Die Cardinals haben es auf einmal selbst in der Hand
22.07.2008 | 18:18 Uhr 2008-07-22T18:18:48+0200FOOTBALL. Der Zweitliga-Aufsteiger kann nach dem Düsseldorfer Patzer Meister werden und "muss" sich plötzlich mit dem Thema GFL beschäftigen.
So schnell kann das im Leben manchmal gehen. Vor wenigen Wochen erst verlegte Wilfried Ziegler, Präsident von Football-Zweitligist Assindia Cardinals, im Gespräch mit der NRZ eine Rückkehr in die German Football League in eine weit entfernte Zukunft. Finanziell und administrativ sei man einfach noch nicht so weit und ein Blick auf die Tabelle genüge, um zu erkennen, dass solche Gedanken verfrüht seien.
Nun, zumindest das sportliche Argument ist für den Moment jedenfalls hinfällig. Der Zweitliga-Aufsteiger ist Spitzenreiter! Nach Minuspunkten, was so viel heißt wie: die Mannschaft hat es selbst in der Hand als Erster die Relegation um den Aufstieg zu erreichen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Tritt auf die Euphoriebremse
Die Essener waren am letzten Wochenende gar nicht gefordert, trotzdem aber der große Gewinner des Spieltags.
Die überraschende Niederlage der Düsseldorf Panther bei den Lübeck Cougars bescherte den Cardinals die prächtige Ausgangsposition, in der Landeshauptstadt hat man die Meisterschaft vorsichtshalber schon mal abgehakt.
Und in Essen muss man sich auf einmal mit ganz anderen "Problemen" rumschlagen. "Ja, das Thema Aufstieg ist auf einmal sehr aktuell", findet Wilfried Ziegler. Er versucht zwar die Euphoriebremse durchzutreten, weiß aber auch: die noch ausstehenden Spiele sind schwer, aber zu packen.
Das Restprogramm ist zu packen
Zweimal heißt der Gegner Bonn, dann geht es gegen Langenfeld und nach Berlin. "Wir haben gute Chancen." Ob auch in einer möglichen Relegation gegen den Tabellenletzten der GFL? "Das hängt auch immer davon ab, ob der Gegner noch auf die Import-Spieler zurückgreifen kann." Amerikaner spielten nicht so gerne gegen den Abstieg.
Doch sollte der Sensationsfall tatsächlich eintreten - die wirtschaftlichen Hürden blieben bestehen. "Ich gehe mal nicht davon aus, dass wir in den nächsten vier Wochen im Lotto gewinnen." 300 000 Euro wären nötig. Mindestens.
Und da wäre noch die administrative Seite, die vor allem der Verein und seine Mitglieder zu stemmen hätten. Die Mehranforderungen wären enorm und von seiner gegenüber der NRZ getätigten Aussage den ganzen Verein mit nach oben nehmen zu wollen, rückt Ziegler nicht ab. "Anders geht es gar nicht. Natürlich wollen wir den Aufstieg realisieren, wenn wir es sportlich schaffen. Aber da käme eine große Belastung auf alle zu." Zieglers Idee: eine außerordentliche Jahreshauptversammlung. "Da kann dann jeder sagen, in welchem Rahmen er oder sie anpacken kann. Aber soweit sind wir noch lange nicht."
Aktuell soll sich bei den Cardinals gar nichts ändern. Die Planungen laufen mit der beruhigenden Gewissheit, die Qualifikation für die Zweite Bundesliga bereits in der Tasche zu haben. Und auch die sportliche Führung gibt sich ganz entspannt. Von einem erhöhten Druck will Cheftrainer Bernd Janzen nichts wissen, wohlwissend, nicht für jeden seiner Spieler sprechen zu können.
Glaube an die eigene Stärke
"Wir können eigentlich befreit aufspielen. Wir haben unser Ziel erreicht. Was natürlich nichts daran ändert, dass ich nach wie vor jedes Spiel gewinnen will. Mal schauen, was dann am Ende dabei herauskommt." Er traut seiner Truppe alles zu. "Die Mannschaft hat Selbstvertrauen. Ich habe ihr immer gesagt, sie kann jeden Gegner schlagen. Mittlerweile glauben die Jungs mir das auch."
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