Ein glücklicher Punktgewinn für die SGS

SGS Essen
SC Sand 2:2 (1:2)

SGS: Weiß – Ioannidou, Martini, Janssen, Freutel (61. Gier) – Dallmann (90. Wolf), Lehmann, Doorsoun, Meissner (55. Gidion) – Hartmann, Schüller. Zuschauer: 1135.

Tore: 1:0 Schüller (9.), 1:1 Zirnstein (20.), 1:2 Veth (30.), 2:2 Ioannidou (82.).

Die Niederlage zum Restrundenstart in der Frauenfußball-Bundesliga konnte die SGS Essen so gerade noch abwenden. Doch trotz des späten und ebenso schmeichelhaften 2:2-Ausgleichs gegen den abstiegsbedrohten SC Sand verließen die meisten Essener Anhänger das Stadion enttäuscht. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit unserer Leistung nicht“, so Trainer Markus Högner.

Schon zu Beginn hatte die SGS mächtig Dusel: Gleich in der Anfangsminute war die Viererkette mit dem Pressing der Gäste überfordert und legte regelrecht auf. Hanebeck aber scheiterte an der stark reagierenden Essener Torfrau Lisa Weiß. Mauro setzte den Kopfball anschließend zu hoch. Durchatmen auf der Essener Bank.

Sekunden später durften sie dann jubeln. Ein weiter Abschlag von Weiß, eine Kopfballverlängerung von Janina Meissner und Lea Schüller nahm Fahrt auf. Ihre Gegenspielerin setzte sie mit einem Haken gekonnt auf den Hosenboden und schob ein zum 1:0. Stark gemacht.

„Eigentlich hätte uns das frühe Tor Sicherheit geben müssen“, schimpfte Högner nach dem Spiel. „Stattdessen haben wir danach regelrecht um die Gegentore gebettelt.“ Nach einer Ecke versammelten sich sämtliche Essenerinnen am ersten Pfosten, der Ball segelte über sie hinweg, ehe Zirnstein sich gegen ihre Mitspielerin durchsetzte und am nicht besetzten zweiten Pfosten einschob.

Noch einfacher machte es Dominique Janssen den Gästen, die sich als „letzter Mann“ gleich in zwei Dribblings wagte, das zweite aber verlor. Weiß konnte nichts mehr retten: 1:2. Und die SGS taumelte weiter. Mit sechs attackierenden Spielerinnen setzte Sand immer wieder die Essener Viererkette unter Druck und zwang sie zu Fehlern. Schnörkellos spielten sie dann nach vorne und sorgten immer wieder mit Flanken für Gefahr. „Wir hatten Glück, dass es zur Pause nur 1:2 stand“, erkannte Högner. Trotz „Donnerwetter“ änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst aber nichts.

Jedoch betrieb Sand weiter Chancenwucher. Mauro und Migliazza hätten den Sack längst zumachen können. Stattdessen wurde der SC zusehends passiver. Das laufintensive Pressing ließ die Kräfte wohl schwinden. Spielerisch fand die SGS allerdings kein Mittel, auch wenn Högner seine Elf taktisch fast in Guardiola-Manier veränderte. Es fehlte die Struktur.

Den einen Angriff gab es dennoch: Eine Flanke von Irini Ioannidou flog an Freund und Feind vorbei und rutschte ins lange Eck. „Verdient war es nicht unbedingt, eher glücklich.“