Erst gegen Vechta – dann geht der Blick in den anderen Hallen

Wurde von der Nachricht überrascht:  Marco Buljevic (ETB)
Wurde von der Nachricht überrascht: Marco Buljevic (ETB)
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach der Rettung von Chemnitz am Grünen Tisch sind die ETB-Chancen auf Rang sieben nicht gestiegen.

Diese Nachricht könnte auch Auswirkungen auf die ETB Wohnbau Baskets haben: Die Zweite Basketball-Bundesliga gab am Mittwoch bekannt, dass die Partie zwischen den finke Baskets Paderborn und Chemnitz mit 20:0 zu Gunsten der Sachsen gewertet wird. Paderborn hatte das Spiel ursprünglich gewonnen (69:62), weil die Partie aber aufgrund eines Ausfalls der Anzeigetafel erst verspätet beginnen konnte, legte Chemnitz Protest ein und bekam nun recht. Die Verspätung habe Paderborn zu vertreten gehabt, auch eine 15-minütige Wartezeit habe nicht eingehalten werden können. Paderborn kann noch Einspruch einlegen.

Warum dies für den ETB interessant ist? Paderborn und Ehingen stehen damit als Absteiger fest, die 99ers aus Chemnitz sind damit gerettet. Eigentlich hatten die stark abstiegsgefährdeten Sachsen am letzten Spieltag gegen Hamburg noch gewinnen müssen, nun ist der Druck raus. Die Hanseaten (und/oder Heidelberg in Kirchheim) müssen jedoch ihre Spiele an diesem Samstag verlieren, damit die Wohnbau Baskets im Falle eines Heimsieges gegen Vechta (Samstag, 19.30 Uhr) doch noch Platz acht verlassen und so Würzburg im Playoff-Viertelfinale aus dem Weg gehen können.

„Es ist schade, dass der Abstiegskampf so entschieden wird“, so eine erste – diplomatische – Reaktion von Shooting Guard Marco Buljevic. Aber natürlich kann auch er den direkten Zusammenhang mit den eigenen Playoff-Ambitionen nicht leugnen. Chemnitz muss nichts mehr tun, Hamburg könnte leichte(re)s Spiel haben.

Es bleibt aber festzuhalten: Den Sturz auf Platz acht haben sich die Essener selbst zuzuschreiben. Eine Serie von neun Auswärtsniederlagen bleibt nicht ohne Folgen. Und schlussendlich ist es auch egal, wie der Gegner im Playoff-Viertelfinale heißt, wenn man auf des Gegners Platz nur verliert. Auch in Leverkusen. „Die Giants haben Feuer gefangen, sehr gut gespielt“, schickt Marco Buljevic voraus. Und weiter: „Wir sind eigentlich in jedem Spiel in der Schlussphase da, treffen dann aber die falschen Entscheidungen.“

Vielleicht sei es das Selbstvertrauen, das am heimischen Hallo sicher ein anderes sei. Vielleicht habe man in dieser Saison etwas mehr Verletzungspech gehabt als andere Teams. Man merkt dem 28-Jährigen aber an, dass dies auch für ihn kaum taugliche Erklärungen sein können. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft. In jedem Fall aber das erfahrenste ETB-Team, das wissen sollte, wie man auswärts Spiele gewinnt. Da hätte ich uns mehr Kaltschnäuzigkeit zugetraut.“ Buljevic übt Selbstkritik. „Die Enttäuschung nach dem Leverkusen-Spiel war groß, weil wir nicht mehr aus unserer guten Ausgangsposition gemacht haben.“

Aber noch ist natürlich nicht aller Tage Abend. „Keiner ist niedergeschlagen. Es geht weiter. Wir freuen uns auf die nächsten Aufgaben, egal wie der Gegner heißt. Jetzt geht es erstmal gegen Vechta, dann schauen wir in die anderen Hallen. Und dann nehmen wir jede Herausforderung gerne an.“