ETB blickt in ungewisse Zukunft

ETB-Trainer Dirk Helmig.
ETB-Trainer Dirk Helmig.
Foto: WAZ FotoPool
Das für vergangenen Sonntag angesetzte Punktspiel gegen Sonsbeck fiel aus. Eigentlich ein willkommener Anlass für den Fußball-Oberligisten ETB, die vielen angeschlagenen Spieler zu pflegen und Kraft für das letzte schwere Spiel in diesem Kalender-Jahr am kommenden Samstag beim souveränen Tabellenführer KFC Uerdingen zu tanken. Doch weitaus schwerer als die Fußballer auf dem Rasen haben es derzeit die Verantwortlichen am Uhlenkrug. Wieder einmal fehlt dem Traditionsverein Geld.

Das für vergangenen Sonntag angesetzte Punktspiel gegen Sonsbeck fiel aus. Eigentlich ein willkommener Anlass für den Fußball-Oberligisten ETB, die vielen angeschlagenen Spieler zu pflegen und Kraft für das letzte schwere Spiel in diesem Kalender-Jahr am kommenden Samstag beim souveränen Tabellenführer KFC Uerdingen zu tanken. Doch weitaus schwerer als die Fußballer auf dem Rasen haben es derzeit die Verantwortlichen am Uhlenkrug. Wieder einmal fehlt dem Traditionsverein Geld. Und natürlich erzeugt die finanzielle Misere Schlagzeilen und Unruhe.

Bereits vor drei Wochen kursierten die Gerüchten. Die allerdings hatte ETB-Vorstand Thomas Ebeling auf Anfrage dieser Zeitung dementiert oder zumindest abgeschwächt hat. Nun sind die Gerüchte wieder aufgeflammt. Es heißt, dass die ETB-Fußballer noch immer auf ihre Gehälter für den Oktober warten würden – und dass der Verein auch in absehbarer Zeit seinen Verpflichtungen nicht nachkommen könne. Wie dramatisch ist die Situation denn wirklich?

„Dramatisch? Keine Spur!“, versichert Manfred Kuhmichel, erster Vorsitzender des ETB, dieser Zeitung. Allerdings räumt er ein „gewisses Spannungsfeld“ ein. Das sehe derzeit so aus, dass die Spieler tatsächlich noch auf ihre am 20. November fälligen Oktobergehälter warten und der Verein dementsprechend seit knapp drei Wochen im Rückstand sei. Zwar kommt es im Amateurfußball immer wieder vor allem zum Saisonende zu Zahlungsverzögerungen – der relativ frühe Zeitpunkt ist in diesem Falle aber ungewöhnlich.

Auch hier versucht der ETB-Vorstand zu beruhigen und verweist darauf, dass man sich bereits seit 18 Monaten in einer angespannten finanziellen Situation befinde und mit Altlasten zu kämpfen habe.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass der ETB finanzielle Engpässe überbrücken muss – bereits im April 2011 tat sich im Etat eine Lücke von 200 000 Euro auf. Diese konnte zwar schnell um die Hälfte reduziert und die Saison auch zu Ende gespielt werden. Der Verein sah sich zum Handeln gezwungen und trat kräftig auf die Kostenbremse: Man wollte fortan solide wirtschaften und reduzierte den Etat um fast die Hälfte. Das Konzept wurde grundlegend geändert: Der ETB setzte ab sofort auf die Jugend. In der ersten Mannschaft erfolgreich und im Nachwuchsbereich ebenso.

Wesentlich mehr Resonanz hat das wohl nicht eingebracht. Und neue potente Sponsoren haben die Schwarz-Weißen offenbar auch nicht gefunden. Jedenfalls wird Ebeling im „Reviersport“ zitiert: Leider gewinnen wir unsere Sponsoren nicht im dem Maße, wie andere ihr Engagement einstellen.“

Es seien Sünden der Vergangenheit, die dem Verein aktuell Schwierigkeiten bereiten, versichert ETB-Geschäftsführer Gerrit Kremer und erklärt: „Durch den geringeren Etat ist es schwierig, auch Altlasten abzutragen, da einfach weniger Geld im Umlauf ist.“

Altlasten und Sponsorensuche

Der ETB-Vorstand arbeitet nach eigenem Bekunden mit Hochdruck an einer Lösung und befindet sich in Gesprächen mit potenziellen Sponsoren, Vollzug konnte allerdings noch nicht gemeldet werden. Fragen tun sich trotzdem auf: Warum werden die Altlasten ausgerechnet jetzt zum Problem? Wie groß ist das finanzielle Loch? Muss noch radikaler gespart werden? Muss man sich von Spielern trennen? Ist sogar eine Insolvenz möglich oder der Spielbetrieb in Gefahr? Zu all diesen Fragen wollte der ETB-Vorstand zum jetzigen Zeitpunkt gegenüber dieser Zeitung keine Stellung beziehen. Manfred Kuhmichel betont nur: „Gehen Sie davon aus, das wir unseren Verpflichtungen nachkommen werden – wie immer!“