Ersatztorleute haben es schwer

Vertrauen für drei Sekunden

Marco Oehlert hat im Fußball schon eine Menge erlebt. Schließlich ist er Groundhopper. Aber dass ein Spieler eingewechselt wird, drei Sekunden auf dem Feld steht, ein Gegentor kassiert und prompt wieder ausgewechselt wird – das hat Oehlert selbst in den Stadien Iraks noch nicht gesehen, widerfuhr ihm aber in der Zwischenrunde. Nachdem SVS-Schlussmann Jan Unger gegen BV Altenessen den Ball außerhalb des Torraums mit der Hand gespielt hatte, musste Ersatztorwart Oehlert zwischen die Pfosten – und durfte nach dem fälligen Freistoß als erste Handlung den Ball aus dem Netz holen. Da Unger aber aus irgendeinem Grund keine Rote Karte, sondern nur eine mit dem Gegentor schon wieder abgelaufene Zwei-Minuten-Strafe kassiert hatte, musste Oehlert den Platz im Tor wieder räumen. Spielzeit: drei Sekunden. Der etatmäßige Torwart der dritten Schonnebecker Mannschaft nahm es mit Humor: „Jetzt weiß ich, wie sich die Handball-Torhüter fühlen, die nur für die Siebenmeter eingewechselt werden.“

Böses Omen wird zu Wahrheit

Dass die Zwischenrunde kein erfolgreicher Tag für RuWa und Schlussmann Oliver Juhl werden würde, dieser Gedanke kam dem Torwart wohl schon nach einer Sekunde Spielzeit im ersten Gruppenspiel. Vogelheims Björn Barke hatte mit dem Anstoß aufs RuWa Tor geschossen. Weder hart noch platziert. Doch der Ball fand trotzdem den Weg zur Blitzführung ins Netz. Ein böses Omen für das, was noch kommen sollte. Denn im Schnitt klingelte es alle zwei Minuten im RuWa-Kasten. 23 Gegentore in drei Spielen bedeuten Negativrekord im bisherigen Turnierverlauf. Abteilungsleiter Marco Schneider nahm es trotzdem positiv: „Es war ein Erfolg für uns, überhaupt am Hallo dabei zu sein. Aber wir hatten das Pech, in der Todesgruppe mit Frohnhausen, Rellinghausen und Vogelheim gelandet zu sein. Da sind wir natürlich rausgebombt worden.“ Für den bemitleidenswerten Juhl hatte Schneider auch noch ein paar warme Worte übrig: „Es war klasse, dass er sich zur Verfügung gestellt hat.“ Juhl ist eigentlich der Torwart von RuWa II.

Said nimmt das Aus leicht

Nicht so schwer nahm auch Frohnhausens Trainer Issam Said das Ausscheiden seiner Mannschaft. Der Spitzenreiter der Bezirksliga belegte hinter den Landesligisten ESC Rellinghausen und dem Vogelheimer SV nur Rang drei. Alles halb so wild. Denn der VfB hätte am Finalwochenende eh nicht antreten können. Das Team ist von Mittwoch bis Sonntag in einem fünftägigen Trainingslager auf Mallorca, das Trainer Issam Said bei einem Gewinnspiel gewonnen hat. „Im Nachhinein ist es besser, dass zwei Teams weitergekommen sind, die auch mit der besten Mannschaft antreten können“, sagte Said. Dass der VfB-Coach eigentlich ein Fan des Hallenfußballs ist, zeigt aber der Umstand, dass er beim Finale trotzdem anwesend sein wird. „Wir landen am Sonntag um 15 Uhr in Düsseldorf. Von dort fahr ich sofort in die Halle zum Finale.“