Den nächsten Schritt machen, jetzt!

Die Körbe hängen hoch:  Michael Jost (ETB).
Die Körbe hängen hoch: Michael Jost (ETB).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der ETB hatte zuletzt so seine Probleme. Im Playoff-Viertelfinale gegen Nürnberg sind die Baskets trotzdem nicht chancenlos.

Die Freude war riesig bei den ETB Wohnbau Baskets: Es war ein Abend zum „Einrahmen“, 2300 Fans hatten gegen Vechta einen wahren Krimi gesehen, einen knappen Sieg bejubeln dürfen, der noch dazu ausreichen sollte, in der Tabelle doch auf den siebten Tabellenplatz zu springen. Um Würzburg darf der Basketball-Zweitligist (Pro A) in den Playoffs einen großen Bogen machen, erst im Finale könnte man auf den in dieser Saison so souverän auftretenden Liga-Primus treffen. Alles gut soweit, doch muss man an dieser Stelle ein großes „Aber“ setzen.

Im Viertelfinale heißt der Gegner Nürnberg. Das Problem mit den Mittelfranken ist, dass „rent4office“ die reguläre Spielzeit verdient auf dem zweiten Platz abgeschlossen hat, gerade in der Rückrunde noch einmal an Stärke, Spielkultur und damit auch Selbstbewusstsein hinzu gewonnen hat. Acht der vergangenen zehn Spiele gingen an den NBC. Was auf der einen Seite für Nürnberg spricht (das zudem auch den psychologischen Vorteil hat, Essen bereits zwei Mal besiegt zu haben), lässt den ETB derzeit tatsächlich etwas alt aussehen. Nach furiosem Start und einer wirklich guten Hinserie, war die Rückrunde doch eher zäh. Die Entwicklung stagnierte. Nein, nicht defensiv: Da spielt der ETB schon seit längerer Zeit auf sehr gutem Niveau – im Playoff-Modus, wenn man so will.

Doch offensiv hakt es, das Team tut sich schwer, Lösungen zu finden, Würfe heraus zu spielen. Unter beiden Körben eine gelungene Leistung abzurufen, dazu war man nur selten in der Lage.

Festung „Hallo“

Dabei hatte man sich in Essen doch schon daran gewöhnt, dass die Wohnbau Baskets in der zweiten Halbserie erst so richtig durchstarten. Nicht so in diesem Jahr. „In der Vergangenheit hatte sich die Messlatte der Liga nicht nach oben geschoben“, so Krizanovic. Damit muss der Coach zugleich einräumen: „2015 war dies anders, und da konnten wir in der Tat nicht in gleichem Maße mithalten.“

Nur vier der vergangenen zehn Spiele konnten gewonnen werden, was vor allem mit einer eklatanten Auswärtsschwäche zu tun hat. Kein Sieg gelang in der Rückrunde auf des Gegners Parkett, damit ist die Mannschaft 2015 auswärts noch ohne Erfolgserlebnis.

Besser läuft es dagegen vor heimischem Publikum: Nur vier Spiele verloren die Schwarz-Weißen in der Festung am Hallo, nur eines in der Rückrunde. Und das darf natürlich Hoffnung machen, auch wenn man kein Experte sein muss, um festzustellen, dass – bleibt es bei dieser Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsergebnissen – nach fünf Spielen Schluss sein wird mit den Playoffs. Weil Nürnberg ein entscheidendes fünftes Spiel bei sich zu Hause austragen darf. Gegen Nürnberg war es immer knapp und Igor Krizanovic ist optimistisch: „Wir haben kleine Entwicklungsschritte gemacht, wir sind auf dem richtigen Weg.“

Der Bock soll am Samstag (19.30 Uhr) endlich umgestoßen werden, wenn es zum ersten Playoff-Duell in Nürnberg kommt. Es wäre keinen Moment zu früh.