Ein eminent wichtiges Heimspiel für den Tusem

Paul Trodler und Michael Hegemann (TUSEM) gegen Daniel Reusch (TVN). Michael Gohl / FUNKE Foto Services
Paul Trodler und Michael Hegemann (TUSEM) gegen Daniel Reusch (TVN). Michael Gohl / FUNKE Foto Services
Foto: WAZ FotoPool

Der Dauerkartenverkauf für die kommende Saison ist zwar bereits angelaufen, aber wird Tusem Essen dann überhaupt in der 2.Handball-Bundesliga auflaufen? Die formalen Bedingungen hat der Traditionsklub bereits erfüllt: Anfang der Woche traf Post vom Deutschen Handball-Bund ein. Die Essener haben die Lizenz für die 2.Liga ohne Auflagen erhalten (wir berichteten). Sportlich jedoch ist die Frage noch längst nicht beantwortet, denn es sind fünf Partien zu spielen und es ist verdammt eng dort unten im Tabellenkeller.

Es sieht nicht schlecht aus für die Essener, so viel kann man jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt sagen. Auf Rang 15 liegen sie mit 26 Punkten drei Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz, den Bayer Dormagen belegt. Und mit in der „Verlosung“ ist auch der SV Henstedt-Ulzburg auf Rang 13 mit 27 Punkten. Das dokumentiert, wie eminent wichtig die Partie an diesem Freitag zwischen Tusem und Henstedt-Ulzburg ist (19.30 Uhr, am Hallo).

In Stoppenberg haben die Handballer von der Margarethenhöhe inzwischen eine Festung hochgezogen. Dort am Hallo haben sie die Ernte eingefahren, die sie zum Überleben in der 2.Liga benötigen, auswärts dagegen lebten sie bislang ziemlich enthaltsam. Neun Heimsiege, drei Unentschieden und vier Niederlagen hat der Tusem auf eigenem Parkett zu Buche stehen, das ist guter Liga-Durchschnitt.

Und Henstedt? Anhand der Ergebnisse fällt es schwer, diese Truppe zuverlässig einzuschätzen. In der Fremde haben die Henstedter aber immerhin sieben Siege eingefahren bei neun Niederlagen. Sie sammelten auswärts sogar einen Punkt mehr als in eigener Halle. Unter anderem siegten die Norddeutschen 32:24 in Nordhorn , und die HSG ist nicht die schlechteste Adresse. Das sollte den Gastgebern eine Warnung sein. Die brauchen sie aber gar nicht. „Wir wissen, dass Henstedt eine gute Mannschaft hat und an guten Tagen jeden in der Liga schlagen kann“, sagt Tusem-Trainer Mark Dragunski.

Natürlich hat der Tusem Respekt vor dieser Aufgabe, aber am Hallo haben die Gastgeber mit ihrer Moral und unbändiger Kampfeslust schon viel möglich gemacht und ihr Publikum begeistert. Und der jüngste Auswärtssieg bei Schlusslicht Baunatal sollte weiteren Schub geben für die ausstehenden Aufgaben, auch wenn die Leistung dort alles andere als verzückte.

Auf dem Papier hat Tusem gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt, denn das Restprogramm muss man als machbar bezeichnen. Nach der Partie gegen Henstedt geht es nach Saarlouis, dann nach Hüttenberg und schließlich kommt Rostock zum Hallo. Auch diese drei Gegner sind gefährdete Tabellennachbarn. „Das muss aber nichts heißen“, sagt Stephan Krebietke, der Sportliche Leiter beim Tusem. Gerade gegen die direkte Konkurrenz wachsen dem einen oder anderen Widersacher schon mal Flügel. Denn wie sagt man so schön und so gar nicht arithmetisch: Punkte gegen direkte Konkurrenz zählen doppelt.