Der Glaube ist zurück

Mit viel Biss bei der Sache: Nick Oudendag (links) lieferte eine überzeugende Leistung für die Wohnbau Baskets gegen Nürnberg ab.
Mit viel Biss bei der Sache: Nick Oudendag (links) lieferte eine überzeugende Leistung für die Wohnbau Baskets gegen Nürnberg ab.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach den ersten beiden Viertelfinal-Spielen steht es 1:1. Der ETB geht in Nürnberg unter, setzt am Ostermontag mit dem 76:73-Erfolg am Hallo aber ein dickes Ausrufezeichen.

ETB -
Nürnberg 76:73 (35:39)

ETB: White (16), Jost (12), Alexander (10), Johnson (9/davon 2 Dreier), Stutz (9/1), Buljevic (7), Oudendag (6), Hackenesch (4), Christen (3), Jahn, Gebhardt, Klöß.
Die Viertel: 17:21, 18:18, 20:19, 21:15.
Der Spielfilm: 2:5 (2.), 6:6 (4.), 12:12 (8.), 12:21 (10.), 17:21 (10.), 23:31 (15.), 29:31 (16.), 33:37 (18.), 35:41 (21.), 41:48 (25.), 50:51 (28.), 50:56 (29.), 55:60 (31.), 57:62 (33.), 65:62 (35.), 67:67 (37.), 69:67 (38.), 69:68 (38.), 70:70 (39.), 74:73 (40.), 74:73 (40.), 76:73 (40.).
Zuschauer: 2200.

Totgesagte leben länger, oder – um im Bilde des gerade vergangenen Osterfestes zu bleiben: Die ETB Wohnbau Baskets zelebrierten am Feiertagsmontag ihre ganz eigene Auferstehungsgeschichte. Mit einem hart erkämpften 76:73-Sieg über rent4office Nürnberg glich der Basketball-Zweitligist (Pro A) im Playoff-Viertelfinale zum 1:1 aus und setzte damit ein ganz dickes Ausrufezeichen.

Dieser Abend war besonders – erst recht, wenn man sich das erste Duell der Serie „Best of Five“ in Erinnerung ruft. Sang- und klanglos waren die Schwarz-Weißen im Frankenland untergegangen. Nach starken sechs Minuten mit einer 9:0- und einer 20:8-Führung war der ETB eingebrochen. Dieses 59:87 hatte Fragezeichen heraufbeschworen. „Und die hatten nichts mit Nürnberg zu tun, diese Fragen mussten wir an uns selbst richten“, so Trainer Igor Krizanovic.

Mitch Jost behält die Nerven

Er und sein Team scheinen die richtigen Antworten gefunden zu haben. „Es ging um unseren Stolz, kein Team ist um 28 Punkte besser als wir“, so der Coach zu den kaum 48 Stunden, die zwischen den beiden Duellen lagen.

Gleichwohl hatte diese derbe Abreibung Spuren hinterlassen. Sowohl bei der Mannschaft, als auch bei den Fans. Über 2200 waren gekommen, doch der Funke wollte nicht so recht überspringen. Der Glaube schien erschüttert. Nürnberg führte – führte lange. Entscheidend war, dass der ETB diesmal auf Schlagdistanz blieb– mal mehr mal weniger dicht – diesmal mit viel Biss und Aggressivität zu Werke ging und tatsächlich die Partie im letzten Viertel zum Kippen brachte. Ohne die insgesamt 18 Turnover, die sich die Schwarz-Weißen leisteten, hätten die Essener die Weichen vielleicht früher auf Sieg stellen können. „Wenn wir nicht gerade den Ball verloren haben, haben wir auch besser Basketball gespielt“, stellte Igor Krizanovic zu Recht fest. „Wir haben verstanden, dass wir es können, das ist die wichtigste Erkenntnis.“

Beeindruckend die Reboundquote, die die Schwarz-Weißen gegen die Nürnberger Riesen für sich entscheiden konnten. Das Teamplay funktionierte besser, „auch wenn wir in den entscheidenden Situation noch etwas zu eindimensional agiert haben“.

In den „entscheidenden Situationen“ ganz am Ende behielt dann vor allem Mitch Jost die Nerven an der Freiwurflinie, der Sieg war eingetütet – Ausgleich!

Ein Ausblick auf Spiel drei: Am Freitag geht es wieder nach Nürnberg. „Es gibt viel zu tun, wir sollten jetzt nicht denken, dass wir super sind“, warnte Krizanovic seine Mannschaft. Die feierte wenige Sekunden voller Inbrunst, „jetzt geht es weiter“, so Kapitän Christoph Hackenesch nach einem kurzen, aber heftigen Gefühlsausbruch kämpferisch. Der Glaube schien erschüttert, jetzt ist der Glaube zurück.