Chancenlos gegen Wolfsburg

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SGS Essen
VfL Wolfsburg 0:4 (0:1)

SGS: Pauels – Ioannidou, Martini, Hochstein (46. Gidion), Freutel – Feldkamp, Lehmann, Janssen, Meissner – Dallmann, Hartmann. Zuschauer: 1378.
Tore: 0:1 Peter (5.), 0:2 Popp (54), 0:3 Popp (66.), 0:4 Hansen (67).

Frei von eigenen Sorgen und im Titelrennen das Zünglein an der Waage spielen – so hatte sich Willi Wißing, Manager des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen, das Saisonende vorgestellt. Ersteres hat Schönebeck längst erreicht. Um aber den Spitzenreiter aus Wolfsburg zu ärgern, hat es nicht gereicht. Mindestens eine Nummer zu groß waren die Gäste – das 0:4 damit standesgemäß.

Dabei erwischten die Essenerinnen einen denkbar schlechten Start: Schon nach fünf Minuten lagen die Gäste vorn. Bei einer Ecke stellte der VfL erstmals seine beeindruckende Physis unter Beweis. Nationalverteidigerin Babett Peter war nicht zu halten. Nicht nur sie war ein Beispiel dafür, dass Wolfsburg in puncto Kraft und Größe deutliche Vorteile hatte.

Allerdings ließ sich die SGS von der kalten Dusche kaum beeindrucken. Die Gastgeberinnen agierten aus einer soliden Ordnung, machten geschickt die Räume eng und ließen Wolfsburg so kaum in die gefährliche Zone eindringen. Lena Pauels, die im Essener Tor erneut Lisa Weiß (Sehnenriss) ersetzte, hatte zumindest in der ersten Hälfte überraschend wenig zu tun.

Einmal aber konnte sich die 17-Jährige doch auszeichnen. Verena Faißt drang von links in den Essener Strafraum ein und legte in den Rückraum für Vanessa Bernauer auf. Pauels verhinderte mit einer starken Fußabwehr das 0:2. Wenig später war Essens Linksverteidigerin Irini Ioannidou zur Stelle und klärte nach einer Ecke kurz vor der Linie.

Ansonsten tat sich der VfL sehr schwer. Nationalspielerin Alexandra Popp trat kaum in Erscheinung. Bezeichnend war ihr Versuch kurz vor der Pause, mit einer plumpen Schwalbe einen Freistoß zu schinden. Zu Entlastungsangriffen aber kam die SGS kaum. Einmal brachte Jana Feldkamp Angreiferin Charline Hartmann fast in Schussposition. Es war ein Mutmacher. Und davon gab es in der zweiten Hälfte noch einen: Hartmann setzte sich gegen zwei Wolfsburgerinnen durch, aber VfL-Torfrau Schult fing die Flanke auf Margarita Gidion noch ab.

Dann ließ der VfL die Muskeln spielen: Hansen war auf dem rechten Flügel nicht zu verteidigen und Popp in der Mitte blank. 0:2. Hoffnung und Konzentration schwanden gleichermaßen. Nach einem ungefährlichen Freistoß durch den eigenen Strafraum, verlassen sie sich bei der SGS alle auf die andere, Popp macht das 0:3. Ein Wimpernschlag später hatte Hansen schon nachgelegt.