Druckabfall beim Tusem

Die Anspannung löst sich: Tusem-Trainer Mark Dragunski im Gespräch mit Jonas Ellwanger
Die Anspannung löst sich: Tusem-Trainer Mark Dragunski im Gespräch mit Jonas Ellwanger
Foto: WAZ FotoPool
Bereits zwei Spieltage vor Saisonende sicherte sich das Dragunski-Team den Klassenerhalt. Neulinge für kommende Saison stehen fest.

„Da ist schon eine Menge Druck von uns abgefallen“, sagte Mark Dragunski, Trainer des Handball-Zweitligisten Tusem, nachdem seine Mannschaft beim Absteiger TV Hüttenberg mit 20:19 (13:6) die Oberhand behalten hatte. Es war mehr als der vierte Auswärtssieg. Es war zwei Spieltage vor Saisonende der vorzeitige Klassenerhalt. Auf der Zielgeraden, gerade rechtzeitig, polierten die Essener ihre bisher magere Bilanz in fremden Hallen auf: 23:18 in Baunatal, 29:22 in Saarlouis – und nun 20:19 in Hüttenberg.

„Ich habe immer daran geglaubt, dass wir es packen werden. Ich habe immer fest an die Mannschaft geglaubt“, erklärt Mark Dragunski. Dabei stand die Saison nicht gerade unter einem guten Stern. Nicht einmal hatte der 44-Jährige seinen kompletten Kader zur Verfügung gehabt. Wie ein roter Faden zogen sich Verletzungen durch die Spielzeit. Bruch, Bruch, Kreuzbandriss, Bruch usw. Einige Tusem-Spieler waren gleich mehrfach betroffen. „In einer solchen Konzentration habe ich das auch noch nicht erlebt“, sagt Mark Dragunski, der frühere Nationalspieler.

Die Essener machten aus der Not eine Tugend. „Junge Spieler mussten früher als gedacht in tragende Rollen schlüpfen“, sagt der Tusem-Trainer. Körperlich würden sie das problemlos wegstecken, „aber im Kopf muss man das erst mal verarbeiten“. Die Mannschaft sei allerdings an den Stresssituationen gewachsen. „Ich bin mir sicher, dass die Jungs aus dieser Saison ´ne Menge mitnehmen werden“,

Den Weg mit jungen Spielern wollen die Essener auch in der kommenden Saison fortsetzen. „In kaum einem anderen Bundesligaverein sind so viele Eigengewächse in die Mannschaft eingebaut worden wie bei uns. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein“, so Dragunski. Zudem wolle man sich aber punktuell verstärken.

Die zwei noch ausstehenden Heimspiele gegen Rostock und Bittenfeld sind nur noch für die Statistik. Eigentlich. Der nun sichere Platz 15 muss und soll nämlich nicht das letzte Wort sein. „Aus den beiden Heimspielen wollen wir noch etwas mitnehmen“, sagt Dragunski und hofft weiter auf die Unterstützung der Fans. „Die haben die Jungs sich verdient.“

Dabei könnte am letzten Spieltag auch sportlich noch viel auf dem Spiel stehen, denn hinter Meister Leipzig dürfen sich – Stand heute – Bittenfeld (51:21), Eisenach (50:20), Nordhorn-Lingen (49:23) und Rimpar (49:23) noch Hoffnungen auf einen der beiden verbliebenen Aufstiegsplätze machen.

Auf welche Neulinge die Essener in der kommenden Saison treffen werden, steht hingegen schon fest. Neben den Drittliga-Meistern Wilhelmshavener SV (Nord) und TuS Ferndorf (West) sind dies HF Springe (2. Nord) und Eintracht Hagen (2. West), die sich in der Relegation gegen HC Elbflorenz durchsetzten. Der Ost-Meister SC Magdeburg II darf nicht aufsteigen, der Süd-Meister SG Leutershausen verzichtete auf den Aufstieg.

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