Dennis Szczesny meldet sich beim Tusem zurück

Dennis Szczesny (links) und Lasse Seidel gegen Lars Spieß (Rimpar).
Dennis Szczesny (links) und Lasse Seidel gegen Lars Spieß (Rimpar).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zwei Verletzungen. Zusammen vier Monate Pause. Dennis Szczesny meint, das reicht. Am Donnerstag tritt er mit dem Tusem bei seinem Ex-Klub Dormagen an.

Wenn die Spieler des Handball-Zweitligisten Tusem am Donnerstagabend in die Dormagener Halle an der Römerziegelei einlaufen werden (Anwurf 19.30 Uhr), könnten für einen von ihnen Erinnerungen wach werden. Dennis Szczesny, zu Beginn der Saison vom TV Bittenfeld nach Essen gekommen, bestritt sein erstes Erstligaspiel für Bayer Dormagen. Das verbindet. Und nun trifft er zum ersten Mal auf diesen Klub.

Beim ersten Erstligaspiel ist der Sohn einer türkischen Mutter und eines polnischen Vaters 17 Jahre alt. Heute ist er 21. Und was entscheidender ist, er ist wieder beschwerdefrei. „Natürlich habe ich mir die Saison anders vorgestellt“, sagt das 1,96 Meter große und über 100 kg schwere Kraftpaket. Beim Stadtwerke-Cup des Tusem deutet der Rückraumspieler sein Potenzial bereits an.

Meniskusriss und Knorpelschaden

Drei Tage vor Saisonbeginn im August 2014, im Pokalspiel der ersten Runde in Rostock, verdreht er sich dann aber das Knie. Diagnose: Meniskusriss und Knorpelschaden. Dreieinhalb Monate Pause. Im Februar 2015, vor dem Meisterschaftsspiel der Essener gegen Coburg, knickt Dennis Szczesny um. Drei Wochen Pause. „Ich bin bis dahin noch nie umgeknickt“, versteht der 21-jährige frühere polnische Junioren-Nationspieler die Welt nicht mehr. „Das sollte für die nächsten Jahre an Verletzungen reichen“, hat der gebürtige Dinslakener („Ich bin Niederrheiner, nicht Rheinländer“) seiner Zuversicht aber nicht verloren.

Und auch sportlich läuft es für den Tusem besser. „Im Gegensatz zur Hinrunde machen wir vieles besser. Wenn die Mannschaft zusammenbleibt, wird uns in der kommenden Saison nicht wieder passieren. Wir hatten viel Verletzungspech, ich war nicht der einzige der länger pausieren musste“, ist sich der 21-Jährige sicher.

Dennis Szczesny ist Vollbluthandballer. Und doch hat nicht viel gefehlt, und er wäre bei der Leichtathletik gelandet. Seiner Mutter empfahl die Kindergärtnerin, den jungen „Rabauken“ sich im Sportverein auszutoben zu lassen. Als Klein-Dennis beim Leichtathletik-Training vorbeischauen will, war aber keiner da. Dafür trainierten Handballer. Dennis Szczesny probiert das Spiel mit dem kleinen Ball und findet Gefallen daran. Wäre er doch bei Leichtathletik gelandet, welche Disziplin hätte er wohl gemacht? „Wenn ich mich heute so sehe, wäre da wohl nur Kugelstoßen in Frage gekommen“, sagt der Tusem-Rückraumspieler und muss selbst lachen. Seine physische Stärke, die im früher in Anlehnung an das kräftige Kind der Cartoon-Serie Feuerstein den Namen „Bam-Bam“ einbrachte, hat er von seinem Vater geerbt. „Zusätzliche Krafteinheiten muss ich nicht machen.“ Dafür arbeitet Dennis Szczesny lieber bei freiwilligen Einheiten an seiner Schnelligkeit.

Zwei Punkte in Dormagen

Die Erinnerung an sein erstes Erstligaspiel ist eine Sache. Der Abstiegskampf in der 2. Liga eine andere. „Ich wünsche Dormagen den Klassenerhalt. Die Punkte müssen sie aber nicht gegen uns holen.“ Dennis Szczesnys kurz- und mittelfristigen Ziele sind schnell auf den Punkt gebracht: zwei Punkte in Dormagen holen, das Beste aus der restlichen Saison machen und weiter zu Polens B-Kader gehören.