Es muss Bewegung reinkommen

Will Klarheit: Kapitän  Jan Barta (rechts).
Will Klarheit: Kapitän Jan Barta (rechts).
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Was wir bereits wissen
Nach der Rettung der Moskitos wissen vor allem TrainerFrank Gentges und sein Team nicht, wie es am Westbahnhof weitergeht.

Das Loch ist gestopft, nun gilt es für Eishockey-Oberligist ESC Moskitos eine Zukunft zu basteln. Viel Zeit bleibt nicht. Frank Gentges, Trainer der Moskitos und noch mit einem zwei Jahre gültigen Arbeitspapier in Essen ausgestattet, betonte gegenüber dieser Zeitung – bei aller Freude über die Rettung – diesen schwierigen Umstand. „Ich bin sehr froh über die jüngsten Nachrichten.“ Aber: „Es muss ja jetzt weiter gehen, und da konnte man mir bislang nicht sagen, wie.“

Tatsächlich müssen bei den Moskitos zunächst strukturelle Dinge geklärt werden. So wird der Vorstand in seiner bisherigen Besetzung nicht weitermachen, ein Aufsichtsrat soll implementiert werden (wir berichteten). Das alles muss auf einer Mitgliederversammlung entschieden werden, zu der erst noch eingeladen werden muss. „Ich höre immer, wer eventuell helfen oder beraten will. Dafür muss man sehr dankbar sein. Aber wir brauchen Geld.“

Gentges geht in die Offensive. Schon in der gerade vergangenen Saison musste der Coach mit einem kleinen Etat auskommen – zumindest im Vergleich zu den Topteams. Die Konkurrenzsituation wird sich allerdings verschärfen: Der Deutsche Eishockey-Bund plant eine Ligen-Strukturreform mit dem Ziel, 2016/17 in nur noch zwei Oberligen – Nord und Süd – zu spielen. Die kommende Spielzeit soll als Übergangsphase dienen: Der Westen, Osten und Norden spielen in zwei Staffeln die Qualifikation für eine neue Oberliga Nord aus. Entschieden ist nichts, einem sportlich interessanteren Modell stehen wirtschaftliche Bedenken gegenüber.

Dem Erhalt der Drittklassigkeit müsste dann wohl die Steigerung der sportlichen Qualität in einem ESC-Team vorausgehen. Trainer Frank Gentges hat gestern die letzten Gespräche mit der Mannschaft geführt, die unter den extremen Bedingungen eine perfekte Saison gespielt habe. „Da kann man nur den Hut ziehen.“ Er habe signalisiert, wen er gerne am Westbahnhof halten würde. „Wir müssen abwarten, was sich im Verein tut.“

Genau damit dürfte sich die Mannschaft aber zunehmend schwer tun. Kapitän Jan Barta machte seinem Unmut Luft. Dass es die Moskitos noch gibt, sei vor allem auch ein Verdienst des Teams. „Wir haben alles gegeben, hätten einfach aufhören können ohne Geld.“ Schlimm sei, keinen Ansprechpartner zu haben. „Die alte Saison ist nicht abgewickelt, keiner weiß, ob es eine Perspektive für eine neue gibt. Wir hängen einfach in der Luft. Und ich weiß, dass einige Jungs schon Angebote anderer Klubs haben.“ Dass diese „Jungs“, zu denen auch Jan Barta gehören dürfte, offensichtlich noch nicht unterschrieben haben, spricht für den ESC. Nur muss Bewegung reinkommen.