Die goldenen Zeiten sind vorbei

Alles im Griff:  Moritz Schug (ESC).
Alles im Griff: Moritz Schug (ESC).
Foto: Michael Gohl
Was wir bereits wissen
673 Fans folgen dem Moskitos-Aufruf „1000 für den Einen“. Der ESC wertet den Abend gegen Frankfurt (13:2) dennoch als Erfolg.

1000 sollten kommen. Für den Einen, den weiteren ersehnten Neuzugang: Der 13:2-Sieg des Eishockey-Oberligisten ESC Moskitos am Sonntag über die 1b der Löwen Frankfurt war nur Formsache, da blieb viel Zeit, die tatsächliche Zuschauer-Resonanz in der Eishalle am Westbahnhof zu bewerten. 673 Fans waren gekommen, um ein Zeichen zu setzen für die Moskitos, Wertschätzung zu demonstrieren.

Vorab die Botschaft: Der Klub wird sich trotzdem um einen neuen Spieler bemühen, um sich für die anstehende Verzahnungsrunde mit dem Osten zu rüsten. In der vergangenen Woche hatte der ESC mit Marc Hemmerich einen Verteidiger unter Vertrag genommen, „weil wir für die Defensive auch nur noch fünf Spieler zur Verfügung hatten“, so Manager Michael Rumrich. Hemmerich war auf dem Markt, die Moskitos schnappten nach der Handverletzung von Florian Spelleken zu.

Nun soll noch ein Stürmer dazukommen, das Thema wurde mit den „nur“ 673 Zuschauern nicht zu den Akten gelegt. Man habe darüber hinaus noch Spendengelder einsammeln können, so Vorstand Torsten Schumacher. Die dürften mit geschätzten 550 Euro allerdings kaum mehr als nur einen symbolischen Wert haben, und so kündigte Michael Rumrich denn auch an, mit den Sponsoren zu sprechen. Es gilt auszuloten, was finanziell vielleicht noch möglich ist. Fortsetzung folgt.

Bleibt eben die Frage, was man nun mit der Zuschauerresonanz gegen Frankfurt anfangen kann. 673 Fans statt 1000: Wer davon spricht, dass das Ziel – trotz mehrfachen Aufrufs – deutlich verfehlt wurde, setzt sich erst einmal nicht dem Verdacht aus, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Manager Michael Rumrich kleidete seine leichte Enttäuschung vorsichtig in Worte, die 1000 letztlich nicht in die Halle bekommen zu haben. Doch insgesamt interpretiert man diese Zahl am Westbahnhof etwas großzügiger, als Zeichen für den Eishockey-Standort Essen. Wer will es ihnen verdenken?

Es sei vielleicht nicht mehr wie in goldenen Zeiten, doch die Menschen in Essen wollen allem Anschein nach nicht auf „ihre Moskitos“ verzichten, heißt es auf der Homepage des ESC. Keine 300 seien beim ersten Vergleich mit Frankfurt in dieser Saison in Essen gewesen, betonte „Boss“ Torsten Schumacher. „Wir haben die Zuschauerzahl mehr als verdoppelt, und wir freuen uns sehr über die tolle Unterstützung.“ Man sei sehr zufrieden, „diese Aktion war ein Erfolg, es war ein toller Abend“.

Der nach dem Spiel mit einer Gesprächsrunde mit einigen Fans beschlossen wurde. Diskutiert wurde, was zu tun sei, um – so Schumacher – „mehr Leben in die Halle“, zu bekommen, und so vielleicht in der Gunst der Zuschauer weiter zu klettern. Die Leiter nach oben in dieser Skala ist noch lang.

Nur wenige Löwen in Essen

Sportlich läuft es dagegen rund: Die Moskitos haben endlich einmal wieder ein erstes Saisonziel erreicht. Gegen allerdings personell arg dezimierte Gäste aus Frankfurt schossen Jan Barta und Co. ohne Mühe einen Kantersieg heraus. „Wir haben alles getan, um den Zuschauern ein ansehnliches Spiel zu bieten“, so Trainer Frank Gentges. „Ich denke, dass ist uns auch gelungen. Wir haben noch alle Chancen, Platz zwei zu erreichen, das werden wir am kommenden Wochenende versuchen.“ Dann treffen die Moskitos in Ratingen auf die Aliens (Fr., 20 Uhr), am Sonntag kommt Duisburg (18.30 Uhr).