„Es ist noch gar nichts entschieden“

Szene aus dem Hinspiel-Derby:  Fatih Özbayrak (RWE) gegen Ismail Anil Kisin (ETB).
Szene aus dem Hinspiel-Derby: Fatih Özbayrak (RWE) gegen Ismail Anil Kisin (ETB).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
RWE-Trainer Jürgen Lucas traut seiner Mannschaft den direkten Wiederaufstieg in die A-Junioren Bundesliga zu, weiß aber, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist.

Mit zwei Vereinen ist die Stadt Essen in dieser Spielzeit in der A-Junioren-Niederrheinliga vertreten. Bevor das Duo am 8. Februar in die Rückrunde startet, lässt sich konstatieren, dass sowohl die U19 der Schwarz-Weißen als auch insbesondere die des Lokalrivalen Rot-Weiss bislang eine richtig tolle Runde spielen und mit dem Erreichten absolut zufrieden sein dürfen.

Rot-Weiss Essen

Der Bundesliga-Absteiger galt von vornherein als der Topfavorit auf den Aufstieg, nahm diese Rolle auch an und wurde ihr bislang in beeindruckender Manier gerecht. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Lucas sammelte 37 von 39 möglichen Zählern ein, blieb als einziges Team ungeschlagen und stellt sowohl die beste Offensive (46 Tore) als auch die beste Defensive der Liga (nur vier Gegentreffer).

Der Lohn: Mit vier Punkten Vorsprung auf RWO und neun auf den ETB thront die Mannschaft souverän an der Tabellenspitze. „Bislang hat wirklich alles sehr gut funktioniert“, resümiert Lucas, betont aber auch, dass in puncto Aufstieg „noch gar nichts entschieden“ sei. Da der überwiegende Teil der Spieler schon länger bei RWE ist, sich untereinander und auch den Coach schon kannte, brauchten die Essener keinerlei Findungsphase und zeigten vom ersten Spiel an, welch enorme fußballerische Qualität in ihnen steckt. Gerade das Umschaltspiel nach Ballgewinnen und -verlusten war hervorragend: „Unser Gegenpressing und unsere Tempogegenstöße waren wirklich klasse“, lobt Lucas und stellt zudem noch heraus, dass „alle Mannschaftsteile prima miteinander harmonieren“. Aufgrund der hohen Leistungsdichte im Kader konnten selbst die langwierigen Ausfälle von Justice Agyeman, Kempes Tekiela und Sahin Ayas aufgefangen werden, die nun neben Rückkehrer Zivko Radojcic (Wuppertaler SV) als gefühlte Neuzugänge zurückkehren.

Ein weiterer Beleg für die tolle Entwicklung der U19-Akteure ist auch die Tatsache, dass mit Alpay Cin, Emre Demircan, Haymenn Boh-Traore und Trainersohn Nico Lucas in der Wintervorbereitung ein Quartett im Regionalliga-Kader mitmischen durfte. „Der Austausch mit der Ersten läuft hervorragend“, sagt Lucas und betont, dass diese vier Akteure nicht die einzigen bleiben werden, die im Saisonverlauf Seniorenluft schnuppern dürfen.

Trotz allem sieht Jürgen Lucas sogar noch Verbesserungspotenzial in der Mannschaft: „Manchmal könnten wir noch zielstrebiger und kreativer agieren. Zudem haben wir bei eigenen Standards noch Luft nach oben.“ Das unterstreicht, was ohnehin schon klar war: „Unser Ziel ist und bleibt der sofortige Wiederaufstieg.“

Zur Winterpause befindet sich die RWE U19 jedenfalls auf dem besten Wege dahin.