Der FC Kray muss gegen Hennef endlich die Kurve kriegen

Irgendwo ist der FC Kray falsch abgebogen: Vorbildlich hatte sich der Regionalliga-Frischling in den Viertliga-Verkehr eingefädelt, hatte sogar kurz mal das Gaspedal durchgedrückt, um den rot-weißen Boliden RWE zu überholen. Lange war alles gut – doch das ist es definitiv nicht mehr: Die Essener stehen nur noch einen Platz über der Abstiegszone.

Problematisch: Nach dem guten Auftakt erzielte die Mannschaft zwar ab und an immer wieder respektable Ergebnisse (beispielsweise mit den Unentschieden gegen Aachen oder Viktoria Köln, beide 1:1), die brachten den Klub nach Punkten aber nicht entscheidend nach vorne. Es sind die Siege, die über Wohl und Wehe eines „Projektes“ entscheiden – und da gab es in den vergangenen 16 (!) Spielen nur ganze zwei: das 4:2 gegen RWE und der 3:2-Erfolg gegen den VfL Bochum U23. Zuletzt hatten die Essener Pleiten in wichtigen Spielen zu verkraften, so das 0:2 gegen Schalkes U23, das 0:5 gegen Verl und zuletzt das 0:3 in Wattenscheid.

Die Krayer haben also irgendwo den Rückwärtsgang eingelegt. Aber es besteht – und das wird an dieser Stelle gerne betont – natürlich noch die Chance, die Richtung zu ändern. Ein Sieg im Kellerduell gegen den FC Hennef an diesem Sonntag (15 Uhr) in der KrayArena ist da aber Pflicht. Trainer Michael Lorenz versucht Druck aus dem Kessel zu lassen, spricht von einem „Spiel auf Augenhöhe“. Gewinnen muss es der FC Kray trotzdem. Lorenz fordert seine Mannschaft dazu auf, wieder mit mehr „Glaube, Mut und Überzeugung“ zu spielen, doch das ist wahrscheinlich in der aktuellen Situation leichter gesagt als getan. „Die Kompaktheit war in Ordnung, die Achillesferse bleibt die Qualität im Umschalt- bzw. Offensivspiel und das Minimieren von Aussetzern, wie bei den Gegentoren.“

Und auch die zahlreichen Platzverweise sind natürlich weiter ein Thema an der Buderusstraße. In Wattenscheid hatte Emir Alic „Rot“ gesehen, Lorenz muss daher seine Abwehrkette für die Partie gegen Hennef umbasteln. „Das ist mittlerweile unerklärlich und kostet uns Punkte“, so Michael Lorenz ehrlich. Ein Erklärungsversuch: „Die Spieler setzen sich teilweise selbst unter Druck, da die Konkurrenz innerhalb des Kaders erhöht wurde.“ Die Verarbeitung und der Umgang mit dieser neuen Situation dauerten deutlich länger an, als man das erwartet habe.

Lorenz hat wieder Alternativen

Personelle Veränderungen im Vergleich zum 0:3 in der Lohrheide sollten gegen Hennef kaum überraschen, denn: „Es gibt taktische und personelle Alternativen“, so Michael Lorenz. „Die Breite und Variabilität unseres Kaders sollten uns positiv stimmen, dass wir die richtige Mischung für ein Erfolgserlebnis finden.“

Und nur darum geht es: um einen Erfolg gegen Hennef. Damit der FC Kray die Kurve kriegt.