Der Budenzauber kann beginnen

Im Endspiel der letzten Essener Hallen- Stadtmeisterschaft besiegt die SpVg Schonnebeck den FC Kray mit 6:4. Auf dem Foto: Jan Unger (SpVg).
Im Endspiel der letzten Essener Hallen- Stadtmeisterschaft besiegt die SpVg Schonnebeck den FC Kray mit 6:4. Auf dem Foto: Jan Unger (SpVg).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Werden und Bergeborbeck beginnen an diesem Samstagdie Qualifikationsrunden. Viele Vereine konzentieren sich aber schon jetzt wieder auf den Liga-Alltag.

Die Fußball-Ligen haben Winterpause, also ist nun wieder Budenzauber angesagt. An diesem Samstag startet ab 13 Uhr in den Hallen in Werden und Bergeborbeck die Essener Hallenstadtmeisterschaft. Sie ist des Essener Amateurfußballs liebstes Kind. Die Fußballer spielen in Hallen, die aus allen Nähten platzen. Und das Publikum freut sich über die abwechslungs- und torreichen Spiele sowie die urtümliche Stimmung. Hier ist vor allem auch die Veranstaltung der Star, wo sich jeden Tag aufs Neue auch unbekanntere Kicker mit spektakulären Tricks und Toren in den Vordergrund spielen können.

Doch vor dem Start der 21. Auflage scheint die Begeisterung etwas gedämpft zu sein. Das liegt zum einen an der sportlich wenig wertvollen Qualifikationsrunde. Es scheiden in jeder Gruppe nur die Letztplatzierten aus, sodass von den 71 Teilnehmern 54 die Vorrunde erreichen. Zum anderen passt vielen Vereinen die Hallenrunde in diesem Jahr nicht in den Kram. Am 25. Januar wird der Sieger gekürt, nur eine Woche später startet die Rückrunde der Kreisligen A und B im Kreis Südost.

VfB Frohnhausen im Trainingslager

Ähnlich verhält es sich bei den Bezirksligisten. Angesichts von fünf Absteigern konzentrieren sich etliche Vereine auf den Abstiegskampf. SG Altenessen wird deshalb seine zweite Mannschaft in die Halle schicken, Adler Union Frintrop Mahmoud Ibrahim schonen – der Techniker wurde im Vorjahr noch als Torschützenkönig und bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Andere Bezirksligisten bündeln ihre Kräfte für den Aufstiegskampf. So sagt Christian Leben, Sportlicher Leiter vom TuS West 81: „Wir werden in der Vorbereitung keine Rücksicht auf die Halle nehmen.“ Tabellenführer VfB Frohnhausen wäre am Finalwochenende gar nicht erst anwesend. „Wir haben bei einem Gewinnspiel vom 21. bis 25. Januar ein Trainingslager auf Mallorca gewonnen“, erklärt Trainer Issam Said.

Das Organisationsteam macht sich aber keine Sorgen, dass der Hallenfußball seinen Zauber verliert. „Ich habe es schon seit einigen Jahren im Ohr, dass gerade die Bezirksligisten – die sozusagen der Hecht im Karpfenteich sind – sagen, dass sie nicht so ambitioniert seien. Und dann wundere ich mich jedes Jahr wieder, wie bei allen der Ehrgeiz von Woche zu Woche größer wird“, berichtet Mit-Organisator Günther Oberholz schmunzelnd.

Deswegen traut auch Titelverteidiger SV Schonnebeck der demonstrativ zur Schau getragenen Ambitionslosigkeit der Konkurrenz nicht. „Keiner wird sich gegen die positive Stimmung wehren, wenn man bei so einem Turnier ins Laufen kommt“, weiß SVS-Trainer Dirk Tönnies. Er zählt Landesligisten wie den ESC Rellinghausen, den FC Kray – der mit einer U23 antreten wird –, TuS West 81 und die ambitionierten Nordwest-Kreisligisten TuS 84/10 und TuS Holsterhausen zum Favoritenkreis.

Für sein Team hat Tönnies das Erreichen des Finaltags als Ziel ausgegeben. „Wir wollen unter die letzten Acht kommen. Dann entscheiden Glück und die Tagesform.“ Dass der SVS mehr will, ist aber bekannt. Vorstandsmitglied Tobias Tenberken hatte nach der Auslosung die Titelverteidigung als Ziel ausgegeben.

Allerdings weiß man auch am Schetters Busch, dass in 20 Jahren noch kein Sieger seinen Titel verteidigen konnte. „Mal sehen, wie lange wir dem Fluch des Titelverteidigers standhalten können“, sagt Dirk Tönnies. Aber Fluch hin, oder Fluch her: Die erste Runde sollte auch für die SVS kein Problem sein.