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Esterkamp: „Ich bin ein kommunikativer Mensch“

25.03.2011 | 18:22 Uhr
Esterkamp: „Ich bin ein kommunikativer Mensch“
Steven Esterkamp will mit den ETB Baskets den Klassenerhalt schaffen. Foto: Gohl

Es mag ein abgedroschenes Bild sein, trotzdem mutet es immer wieder kurios an, wenn eine kleine Schar von „Riesen“ vor einem her läuft, die an jeder Tür den Kopf einziehen muss. Und in Schulsporthallen gibt es eine Menge Türen.

Die ETB Wohnbau Baskets haben Training, bereiten sich auf den USC Freiburg vor, die am heutigen Samstagabend um 19.30 Uhr zu Gast am Hallo sind. Ein vorentscheidendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt – Abstiegskampf pur. Steven Esterkamp duckt sich ein letztes Mal, rein ins Lehrerbüro. Eigentlich sollte man sich ja daran gewöhnt haben, „aber manchmal denkt man eben doch nicht dran und haut sich dann ganz schön den Schädel ein“. Spuren von solchen Zusammenstößen sind nicht zu sehen, Esterkamp schaut trotzdem einmal kurz in den Spiegel – wenn man schon mal bei dem Thema ist.

Steven Esterkamp – 30 Jahre, aus Ohio – ist seit knapp acht Jahren in Deutschland. Braunschweig war seine erste Station 2003, 2004 ging es nach Paderborn, fünf Jahre blieb er dort. „Eine großartige Zeit“, berichtet Esterkamp. Nicht nur sportlich, gefeiert wird der Aufstieg in die BBL. „Vorher kannte ich Deutschland nicht. Hatte keine Ahnung. Seit dieser Zeit ist Deutschland mein Zuhause.“

Heute ist er der große Hoffnungsträger des ETB. Gekommen Anfang des Jahres als „Ersatz“ für Morgan Lewis, bastelt der ehemalige Erstliga-Profi zusammen mit den Schwarz-Weißen am Klassenerhalt. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. So war es gedacht – so sieht es derzeit aus. Die Baskets wussten in den vergangenen Wochen zu überzeugen, weil auch der US-Boy Tritt gefasst hat. Denn „ehemalig“ will er nicht bleiben, „mein Traum ist es wieder BBL zu spielen“, formuliert er seinen legitimen Wunsch. „Ich hoffe, die Vereine sehen, dass ich wieder da bin. Dass ich gesund und fit bin. Und nichts verlernt habe.“

Nach eineinhalb Jahren Verletzung. Das Knie streikte, „eine schreckliche Zeit“, sagt der 30-Jährige aus der Retrospektive. Aber sie ist noch gar nicht weit weg. Die Entscheidung nach Essen zu gehen ist ein erster vorsichtiger Schritt auf die Basketballbühne. Wieder eine Nachbetrachtung: „Man weiß ja nie, was einen erwartet. Wie ist die Liga, wie komme ich mit dem Team klar? Mit dem Trainer? Heute kann ich sagen, dass ich total happy bin. Eine großartige Entscheidung.“

Gegen Freiburg soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden, den die Essener in den letzten Wochen einschlagen konnten. Auch wenn zunächst die Ergebnisse noch nicht stimmten, so stimmten die Leistungen optimistisch. Der ETB verlor Spiele in so etb-typischer Weise, „weil wir die Ruhe verloren haben, als es eng wurde“, so Steven Esterkamp. „Das machen wir jetzt besser. Wir bleiben klar und fokussiert auf unsere Aktionen und rennen nicht wild durcheinander.“

Wie groß der Anteil von Steven Esterkamp ist, will Steven Esterkamp nicht diskutieren. „Ich bin ein kommunikativer Mensch, ich rede viel mit den Spielern. Wir reden viel miteinander.“ Das soll auch beim Spiel gegen Freiburg passieren. „Wir hauen alles raus.“

Sagt’s – und geht raus. Raus aus dem Lehrerbüro, rein in die Sporthalle. Zweimal den Kopf eingezogen, nichts passiert. Zum Glück.

Achim Faust

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