Die Arbeit fängt jetzt so richtig an

Mama mia, was für zwei Wochen: Der Selbstreinigungsprozess bei RWE hat nicht nur „Freudlos Fascher“ und „Hardcore Harttgen“ weggewischt, er machte auch vor Co-Trainer Stefan Kühne und Torwart-Anschwitzer Manfred Behrendt nicht Halt. Wenn Frühjahrsputz, dann aber richtig!

Die besonnene, konsequente und nicht ganz billige Entscheidung von Vereinsboss Michael Welling und Aufsichtsratschef Christian Hülsmann verdient Anerkennung und Respekt. Am Ende stand die Erkenntnis: Schlimmer ging’s nimmer. Von einem Himmelfahrtskommando der Interimslösung Jürgen Lucas/Markus Reiter möchte man auch an Ostern nicht sprechen, aber die beiden – die sich mit Vollgas in ihre neue Aufgabe stürzen, wovon sich die Trainingsgäste überzeugen können – haben eine Herkules-Aufgabe übernommen. In genau einer Woche erfolgt das wohl wichtigste Spiel der Restsaison, das Pokalhalbfinale gegen Kray, da wird jede Trainingsstunde wertvoll.

Finanziell ist der Aufwand der Umwälzungsarbeiten im Verein noch nicht abzuschätzen. Im schlimmsten Fall wird die Ablösesumme für Torhüter Moritz Nicolas für die Abfindungen draufgehen. Zum Glück wollte Gladbachs Nachwuchsabteilung das Talent um jeden Preis und hat eine wahrhaftig fürstliche Summe für Viertliga-Verhältnisse aufgerufen. Somit hat Uwe Harttgen mit seinem größten Verdienst während seiner einjährigen Amtszeit seine eigene Abfindung finanziert. Zumindest dafür gebührt ihm Anerkennung.

Sportlich wiegt die Veränderung viel schwerer. Bei aller Erleichterung über die Änderung des Ist-Zustands: Jetzt beginnt die Phase einer Fußballsaison, in der die Weichen schon für die kommende gestellt werden müssen. Das bisherige Ball-Personal sind bis auf einige wenige Ausnahmen Faschers Auserwählte, der neue Coach wird sich damit kaum zufrieden geben. Doch erst muss der Neue gefunden sein, bis zum Saisonende wird sich die Vereinsführung mit der Suche kaum Zeit lassen können. Die Arbeit fängt jetzt so richtig an.