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Daniel Schmidt gewinnt 50. Essener Marathon

14.10.2012 | 20:01 Uhr
Der Sieger des Essen-Marathons, Daniel Schmidt, kurz nach dem Zieleinlauf.Foto: Michael Gohl/WAZ Fotopool

Essen.  Der Remscheider Daniel Schmidt gewinnt in 2:23:00 den 50. Essener Marathon "Rund um den Baldeneysee". Unterwegs hatte der Sieger noch Magenprobleme. Zweiter wurde Marcel Bräutigam vom LC Erfurt. Björn Tertünte von der MTG Horst lief persönliche Bestzeit und ist Kreismeister.

Alles lief wie immer beim 50. RWE-Marathon „Rund um den Baldeneysee“. Die Organisatoren vom Tusem und die vielen ehrenamtlichen Helfer  erledigten ihren Job  und warteten auf den Sieger beim Jubiläumsrennen. Die Uhr zeigte 2:20. Mit dieser Zeit hatte im Vorjahr der Essener Matthias Graute (Triathlonclub) gewonnen. Doch noch war kein Läufer in Sicht. „Oh, die Zeit läuft“, entfuhr es Cheforganisator Gerd Zachäus, der genau weiß, dass die Qualität einer Marathon-Veranstaltung oftmals pauschal allein an der Zeit des Siegers gemessen wird.

Aber lange brauchte sich Zachäus nicht mehr zu gedulden. Der Beifall brandete hinter der Tribüne auf, die freudig erregte Stimme des Streckenreporters löste die Spannung auf. Daniel Schmidt bog auf die Zielgerade ein. Und er lief die letzten Meter  so leicht und locker, als könnte er noch problemlos einige Kilometerchen draufpacken. Später erinnerte sich der Zweitplatzierte Marcel Bräutigam (25/ LC Erfurt), dass plötzlich bei Kilometer 39 dieser Schmidt an ihm „vorbeigerauscht“ sei. Man konnte es nun gut nachvollziehen.

Schmidt zählte nach dem Ausfall der Lokalmatadoren Matthias Graute und vor allem von Stefan Koch (Tusem) zum Favoritenkreis. Er gewann in 2:23:00 Stunden , verfehlte aber sein persönliches Ziel um rund 60 Sekunden. „Die Zeit spielt heute keine Rolle“, strahlte der Sieger, der sich allerdings weit mehr quälen musste, als man es ihm am Ende ansah. „Ich habe mich anfangs super gut gefühlt“, schilderte Schmidt und klatschte sich auf die Oberschenkel: „Meine Beine waren sehr locker.“ Und in der Euphorie  übernahm er wie schon im Vorjahr, als er Dritter geworden war, einen Großteil der Führungsarbeit.

Doch bei Kilometer 15 streikte der Magen. „Wir hatten vor dem Rennen noch darüber geflachst, dass einem so etwas  passieren kann“, schmunzelte Schmidt. Doch  ein Vergnügen war’s ganz sicher nicht. Gleich dreimal musste er das „Stille Örtchen“ aufsuchen und verlor auch Zeit  auf die Konkurrenten. „Irgendwann ist der Magen dann leer“, beantwortete der 26-Jährige die Frage, wie er sich denn über die Runden geschleppt hat. Und plötzlich lief’s bei ihm wie zu Beginn.

Konkurrenz hat Probleme

Glück für ihn, dass auch die Konkurrenz Probleme bekam. Der junge  Bräutigam lag lange Zeit in Führung. Erst gemeinsam mit Manuel Meyer (TV Wattenscheid), „von Kilometer 24 bis 39 bin ich dann allein  gelaufen“. Und so spürte er auch den kalten, unangenehmen Gegenwind, der die Läufer auf der gegenüberliegenden Seeseite ärgerte. Plötzlich zwickte es in seiner Wade. Und Konkurrent Schmidt rauschte an ihm vorbei. „Die Chance war da, heute hier zu gewinnen. Aber ich bin trotzdem zufrieden“, beteuerte Bräutigam, der in 2:24:02 auf Platz zwei ins Ziel kam.

50. RWE-Marathon 2012

Auch Elias Sanar (LG Lage-Detmold), der Vorjahreszweite, gehörte wieder zum Favoritenkreis. Auch er hätte ganz vorn sein können, wenn alles optimal gelaufen wäre. Ist es aber auch beim ihm nicht. „Ich bekam Seitenstiche und überlegte schon, ob ich aussteigen soll.“ Vier, fünf Kilometer sei er „gejoggt“ und hat sich bis ins Ziel durchgebissen.

Kaum war Björn Tertünte von der MTG Horst dort angekommen, riss er die Arme mit einem kräftigen Jauchzer  in die Luft, sank hernieder auf die rote Asche und streckte alle viere von sich. Kein Zweifel, der Mann war von sich und seiner Leistung überwältigt.  Mit  2:42:20 stellte der überglückliche Läufer eine persönliche Bestzeit auf und ist Kreismeister.  Schulter an Schulter lief er mit Muharrem Yilmaz (Ayyo Team ) die letzten Meter und überquerte mit ihm die Ziellinie. „Wir treffen uns öfter beim Training in Stoppenberg“, klärte Yilmaz auf. Und vor einer Woche stellte sich heraus, dass Tertünte die gleiche Zeit anpeilte wie sein Kollege als Schlussläufer der Staffel. „Da haben wir uns abgesprochen, den letzten Kilometer gemeinsam zu laufen.“ Die Idee war geboren und passte so recht ins familiäre Flair.

Rolf Hantel


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