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Mitgliederversammlung

Ein guter rot-weißer Jahrgang

24.06.2012 | 20:44 Uhr
Ein guter rot-weißer Jahrgang
Der RWE-Vorsitzende Michael Welling. Michael Gohl / WAZ FotoPool

Fast fünf Stunden Harmonie, auch das kann zum Ende etwas zäh werden. Als der RWE-Vorsitzende Michael Welling bei der Mitgliederversammlung im Cinemaxx zum Schlusswort ansetzte, hatte sich schon etwa die Hälfte der erschienenen 475 Mitglieder peu à peu wieder verabschiedet.

Richtige Reibungspunkte gab es ja auch kaum in diesem Jahr. Früher wurde über einen Stadion-Neubau diskutiert, über die sportlich unbefriedigende Situation, zuletzt über die Insolvenz und deren Abwicklung. Doch mit dem Jahrgang 2011/12 können die Rot-Weißen durchweg zufrieden sein: Das neue Stadion wird am 12. August eingeweiht, sportlich läuft es ordentlich, in der Nachwuchsabteilung sogar nahezu optimal. Und finanziell ist eine neue Zeitrechnung angebrochen. Der vormals hoch verschuldete Klub schreibt schwarze Zahlen. Ein Überschuss von rund 382 000 Euro steht am Ende er abgelaufenen Saison zu Buche.

Allerdings sind die Themen, mit denen sich RWE auseinandersetzen muss, komplex. Natürlich ist der Stadion-Bau eine „dominierende Übergröße“ auf der Agenda, wie es Welling bezeichnet. „Abschied von Ruinen“ war gestern, das Motto der neuen Spielzeit lautet „Alte Heimat - neue Bude“. Vieles werde anders, sagte der Vereinschef, aber „die Heimat“ bleibt. Und ihm sei auch nicht bange, dass der Mythos „Rot-Weiss Essen“ in die neue Spielstätte mitgenommen werde. Schließlich werde dieser Mythos durch die Fans erweckt und am Leben gehalten.

Natürlich erhalten die Rot-Weißen durch die neue Arena zusätzliche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Das neue Stadion wird aber anfangs auch Kosten verursachen. So muss der Verein erst einmal in die Infrastruktur investieren. Der Pachtvertrag mit der Stadt ist vereinbart und mache etwa 10 Prozent des Umsatzes (u.a. Werbeeinnahmen, Ticketing) aus. Ein variable Größe, die auch vom sportlichen Erfolg abhängen wird. Geht es RWE wirtschaftlich gut, werden sie mehr zahlen müssen und umgekehrt. Die Vermarktung der Namensrechte (Sponsor RWE wird wohl Pate) liegen beim Bauherrn GVE, Rot-Weiss besitzt das Vermarktungsrecht im Stadion. Grundsätzlich wird der Verein nicht mehr Werbeeinahmen haben, ist aber bei den Sponsoren breiter und damit sicherer aufgestellt. Zuvor zahlten fünf Top-Sponsoren 70 Prozent der Summe. Das hat sich auf 48 Prozent reduziert, den Rest tragen kleine und mittlere Gönner, deren Zahl sich enorm vergrößert hat.

Bei der Stadion-Eröffnung wird RWE das erste Spiel bestreiten. Nicht das Regionalliga-Team, sondern die U19 oder U17. „Ich hoffe, dass 10000 Leute kommen und zeigen, dass es ein Stadion für RWE ist“, sagte Welling. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Hülsmann sprach sich gegen einen Boykott aus. „Ich hoffe, dass möglichst viele im RWE-Trikot kommen. Damit können wir demonstrieren, wer Herr im Haus ist.“

Rolf Hantel



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