Erster großer Prüfstein für Adams

Essener Beteiligung im Frauenachter: Ronja Schütte.
Essener Beteiligung im Frauenachter: Ronja Schütte.
Foto: Detlev Seyb
Was wir bereits wissen
Etuf-Ruderin ist heiß auf ihren Wettkampf im Doppelzweier. Werdenerin Ronja Schütte sitzt im Frauen-Achter

An diesem Freitag werden die diesjährigen Europameisterschaften im Rudern im polnischen Poznan mit den Vorläufen eröffnet. Aus der Essener Ruderszene haben es mit der Etuf-Ruderin Mareike Adams und Ronja Schütte vom Essen Werdener Ruderclub gleich zwei Athletinnen in die Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbandes geschafft.

Mareike Adams wird gemeinsam mit Julia Lier (Halle) im Doppelzweier an den Start gehen. 17 Nationen haben in dieser Konkurrenz gemeldet, sodass der Weg über Vor-, Hoffnungs- und Halbfinalläufe ins Finale am Sonntag führt. Die 25-jährige Lehramtstudentin gewann bei der EM im Vorjahr ebenfalls im Doppelzweier Silber. Die gleiche Farbe hatte auch die Medaille beim World-Cup-Auftakt vor drei Wochen im slowenischen Bled. Die Zeit zwischen Bled und Poznan nutzten Adams und Lier zur intensiven Vorbereitung in Berlin unter der Regie von Bundestrainer Sven Ück.

Beide haben hart trainiert und sind heiß auf diesen Wettkampf. Angesichts der Trainingergebnisse ist das Duo zuversichtlich, mit den stärksten Nationen mithalten zu können. Neben den Polinnen, die im letzten Jahr Vizeweltmeisterinnen hinter den Neuseeland wurden und auch das erste Weltcup-Rennen gewannen, sind vor allem die Boote aus Litauen (Weltmeister 2013), Großbritannien (mit Olympiasiegerin an Bord) und der Ukraine (Ergometer-Weltmeisterin an Bord) nicht zu unterschätzen.

Diese Saison ist für die sympathische Mareike Adams ein besondere. Geht es doch im vorolympischen Jahr bei den Weltmeisterschaften im französischen Aiguebelette Ende August auch um die frühzeitige Olympia-Qualifikation für Rio im kommenden Jahr. Die ersten elf Boote dürfen schon mal für die Reise nach Brasilien planen. Der kontinentale Entscheid an diesem Wochenende in Posen ist der erste richtig große Prüfstein.

Die Werdenerin Ronja Schütte sitzt im deutschen Frauen-Achter. Sieben Nationen haben dort gemeldet, sodass das Halbfinale entfällt. Nach der herben, unerwarteten Niederlage bei der „Internationalen Hügelregatta“ auf dem heimischen Baldeneysee gegen die Niederländerinnen wollen sich die Deutschen in Poznan revanchieren. Doch das internationale Terrain in dieser Bootsklasse ist heiß umkämpft. Nur fünf Nationen können sich bei der diesjährigen WM frühzeitig für die olympischen Spiele qualifizieren. Da die Nationen aus Übersee, USA und Kanada, sowie China im vergangenen Jahr bei der WM in Amsterdam dominierten, muss man also auf europäischer Ebene schon vorn mitfahren, wenn man das große Ziel erreichen will. Leichter gesagt als getan, denn Rumänien, Russland und Großbritannien, die bei der WM die Plätze vier bis sechs belegten, sowie die Niederlande (WM-Achte) haben starke Boote.