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Skaterhockey

„Das beste Turnier aller Zeiten“

06.07.2011 | 17:33 Uhr
„Das beste Turnier aller Zeiten“
Die SHC Rockets gehen als Außenseiter in den Europacup, haben sich aber viel vorgenommen. Foto: Gohl

Monatelang haben sich die SHC Rockets ins Zeug gelegt. Sie haben geplant, organisiert und vorbereitet. Jetzt ist die Vorfreude riesengroß bei den Essener Hockeyskatern. Denn von Freitag bis Sonntag richten sie den Herren-Europacup aus. Und das vielleicht Beste daran: Dank einer Wildcard dürfen die Raketen auch sportlich an dem kontinentalen Kräftemessen teilnehmen.

Zwölf Teams aus sieben Nationen werden in der Eissporthalle am Westbahnhof an drei Tagen ihren Besten ermitteln. Sieben nationale Titelträger, vier Vize-Meister und die SHC Rockets werden dabei um den Europacup kämpfen. „Die Qualität ist im Skaterhockey in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, so dass wir sportlich das wohl beste Turnier aller Zeiten erleben werden“, berichtet der SHC-Vorsitzende Thomas Böttcher.

Doch nicht nur auf dem Feld, sondern auch abseits sollen neue Maßstäbe für die eigentliche Randsportart Skaterhockey gesetzt werden. „Wir hoffen, dass wir tatsächlich an alles erdenkliche gedacht haben“, meint Böttcher. So soll das Rahmenprogramm dafür sorgen, dass auch Zuschauer an den Westbahnhof kommen, die sich für das sportliche Geschehen eher kaum interessieren.

Am Rande der Bande
Ungewohnte Spielfläche am Westbahnhof

Tageskarten für den Europacup kosten jeweils fünf Euro, das Drei-Tages-Ticket ist für zwölf Euro erhältlich. Zum Abschluss des Turniers wird neben den Siegern auch eine All-Star-Mannschaft gekürt. Zudem erhält das Team, das die wenigsten Strafzeiten aufgebrummt bekommen hat, einen Fairness-Preis.

Insgesamt sind an den drei Turnier-Tagen rund 100 Helfer für die SHC Rockets im Einsatz, die einen reibungslosen Ablauf garantieren sollen.

Ungewohnt ist für sämtliche Teilnehmer die Spielfläche. Denn die am Westbahnhof ist rund doppelt so groß wie bei normalen Liga-Partien.

Eröffnet wird die Veranstaltung am Freitag um 10 Uhr mit einer offiziellen Eröffnungsfeier. Im Anschluss steigt die Vorrunde. In vier Gruppen mit je drei Mannschaften wollen sich die Teams eine gute Ausgangslage für die Zwischenrunde verschaffen, die am Samstag ab 8 Uhr ausgetragen wird. Ebenfalls noch am Samstag (ab 18 Uhr) finden die Viertelfinals statt. Am Sonntag (ab 8 Uhr) gibt es schließlich die Platzierungsspiele, die Halbfinals und das Finale (19 Uhr), so dass gegen 20.40 Uhr der neue Europacup-Sieger ausgezeichnet wird.

Während die SHC Rockets allenfalls Außenseiter-Chancen besitzen und schon der Einzug ins Viertelfinale eine Überraschung wäre, gelten die anderen deutschen Teilnehmer als sehr aussichtsreich. Der TV Augsburg (Vize-Meister), aber vor allem der HC Köln-West dürfte als nationaler Seriensieger der vergangenen Jahre eine wichtige Rolle bei der Cup-Vergabe spielen. Nicht zuletzt sind die Kölner auch Titelverteidiger. Im vergangenen Jahr setzten sie sich im Finale gegen die ebenfalls erneut teilnehmenden Vesterbro Starz aus Dänemark durch und sich damit die kontinentale Krone auf. „Die Kölner sind wieder einer der ganz heißen Favoriten, aber gerade international fällt es schwer, die einzelnen Mannschaften einzuschätzen. Im Grunde genommen traue ich fast jeder Mannschaft eine Überraschung zu“, so Böttcher.

Seine Einschätzung begründet Böttcher damit, dass das Skaterhockey in vielen Heimatorten der teilnehmenden Teams einen großen Stellenwert belegt. Das gilt vielleicht nicht für London, die Heimat der der Street Warriors, beispielsweise eher für Rossemaison. Das Schweizer Dorf zählt gerade einmal 500 Einwohner, doch weit mehr als die Hälfte davon sind Mitglied beim dortigen SHC.

Von einem solchen prozentualen Rückhalt in der Stadt-Bevölkerung können die Raketen natürlich nur träumen. Doch mit einer perfekten Veranstaltung am Westbahnhof und einer sportlichen Überraschung wollen sie dafür sorgen, dass ihr Ansehen in Essen weiter steigt. Die Vorfreude auf das Wochenende ist jedenfalls schon riesengroß.

Christian Schwarz

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