Ein großes Spektakel
27.02.2011 | 16:18 Uhr 2011-02-27T16:18:00+0100
Müde waren sie, das konnte man ihnen ansehen. Doch getragen von einem begeisterten Publikum gingen noch einmal die Arme nach oben. Zum Gruß, zum Danke sagen. Dieses Spiel war ein Erlebnis, auch wenn das „Happy End“ ausgeblieben war.
ETB -
Bayern
81:87 (42:46)
Müde waren sie, das konnte man ihnen ansehen. Doch getragen von einem begeisterten Publikum gingen noch einmal die Arme nach oben. Zum Gruß, zum Danke sagen. Dieses Spiel war ein Erlebnis, auch wenn das „Happy End“ ausgeblieben war. Nein, gewonnen haben sie nicht. Aber Basketball-Zweitligist (Pro A) ETB brachte den haushohen Favoriten aus München mit einer ganz starken Leistung an den Rand einer Niederlage. Nur an den Rand – die Bayern fielen nicht: 81:87 hieß es am Ende eines spannenden Spiels, das so gar nichts mit der Tabellenkonstellation gemein hatte.
Das Schlusslicht unterlag dem Spitzenreiter, und war doch ebenbürtig. Kapitän Sebastian Schröter huschte auf der Ehrenrunde ein fast seliges Lächeln über das Gesicht. Zurecht. Irgendwie hatten die Schwarz-Weißen auch gewonnen, auch wenn das für ein abstiegsbedrohtes Team, das sich gerade eine weitere Niederlage gefangen hatte, eine sehr großzügige Betrachtungsweise ist. Aber der ETB betrieb vor einer Rekordkulisse beste Werbung in eigener Sache – es hätte ja auch schließlich böse ausgehen können, gegen den Ligaprimus.
Stattdessen biss sich die Mannschaft ohne Furcht ins Spiel und zeigte eine auch spielerisch bärenstarke Leistung, angeführt von Chris „Air“-lexander. Der ETB ließ nicht locker – und nicht abreißen. Mit sechs Punkten Rückstand ging es ins letzte Viertel, dann waren es kurz vor Schluss plötzlich nur noch zwei. Nur den entscheidenden Schlag, den konnten die Wohnbau Baskets nicht setzen.
Gäste-Trainer Dirk Bauermann lobte den ETB nach dem Spiel überschwänglich, was – trotz gegenteiliger Beteuerungen – vor allem auch als Freundlichkeit ausgelegt werden darf. Doch verbunden mit dem Eindruck der vorangegangenen 40 Minuten war die Analyse des Bayern-Coaches nicht mehr nur höflich. „Wir haben nach dem Rekordspiel gegen Würzburg eine mentale Energieleistung hier vollbracht“, so Bauermann. „Dass es so knapp geworden ist, lag indes nicht an meinem Team, dem ich keinen Vorwurf machen kann. Der ETB hat hervorragend gespielt, es ist unglaublich, was die Jungs hier anbieten, was Igor Krizanovic mit den Möglichkeiten, die er hier hat, rausholt.“
Der nahm den Ritterschlag gerne an. „Ich glaube, wir konnten heute ein bisschen Werbung betreiben“, so der ETB-Coach. „Ich hoffe, viele Leute kommen auch in den nächsten Wochen wieder zum Hallo, wenn die wichtigen Spiele im Kampf um den Klassenerhalt anstehen.“
Die Begeisterung rundherum steckte ihn aber nicht so wirklich an. „Wir haben speziell nach den Auszeiten am Ende nicht die Intensität gehabt, wie gewünscht. Vor 14 Tagen gegen Crailsheim haben wir ähnlich gut gespielt und verloren. Heute sehen wir nur besser aus, weil es gegen Bayern war.“
Zurück von der Ehrenrunde – und in der Realität – analysierte Sebastian Schröter: „Wir wollten Bayern die Optionen nehmen, am Ende haben wir doch einfache Punkte zugelassen.“
Trotzdem: Es war ein gelungener Abend, das wusste – Niederlage hin oder her – auch der ETB: „Wir brauchen nicht unzufrieden zu sein“, so Shooting Guard Marco Buljevic vorsichtig. Der freundliche Herr Bauermann formulierte es forscher: „Der ETB ist definitiv eine Bereicherung für die Pro A.“
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