Die Entscheidung fällt in Nürnberg

Nürnberg -
ETB 72:80 (37:44)

ETB: Stutz (25/davon 3 Dreier), Alexander (10/1), Hackenesch (10), Oudendag (10), Buljevic (7/2), Johnson (6), Jost (2), White (2), Christen, Gebhardt, Klöß.
Die Viertel: 20:24, 17:20, 17:11, 18:25.
Der Spielfilm: 0:5 (1.), 3:18 (7.), 6:20 (8.), 11:22 (9.), 18:22 (10.), 20:27 (11.), 26:30 (12.), 31:40 (18.), 37:44 (20.), 37:49 (23.), 39:52 (27.), 54:55 (30.), 56:56 (31.), 61:56 (33.), 62:62 (34.), 64:64 (36.), 64:73 (38.), 71:75 (39.), 71:77 (39.), 72:80 (40.).
Zuschauer: 2579 (ausverkauft).

Die ETB hat eine vorzeitige Entscheidung im Kampf um den Einzug ins Playoff-Halbfinale der Zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) verpasst: Die Schwarz-Weißen mussten sich im ausverkauften Hallo rent4office Nürnberg mit 72:80 geschlagen geben und somit den Ausgleich in der Serie „Best of five“ hinnehmen (2:2). Am Dienstag fällt nun die endgültige Entscheidung in der Frankenmetropole (20 Uhr). Von Niedergeschlagenheit war aber im Essener Lager – bei aller Enttäuschung über die Niederlage in einem spannenden, sehr intensiven Spiel – keine Spur. Trainer Igor Krizanovic: „Wir haben nichts mehr zu verlieren, Nürnberg muss vor eigenem Publikum die Dinge regeln. Damit müssen sie umgehen, wir können ihnen weh tun.“

Zu lange den Rhythmus gesucht

Vielleicht führt diese „Lastenumverteilung“ auch dazu, dass sich der wieder ETB mehr zutraut – und besser trifft. In Essen waren es die Gäste, die sofort im Spiel waren. Würfe nahmen, Würfe trafen. Die Wohnbau Baskets suchten lange nach ihrem Rhythmus, zu lange. 3:18 hieß es nach knapp sieben Minuten, eine schwere Hypothek, die das Team im Laufe des Spiels abzutragen hatte. „In der ersten Halbzeit haben wir gespielt, als hätten wir September. Weit weg von Playoff-Intensität“, monierte Krizanovic. „Wir haben kaum etwas umsetzen können, das darf man sich gegen ein Spitzenteam, das zudem mit dem Rücken zur Wand steht, eben nicht erlauben.“

Wieder kämpfte sich der ETB über eine starke Verteidigung zurück, kam zum Ausgleich, kam zur Führung – und stand am Ende doch als Verlierer da. Weil sich das Team auf einmal offensiv verrannte, Nürnberg diesmal eiskalt war. Zwei Drei Punkte-Kracher trafen die Schwarz-Weißen bis ins Mark, „das hat uns weh getan“, so auch Igor Krizanovic. Eine ärgerliche Niederlage, weil es die Essener erneut geschafft hatten, das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. „Wir sind mit dem Kopf im Spiel geblieben“, freute sich NBC-Riese Michael Fleischmann. ETB-Guard Logan Stutz erkannte an: „Nürnberg hat die besseren letzten fünf Minuten gespielt, deswegen haben sie gewonnen.“

Logan Stutz angeschlagen

Es bleibt nicht viel Zeit, die Wunden zu pflegen. Weder die körperlichen (gerade auch Stutz hatte in der Schlussphase einen Schlag abbekommen), noch die der schwarz-weißen Seele: Die Sensation – knapp verpasst. Doch darum machte sich Trainer Igor Krizanovic direkt nach Spielende keine Sorgen: „Ich hatte in der Kabine den Eindruck, dass die Jungs es in Nürnberg noch einmal wissen wollen.“