ETB Baskets: Kopflos in die Niederlage
12.12.2010 | 18:38 Uhr 2010-12-12T18:38:00+0100
ETB -
Heidelberg
68:79 (36:35)
Die Art und Weise, wie man Kritik anbringt, sagt viel darüber aus, wie tragfähig ihr Fundament ist. Emotional war Igor Krizanovic, Trainer der ETB Wohnbau Baskets während der 40 Minuten Spielzeit am Parkettrand unterwegs – wie immer.
Nach der 68:79-Niederlage im Zweitliga-Heimspiel (Pro A) am Hallo gegen den USC Heidelberg hatte er sich gefasst. Ruhig analysierte der Kroate das Spiel, sprach harsche Worte „gelassen“ aus. Die Verurteilung der Schiedsrichterleistung war wie in Stein gemeißelt.
Er wisse gar nicht, bei wem er sich zu bedanken habe, wahrscheinlich beim Verband. „Dafür, dass man uns erwiesene ETB-Freunde gleich noch einmal geschickt hat“, übte sich Krizanovic als Meister der Ironie. Vor 14 Tagen gegen Paderborn sei die Leistung bereits grenzwertig gewesen, „nun schickt man uns zwei der drei Referees gleich noch mal nach Essen. Und diesmal war es eine Katastrophe.“
Im Kreuzfeuer der Kritik stand das junge Gespann als Ganzes, besonders aber Monika Pfannkuchen. In der Tat überrascht die Unparteiischen in wichtigen Situationen mit sehr fragwürdigen Entscheidung, nichtsdestotrotz war ein Sieg für die Essener trotzdem möglich, scheiterten die Schwarz-Weißen auch an der eigenen, nur mäßigen Leistung. „Wir haben nicht gut Basketball gespielt“, gab Igor Krizanovic zu. „Aber wie das eigene Spiel läuft, hängt auch immer mit von Außenfaktoren ab. Und die waren nicht in Ordnung.“
Die Wohnbau Baskets erwischten den besseren Start ins Spiel als die Gäste und lagen kurz vor der ersten Viertelpause mit 18:9 vorne. In diese ging es aber nur mit einem Vier-Punkte-Vorsprung, es blieb ein enges Spiel mit ständig wechselnden Führungen bis in den letzten Abschnitt hinein – dann musste der ETB abreißen lassen.
Dafür gab es mehrere Gründe, nicht nur „den“ einen. Ein weiterer: Die Mannschaft hatte kaum noch Abschlüsse, entsprechend wenig traf sie die Körbe. Vier Punkte in den den letzten fünf Minuten – zu wenig. So war eine 64:62-Führung und die damit verbundene Siegchance schnell Makulatur. Heidelberg nutzte die Gunst der Stunde. „Wir haben unnötig verloren“, meinte Marco Buljevic, erfolgreichster Schütze der Schwarz-Weißen, selbstkritisch. „Wir haben am Ende kopflos gespielt, waren nicht klar, haben die falschen Entscheidungen getroffen.“
Viel Zeit „Geleistetes“ zu verarbeiten, haben die Essener nicht. Es steht ein Doppelspieltag an, bereits am kommenden Freitag ist der ETB in Jena gefordert, am Sonntag Nachmittag (16 Uhr, Hallo) kommen die Hannover Tigers. „Vielleicht ist es gut, dass es schnell weiter geht“, fand Marco Buljevic. „Wir müssen Heidelberg abhaken und nach vorne schauen. Gewinnen wir die beiden Spiele, haben wir den Sprung ins Mittelfeld geschafft. Und wir können gewinnen.“
23:36
Die Beschwerde führte ja der Coach selber und dies auch zu Recht. Die Anhäufung von fehl- oder einseitigen Entscheidungen kann sehr wohl entscheidend sein. Plus und Minus muss man im Basketball miteinander aufrechnen.
18:59
Dass die Schiedsrichter an der Niederlage schuld sein sollen ist genauso witzlos, wie die Tatsache, dass man sich über die Schiedsrichter beschwert und nichtmal weiß, wie sie heißen.
11:51
Lieber Achim Faust, die Schiedsrichterin beim Spiel ETB vs. Heidelberg war nicht die genannte Frau Monika Pfannkuchen, sondern Frau Anne Panther. Frau Pfannkuchen hatte an diesem Wochenende, das Spiel Kirchheim gegen Freiburg gepfiffen. Und wie man lesen konnte mit einer ähnlich schlechten Leistung, wie Frau Panther, maßgeblichen Einfluss auf´s Spielgeschehen und das Ergebnis genommen.