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Daniel Wende ist auf dem besten Weg zu den Olympischen Spielen

12.11.2009 | 10:19 Uhr

Essen. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in hat der Essener Eiskunstläufer Daniel Wende geschafft. Die offizielle Nominierung durch den Verband stehe allerdings noch aus. Der Paarläufer erlebte einer Leistungsexplosion dank der Chemie zwischen ihm und seiner Partnerin Maylin Haush.

Daniel Wende will an den Olympischen Spielen in Vancouver teilnehmen. Mit seiner ehemaligen Partnerin Rebecca Handke stagnierte die Entwicklung. (Foto: afp)

Daniel Wende fliegt zu den Olympischen Winterspielen. Nein, hier soll nichts vorweg genommen werden, nichts ist in trockenen Tüchern. „Die offizielle Nominierung durch den Verband steht noch aus”, betont auch Daniel Wende. Aber mit seiner guten Laune kann der 25-jährige Essener kaum hinterm Berg halten. Gerade ist er zurück aus der Slowakei, wo er beim Ondrej Nepela Memorial zusammen mit seiner Partnerin Maylin Hausch im Eiskunstlauf Gold geholt hat und dabei nach Oberstdorf und Graz zum dritten Mal im dritten Wettkampf der Saison die Paarlauf-Norm für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (Kanada) erfüllte. Gefordert sind 138 Punkte, in Piestany waren es 139,8. „Damit können uns eigentlich nur noch Verletzungen aus der Bahn werfen”, findet Wende.

Zweimal binnen drei Wettkämpfen galt es die Norm zu knacken. Was Wende/Hausch mühelos gelang, war für das Duo Mari Vartmann und Florian Just zu viel. Sie scheiterten in Nizza nun zum zweiten Mal an besagten 138 Punkten und sind damit – vermutlich – raus. Wie gesagt: Die Nominierung steht noch aus.

Unglaublicher Erfolg

Zweifel gibt es aber eigentlich keine mehr, dass Hausch/Wende nach den aus deutscher Sicht gesetzten Weltmeistern Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy das letzte Olympia-Ticket gelöst haben. Ein unglaublicher Erfolg. „Vancouver war das Ziel, dass wir es geschafft haben, ist sensationell”, kann es Daniel Wende kaum fassen.

Und dass er ausgerechnet mit einem Sport grandiose Erfolge einfährt, den er nur wegen seiner Schwester und eher widerwillig überhaupt kennengelernt hat, fasziniert ihn. „Sie hat beim EJE trainiert und ich als ihr kleiner Bruder musste immer mit in die Essener Eishalle. Meine Mutter konnte sich ja nicht aufteilen.” Blödsinn habe er die ganze Zeit gemacht. „Und als mir keiner mehr einfiel, habe ich zugeschaut und die Sprünge auf dem Trockenen nachgemacht.” Bis ihn eine Trainerin aufforderte, das Ganze auf dem Eis zu probieren, „da war ich gerade sechs Jahre alt”.

Er „probiert” es noch immer, erst seit Oktober 2008 mit seiner Lauf-Partnerin Maylin Hausch. Nach einem langen gemeinsamen Weg mit seiner ersten Gefährtin Rebecca Handke stagnierte die Entwicklung, es folgte ein kurzes Intermezzo mit Ekaterina Vasilieva. Wende: „Das hat aber nicht funktioniert.”

Aus dem Nähkästchen

Ob es funktioniert oder nicht, ob die „Chemie” stimmt oder eben nicht, darüber entscheiden meist nur Augenblicke. „Bei Maylin waren eigentlich schon die ersten Schritte auf dem Eis. Die ersten Elemente, die wir zusammen trainiert haben, haben das nur noch bestätigt.” Da war der Essener allerdings schon unterwegs zum Stützpunkt Oberstdorf, ein Schritt, der ihm schwer gefallen sei. „Ich bin Familienmensch und mit meiner Heimat verbunden. Da machen einem 650 Kilometer Entfernung am Anfang schon zu schaffen”, plaudert Daniel Wende aus dem Nähkästchen.

Aber es hat sich gelohnt. Die berühmte „Chemie” stimmte nicht nur, sie führte gleich zu einer Leistungsexplosion. „Wir haben angefangen und zwei Monate später waren wir schon deutsche Vizemeister.” Auch Platz acht bei den Europameisterschaften in Helsinki und die Tatsache, nach Platz 15 bei der WM in Los Angeles von einer „Enttäuschung” sprechen zu müssen, machten klar: Der Weg zu den Olympischen Winter-Spielen 2010 in Vancouver (Kanada) führt in dieser Saison über Daniel Wende und Maylin Hausch. Nach Oberstdorf, Graz und Piestany ist klar: Sie haben ihn blockiert und fahren selbst hin. Auch wenn natürlich noch nichts offiziell ist...

Achim Faust

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