ETB Baskets beenden turbulente Saison

Michael Jost, Christoph Johannes Hackenesch und Logan Stutz von den ETB Baskets.
Michael Jost, Christoph Johannes Hackenesch und Logan Stutz von den ETB Baskets.
Foto: WAZ FotoPool

Intensiv und packend war die Playoff-Serie gegen Nürnberg gewesen, nun ist die Saison für den Basketball-Zweitligisten (Pro A) ETB vorbei. Ganz plötzlich. Von jetzt auf gleich Urlaub. Am Dienstag hatten sich die Wohnbau Baskets im alles entscheidenden fünften Viertelfinal-Spiel dem NBC geschlagen geben müssen. Natürlich hatte man das einkalkulieren müssen, trotzdem kann man sich auf die Leere danach nicht so recht vorbereiten.

Deutlich war die Partie mit 63:83 verloren gegangen: Weil die Mannschaft nicht genug investieren konnte, der Akku nicht mehr so richtig voll schien. Weil angeschlagene Spieler dabei waren (Logan Stutz und Nick Oudendag), das Team früh durch Fouls belastet war. Auch. Richtig war aber zudem, dass Nürnberg, angeführt von einem überragenden Braydon Hobbs, selbstbewusst die Dinge regelte. An diesem Abend ein Spitzenteam war. „Das muss man anerkennen“, so auch Igor Krizanovic. „Wir hatten Probleme, aber das soll die Leistung des Gegners überhaupt nicht schmälern.“

Die Schwarz-Weißen hatten ein mögliches Halbfinale gegen Gießen auch nicht am Dienstag verspielt. „Wir werden irgendwann im Sommer irgendwo sitzen und an den Sonntag, an unser Heimspiel denken“, so Marco Buljevic tief enttäuscht. Er hatte, nachdem er im ersten Viertel umgeknickt war, auf die Zähne gebissen. Es half nichts. So stand er nach dem Spiel geduscht, mit einer tennisballgroßen Beule am Fuß, vor dem Mannschaftsbus und blickte zurück: „2:1 in der Serie vorne und wenige Minuten vor Schluss des vierten Spiels die Führung erobert, das war die Chance. Das wird jeden von uns sicher noch beschäftigen.“

Vorbei, nicht mehr zu ändern – es ist die Zeit der Bilanzen und Analysen. Einen ersten Versuch startete ETB-Coach Igor Krizanovic schon am Dienstag. Da war zunächst diese Serie gegen Nürnberg: „Wir haben einen schlimmen Auftritt im ersten Spiel hingelegt, aber eine tolle Reaktion gezeigt. Dieser Stolz hat uns dann lange getragen, aber irgendwann hat es nicht mehr gereicht.“ Und da war die gesamte Saison: Ein fantastischer Start mit fünf Siegen, ein phänomenaler zweiter Platz nach der Hinrunde – und eine schleppende Rückserie. Krizanovic: „Bislang hatten wir in der zweiten Saisonhälfte immer Fahrt aufnehmen können. Dass uns dies nicht gelungen ist, hat Gründe, die wir analysieren werden. Sicher ist, dass uns die Rückserie den Heimvorteil gekostet hat, und dann wird es nun mal schwer, erst recht gegen Nürnberg.“

Die Franken waren sichtlich erleichtert, nachdem der Favorit nach dem dritten Spiel schon mit dem Rücken zur Wand gestanden hatte, den Kopf so gerade eben aus der Schlinge hatte ziehen können. Coach Ralph Junge hatte tief durchgeschnauft als klar war, dass der K.O. verhindert war. Vor der Serie hatte er gewarnt: „Ich hatte gehofft, nicht gegen den ETB spielen zu müssen. Dieses Viertelfinale hat gezeigt, warum.“