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ETB-Baskets: Ein Abend mit Signalwirkung

25.04.2011 | 19:11 Uhr
ETB-Baskets: Ein Abend mit Signalwirkung
Der Erfolg verleiht Flügel: Steven Michael Esterkamp (ETB). Foto: Michael Gohl.

ETB -
Rhöndorf 85:65 (37:38)

Was für ein Fest. Alles lief wie erhofft, vielleicht sogar noch etwas besser, als geplant. Dabei war es noch nicht einmal der recht souveräne 85:65-Sieg gegen Rhöndorf am letzten Spieltag und damit der siebte Erfolg in Serie für Basketball-Zweitligist (Pro A) ETB. Vielleicht schon eher die Tatsache, mit dem Sieg auf Platz neun geklettert zu sein und das beste Abschlussergebnis der schwarz-weißen Basketball-Geschichte erreicht zu haben. Vor allem aber war da dieses „Wir-Gefühl“. Klein in beinahe familiärer Atmosphäre – aber sehr fein.

Die Wohnbau Baskets feierten an diesem Abend - nach dem letzten Spiel einer fantastischen Saison, die lange Zeit noch nicht einmal den Eindruck vermitteln wollte, überhaupt in die Gänge zu kommen. Chris Alexander strahlte über das ganze Gesicht. Marco Buljevic stellte fest, dieses Team könne jeden Gegner schlagen. Und Steven Esterkamp gab mit dem Mikro in der Hand zu, nervös zu sein. Und: „Nach anderthalb Jahren Verletzung wieder Basketball spielen zu können und dann in Essen so etwas erleben zu dürfen, ist unbeschreiblich.“ Philipp Spettmann fand alles „geil“.

Die letzten Jubelgrenzen wurden dann bei der Bekanntgabe der Vertragsverlängerungen von Sportdirektor Markus Horn und vor allem ETB-Center Kendall Chones pulverisiert. Von einer Herzensangelegenheit sprach Chones. Wir-Gefühl eben.

Ein klitzekleiner Rückblick: Es war bei Sommerfest im Vorfeld der Spielzeit, da mutmaßte Sebastian Schröter, die Spielzeit könne etwas Besonders werden: Das Team verstehe sich, jeder wisse, was er am anderen in der Mannschaft habe. Nach – zum überwiegenden Teil – unfreiwilligen Feinjustierungen (ohne Gerrit Terdenge, Mirko Anastasov und später Morgan Lewis, dafür mit Steven Esterkamp) ging genau das in Erfüllung, wie Schröter nach dem Spiel gegen Rhöndorf feststellte: „Wir werden uns vermissen.“

Denn es droht eigentlich, wie üblich im Basketball-Geschäft, das Auseinanderdriften der Protagonisten dieser Erfolgsgeschichte. Es droht – entschieden ist darüber aber noch nicht. Denn dieser Abend, es war auch der Abend der Signale. Die Vertragsverlängerung von Chones soll auch die deutschen Spieler dazu bewegen, ernsthaft über einen Verbleib in Essen nachzudenken. Markus Horn ließ durchblicken: „Die Gespräche laufen und es sieht in den meisten Fällen auch sehr gut aus.“

Und der Trainer? „Dass Kendall bleibt, ist phänomenal. Drei Jahre einen so starken Amerikaner an sich binden zu können, ist toll“, meinte Igor Krizanovic. Der Kroate wollte sich zu seiner Zukunft nach vier Jahren ETB nicht äußern. Die Signalwirkung des Horn’schen „Ja“ zum ETB für Krizanovic wird offensichtlich noch ausgelotet. „Nichts ist offiziell“, so Krizanovic. „Der Verein hat wichtigere Probleme.“ Gemeint ist die wirtschaftliche Potenz und ob sie für eine weitere Pro A-Saison reicht. Ob Vertragsverlängerungen, gute Gespräche und das Wir-Gefühl Signalwirkung haben können, ist fraglich. Als positives Vorzeichen dient es allemal.

Viertel: 26:14, 11:24, 31:16, 17:11.
ETB: Alexander (20/davon 1 Dreier), Esterkamp (18/1), Schröter (15/2), Fiorentino (10), Buljevic (8/2), Bartels (7), Spettmann (4), Schoeps (3), Kern.
Zuschauer: 900.

Achim Faust

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