letzten Viertel. Das 69:75, das am Ende zu Buche stand, war nicht nur ein neuerlicher Nackenschlag gegen einen Rivalen im Abstiegskampf. Es war auch ein Beleg, dass die Mannschaft noch auf der Suche nach sich selbst ist.
Was irritierte, waren einmal mehr die extremen Leistungsschwankungen innerhalb der Partie. Die Darbietung der Gastgeber im ersten Viertel verdiente zumindest noch das Prädikat „ordentlich”. Zwar deutete sich bereits hier an, dass in vielen Spielzügen das richtige Tempo und die Leichtigkeit in den Bewegungen fehlten. Weil aber Jena in dieser Phase kaum traf, hatte der ETB die Nase vorn – und das trotz etlicher, leichter Ballverluste, die er sich erlaubte.
Ärgerlich war zudem, dass Sebastian Schröter früh mit drei Fouls belastet auf die Bank musste. Beim Vorwochen-Sieg in Nördlingen war er noch überragender Akteur auf Seiten der Essener, diesmal fand er durch die früh verordnete Zwangspause nur höchst schleppend ins Spiel.
Mit Beginn von Viertel zwei zeigte sich dann, welch große Probleme der ETB mit der Zonen-Verteidigung der Gäste hatte. Viel zu selten zogen Kepkay & Co zum Korb, stattdessen nahmen sie Würfe von außen – manche offen, andere aus der Not heraus. Aber zu wenige „fielen rein”. Diese mangelnde Aggressivität gegen den gegnerischen Korb spiegelte sich auch in der Statistik. Jena überstand das komplette zweite Viertel ohne ein einziges persönliches Foul. Und ohne selbst glänzen zu müssen, lagen die Gäste zur Halbzeit plötzlich vorn. Die Nervosität, sie war förmlich greifbar. Sowohl beim Team auf dem Feld als auch bei den Fans auf den Tribünen.
Beim 33:43 kurz nach dem Seitenwechsel schien das Spiel für den ETB aus den Fugen zu geraten. Doch fortan kämpfte er sich in die Partie zurück und stand vor allem in der Defensive stabiler. Das reichte, um nach Ende von Durchgang drei vorn zu liegen. Sollte eine der schwächsten Vorstellungen in dieser Saison tatsächlich zum Sieg reichen?
Die Antwort auf diese Frage lautete am Ende: „Nein”. Weil die Wurfauswahl im letzten Viertel wieder eine unglückliche war. Weil sich viele Bälle bei Versuchen aus der Distanz mit viel Pech aus der Reuse herausdrehten. Aber auch, weil die Last des Punktens auf zu wenige Schultern verteilt wurde. Nur Kepkay und Howell kamen auf gewohnt hohe, zweistellige Werte. Der Rest kam nicht ins Rollen.
Dieses Spiel, es war ein klarer Rückschritt für die Essener bei ihrem Versuch, sich aus dem Tabellenkeller der Pro A herauszukämpfen. Und statt mit Sieg Nummer zwei eine Erfolgsserie einzuläuten, müssen die Essener nun gefühlt fast wieder bei „Null” anfangen. Der Weg zur Rettung, es wird ein ganz steiniger.
16:28
shit......