Erst die WM, aber Rio ist das große Ziel für Alex Walkenhorst

Gut gemacht, Junge: Alexander Walkenhorst (r.) mit Stefan Windscheif.
Gut gemacht, Junge: Alexander Walkenhorst (r.) mit Stefan Windscheif.
Foto: FIVB
Was wir bereits wissen
Der Borbecker Alexander Walkenhorst und Ex-Humann-Spieler Stefan Windscheif spielen ab diesem Samstag bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in den Niederlanden. Das Team startet seit kurzem für den ETB Schwarz-Weiß.

Sie touren rund um den Globus, jede Woche an einem anderen Ort: Moskau, Porec, Stavanger, St.Petersburg/Florida. Die Weltelite des Beachvolleyballs kennt die „Sandkästen“ dieser Welt, in denen sie um Prämien, Prestige und Weltranglisten-Punkte kämpft. An diesem Wochenende schlagen sie gleich nebenan in den Niederlanden auf, wo der Weltmeister gekürt wird. Und Essen ist dabei: Katrin Holtwick und Ilka Semmler vom Seaside Beach, Laura Ludwig mit der Borbeckerin Kira Walkenhorst, die wiederum in Holland ihren Bruder Alexander treffen wird, der gemeinsam mit Stefan Windscheif ans Netz geht. Ein Team, das seit kurzem für den ETB Schwarz-Weiß startet.

Zum Auftakt gegen Mexiko

Alex Walkenhorst (26) ist mal wieder daheim. Bis nach Rotterdam ist es dann nicht mehr ganz so weit. Dort werden er und Stefan Windscheif (26) an diesem Samstag (14 Uhr) das WM-Gruppenspiel gegen die Mexikaner Virgen/Onitiveros bestreiten. Erst am Montag sind sie aus Florida zurückgekehrt. Von 40 Grad Celsius mitten rein in den deutschen Sommer: 12 Grad und Regen. Mittlerweile sorgt die Sonne aber für das passende Ambiente. Und im Löwental auf der Anlage des TB Werden finden die beiden Spieler optimale Verhältnisse vor. „Der Sand ist nicht zu hart, nicht zu tief. Eben so, wie er auch bei der WM sein wird“, erklärt Alex Walkenhorst - und lässt den Laien staunen.

Der Globetrotter aus Borbeck, der nach dem Abi erst einmal ganz solide eine Banklehre machte, liebt das schillernde Turnierleben, „aber ich habe festgestellt, dass ich mich hier in Essen immer noch am wohlsten fühle.“ Walkenhorst wohnt - wenn er den mal daheim ist - in einer WG. Die Reha-Einheiten absolviert er dann bei Physiotherapeut Sven Kampmann, der einen engen Draht zu den ETB Baskets hat. Die Idee von der Mitgliedschaft bei den Schwarz-Weißen war da schnell umgesetzt. Alex’ Partner Stefan Windscheif studiert zwar in Köln Jura, aber auch er kennt diese Stadt. Fünf Jahre lang trat er unterm Dach für den Zweitligisten VV Humann in der 2.Liga an (2006-2011).

Als Jungspund tingelte Walkenhorst über die Dörfer, salopp gesagt, mit einem Six-Pack und einem Grill am langen Arm. Das Leben leben, ist die eine Seite, Talent verschleudern, die andere. Im Profil steht bei ihm unter Punkt Lieblingsbeschäftigung noch heute: „Wenn ich nicht im Sande stehe: Im Sand liegen.... Das Aha-Erlebnis hatte Walkenhorst 2007, als er mit Denis Berken (Münster) bei der Smart-Tour nur mal so die Quali auf dem Kennedyplatz spielte - und das Turnier gewann. „Danach haben wir gerechnet, wie wir noch zur DM kommen können.“ Sie schafften es und wurden dort auf Anhieb Vierter.

„W&W“ haben noch Großes vor. 2009 wurden Walkenhorst/Windscheif U23 Europameister, danach trennten sich die Wege und trafen erst Ende 2013 wieder aufeinander. Sie justierten ihren Fokus, legten sich eine professionelle Einstellung zu und ein ebensolches Umfeld mit Chefcoach Andreas Künkler, der schon Katrin Holtwick und Ilka Semmler in die Weltspitze führte.

Die erste Saison war gleich so erfolgreich, dass das Duo hinter den routinierten Berlinern Jonathan Erdmann und Kay Matysik als Nationalteam Nummer zwei geführt wird. Und zwei werden auch zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio reisen. „Rio ist unser großes Ziel. Wir müssen nur so konstant weiterspielen wie bisher, dann sollte es auch klappen“, sagt Sportsoldat Walkenhorst selbstbewusst. „Wenn wir es nicht schaffen, ist es eine Verletzung oder eigene Dummheit.“

Natürlich muss man eifrig Punkte sammeln für das Ranking, Die zwölf erfolgreichsten Turnier der Saison werden gezählt. „Oder aber wir werden Weltmeister“, sagt der Essener und schmunzelt. Dann hätte man das Olympia-Ticket sofort sicher.

Wie die Chancen stehen? Das weiß man nie so genau beim Beachvolleyball.Die Gegner bestimmt ja auch das Los.In ihrer Gruppe treffen Walkenhorst/Windscheif auf die Mexikaner, auf völlig unbekannte Tunesier und auf ein starke Brasilianer. Danach geht es in die K.o.-Runde. „Ein einstelliger Platz sollte es schon sein“, hofft Blockspieler Alex Walkenhorst. Man habe schließlich schon sieben der letzten zehn Grand Slam-Sieger geschlagen. „Allerdings nie drei in Folge“, schränkt der Essener ein. Das allerdings wäre wohl erforderlich, um letztlich auf den Thron zu klettern.