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Eins vor Zwölf: ETB droht Aus

26.01.2016 | 17:18 Uhr
Eins vor Zwölf: ETB droht Aus
Neuer Geschäftsführer bei den ETB Wohnbau. Auf dem Foto: Der neue Geschäftsführer Patrick Seidel. Michael Gohl / FUNKE Foto ServicesFoto: Michael Gohl

Dem Zweitligisten fehlt weiter Geld, der Klub hofftauf mehr Zeit. Darüber entscheidet in diesen Tagen die Zweite Liga .

Nun sind selbst Insolvenz und Zwangsabstieg wohl ein realistisches (Schreckens-) Szenario: Am Montag musste der in wirtschaftliche Schieflage geratene Basketball-Zweitligist (Pro A) ETB der Liga einen aktualisierten und vor allem stichhaltigen Finanzplan vorlegen, der die für eine Fortsetzung des Spielbetriebs nötige wirtschaftliche Solvenz untermauern sollte. Doch der Verein musste die Frist verstreichen lassen – die Wohnbau Baskets konnten die Etatlücke innerhalb der eingeräumten zehn Tage nicht schließen.

Mit dem Abzug von vier Punkten waren die Essener schon wegen „eines vorsätzlichen bzw. zumindest grob fahrlässigen Verstoßes gegen die Bestimmungen des Lizenzstatuts“ (im Rahmen der regulären Lizenzierung für die Saison 2015/16, die Redaktion) bestraft worden – nun droht der Zwangsabstieg. „Man muss es so klar sagen: Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand“, so Geschäftsführer Patrick Seidel gegenüber dieser Zeitung. Selbstverständlich stünde man in ständigem Kontakt mit der Liga.

Das Ziel: Mehr Zeit. Rund zwei Wochen, so hofft Patrick Seidel, möge die Zweite Bundesliga dem ETB noch einräumen, um das Geld doch noch zu beschaffen. Gelingt es auch dann nicht, „müsste ich ohnehin Mitte Februar Insolvenz anmelden, das ist dann leider meine brutale Pflicht“.

Noch ist darüber nicht entschieden, die Pro A dürfte sich den Schritt ganz genau überlegen. Man dürfte keine „Lex ETB“ schaffen wollen, in dem man den Schwarz-Weißen eventuell mehr Zeit einräumt als anderen Klubs. Wohnbau Baskets-Geschäftsführer Patrick Seidel sieht dennoch Chancen: „Wir haben keinerlei Rückstände, haben bislang alle Rechnungen bezahlt. Und wir werden auch den Monatswechsel Januar/Februar aus eigener Kraft bestreiten können.“ Bedeutet: Bislang sind die Essener allen Verpflichtungen nachgekommen, was sie vielleicht von anderen Standorten mit Schwierigkeiten in der Vergangenheit unterscheidet. Womöglich ein Pfund, mit dem die Essener in den Gesprächen wuchern könnten, zumal die Liga wohl nur ungern in den sportlichen Wettbewerb eingreift. Eine Entscheidung dürfte noch in dieser Woche fallen.

Konzept für nächste Saison steht

Am „Hallo“ hofft man also auf eine letzte Galgenfrist, die es dem Klub ermöglichen soll, doch noch Geldgeber zu finden. Das Konzept für die Saison 2016/17 steht bereits und ist mit mündlichen und schriftlichen Zusagen von Sponsoren untermauert, berichtet Patrick Seidel. Nur ist dies der zweite Schritt vor dem ersten – aktuell fehlt noch ein beträchtlicher Betrag: Frank Skrube vom Namenssponsor Wohnbau eG hatte im Zusammenhang mit seinem Rücktritt als ETB-Aufsichtsrat gegenüber dieser Zeitung betont, für die Wohnbau eG sei es eine Option, „Teil“ (!) einer Lösung für die aktuellen Probleme zu sein. Nur hat sich offensichtlich bislang kein weiterer Geldgeber oder Investor gefunden.

Es sei „Eins vor Zwölf“, mit diesen Worten gingen die Baskets am Dienstag an die Öffentlichkeit. Patrick Seidel: „Wir müssen schnell agieren, aber es ist noch nicht zu spät.“ Noch gibt es Hofffnung.

Achim Faust

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2016-01-26 17:18
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