Das Beste kommt zum Schluss

Die Saison in der Frauenfußball-Bundesliga lief für die SGS Essen bislang ziemlich zufriedenstellend. Momentan stehen die Essenerinnen auf einem sicheren fünften Tabellenplatz, hinter den Spitzenteams aus Wolfsburg, München, Frankfurt und Potsdam. Und auch der Abstieg ist schon längst kein Thema mehr in Schönebeck. SGS-Trainer Markus Högner geht daher ziemlich gelassen in die letzten beiden Begegnungen der Saison: „Ich glaube, es gibt viele Mannschaften, die gerne mit uns tauschen würden. Wir können sehr zufrieden sein mit der Platzierung und deshalb recht entspannt in die nächsten Wochen gehen.“ Doch bei aller Gelassenheit: Das Ziel für die verbleibenden Partien darf nicht aus den Augen verloren werden. „Wir wollen auf alle Fälle diesen Platz behaupten“, gibt der Coach die Marschroute vor.

Am Mittwochabend (18.30 Uhr) kommt es an der Hafenstraße zum letzten Heimspiel der Saison. Und das hat es in sich: Zu Gast ist der amtierende deutsche Meister, Tabellenführer, Pokal-Finalist und Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg. Erst eine Niederlage haben die „Wölfinnen“ in dieser Spielzeit kassiert, ein 0:2 gegen den 1.FFC Frankfurt. In Schönebeck schrillen nach der 1:3-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die TSG Hoffenheim deshalb alle Alarmglocken. „Solche Fehler wie gegen Hoffenheim dürfen wir uns nicht noch mal erlauben. Meiner Meinung nach ist Wolfsburg die beste Mannschaft der Liga und sie wird uns richtig fordern. Sie hat eine unglaubliche Power“, betont Högner. Dennoch rechnet sich der 47-Jährige auch gegen den Favoriten Chancen aus: „Wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen. Es wäre schön, wenn wir im letzten Heimspiel noch mal ein Zeichen setzen könnten.“ Auch Willi Wißing weiß um den hohen Schwierigkeitsgrad der Aufgabe. „Wir wollen die Chance nutzen, die wir nicht haben“, schmunzelt der SGS-Manager.

Die 0:4-Hinspielniederlage dürfte bei den Beteiligten wohl kaum die Hoffnungen auf einen Sieg ins Unermessliche steigen lassen. Doch einen klaren Vorteil haben die Essenerinnen: Sie können befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren – der Gegner aber schon. Schließlich geht es für den VfL Wolfsburg noch um die Meisterschaft. Und die ist in diesem Jahr spannender denn je. Das Führungstrio trennt gerade mal zwei Pünktchen voneinander. Somit darf sich der VfL keinen Ausrutscher erlauben, was den Druck in der Autostadt erhöht. Zudem setzte es am Samstag im Champions-League-Halbfinale eine empfindliche 0:2-Niederlage gegen Paris St. Germain - mit Sicherheit kein Ergebnis, das Selbstvertrauen bringt.

Trotz all dieser vermeintlichen Vorteile wird es nicht einfach für die Essenerinnen. „Es müssen viele Dinge zusammen kommen, damit wir etwas Zählbares mitnehmen können. Wolfsburg muss einen schlechten Tag haben und wir müssen über uns hinaus wachsen“, verrät Högner. Aber da bekanntermaßen gerade im Fußball alles möglich ist, ist auch ein Erfolg für die SGS nicht ausgeschlossen.

Der Trainer freut sich schon jetzt auf den Abend und hofft auf viele Zuschauer: „Das Wetter soll gut werden und einen besseren Gegner kann man zum Abschluss kaum bekommen. Das Ambiente wird mit Sicherheit nett.“ Markus Högner hat vor dem Duell mit dem Spitzenteam jedenfalls „kein so schlechtes Gefühl“.

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