Boxeinlagen und Provokationen
15.09.2009 | 18:53 Uhr 2009-09-15T18:53:00+0200Wie Vereine, Verantwortliche und Verbandsfunktionäre nach Lösungen suchen. Aber nicht nur Helmut Karl, der Geschäftsführer des SV Leithe, blickt voller Sorge auf die Zukunft des Amateurfußballs.
Juspo West gegen FC Alanya, Helene II gegen Spvg. Katernberg oder FC Saloniki gegen FC Karnap II – es sind nur drei Essener Beispiele für Spielabbrüche in einer derzeit anscheinend außer Rand und Band geratenen Amateurfußball-Szene. Die Zahl ist besorgniserregend hoch und dabei sind gerade erst einige wenige Spieltage absolviert.
Aber auch der Südosten ist betroffen. Jüngstes Beispiel: die Bezirkligapartie ETB II – Trabzonspor Wuppertal. Davor gab's Übergriffe beim Kreisliga-C-Spiel SV Leithe III gegen Yurdum Spor. „Nach einer Rangelei stürmten türkische Zuschauer den Platz, unsere Spieler wurde geschlagen und getreten”, schildert Leithes Geschäftsführer Helmut Karl seine Sicht. Der Schiedsrichter habe allerdings auf einen Abbruch verzichtet.
Es ist ein sehr heikles Thema. Denn es sind oft Spieler mit Migrationshintergrund, die ausflippen und die Sportart wechseln. Kickboxen statt Fußball. „Vielleicht haben wir zu lange weggeschaut, um nicht als ausländerfeindlich zu gelten”, benennt Rainer Lehmann, Geschäftsführer des Fußballverbandes Niederrhein die Krux.
Niemand will in solch eine Ecke gedrängt werden. Auch Frank Westerbeck nicht, der Lotse für Gewaltprävention im Kreis 13. Seine Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: 52 Vorfälle seien 2008 vor der Kreisspruchkammer verhandelt worden, 38 davon mit Spielern oder Vereinen mit Migrationshintergrund. 2009 sei es bislang zu 25 Sitzungen gekommen, 22 davon hätten sich mit Fällen von Spielern mit ausländischer Herkunft befassen müssen. Westerbeck hatte sich bereits zu dieser Problematik geäußert, nun bekräftigt er: „Alles ist belegbar.”
Damit reagiert er auch auf eine Gegendarstellung des FC Saloniki, der sich in ein falsches Licht gerückt sieht. Ja, es habe einen Spielabbruch gegeben. „Wir werden es aber nicht hinnehmen, mit gewaltbereiten Vereinen wie Türkiyemspor oder Alanya in einen Topf geworfen zu werden”, klagt der 1. Vorsitzende des Klubs, Dimosthenis Tassikas.
Beim FC Alanya ist man sich der Problematik bewusst. Zwar will sich Geschäftsführer Detlef Eickmeier zu den aktuellen Vorkommnissen nicht äußern. „Aber dass es Gewalt auf den Fußballplätzen gibt, ist ja nicht wegzudiskutieren.” Dass so oft ausländische Spieler involviert seien, habe allerdings eine Vorgeschichte. Die Flut an Provokationen sei manchmal eben nur schwer zu verkraften. Da könne auch eine Gelbe Karte das Fass zum Überlaufen bringen.
Was wie eine Entschuldigung klingt, soll keine sein. Er will es als Hinweis auf die zweite Seite derselben Medaille verstanden wissen. „Bei uns ist es intern Gesetz, dass man auf dem Platz die Ohren auf Durchzug stellen muss. Man muss sich beherrschen, Schlägereien dürfen nicht sein.”
Passierten sie doch, fordert Eickmeier drakonische Strafen und Zusammenhalt bei deren Umsetzung. „Wir brauchen eine enge Kooperation von Vereinen, Stadt und Polizei mit dem Ziel, alle Aggressoren von den Plätzen fernzuhalten.” Oft seien die Vereine auf sich allein gestellt.
Fürs Erste versucht der Klub die Polizei als Partner zu gewinnen. Mit dem Vorschlag, Abendveranstaltungen für „Problem-Fälle” zusammen durchzuführen, bei denen Missstände angesprochen und über Konsequenzen aufgeklärt werden sollen, ist der Alanya-Chef auf einer Linie mit Frank Westerbeck. Der hatte gegenüber dieser Zeitung diese Maßnahme bereits ins Rennen geworfen.
Nicht nur Eickmeier fürchtet irreparable Schäden für den Fußball. Auch Leithe-Geschäftsführer Helmut Karl sorgt sich und fordert höhere Strafen: „Über die 50 Euro, die etwa in unserem Fall gegen Yurdum Spor als Strafe verhängt wurden, wird nur gelacht.” Auch den SV habe man mit 25 Euro belegt, weil beim Spiel kein Ordnungsdienst anwesend gewesen sei. „Aber wer stellt sich denn dafür noch zur Verfügung?”, fragt Karl. Einige Vereine aus Angst zu isolieren, sei auch keine Lösung. „Fußball ist für alle da. Es muss andere Wege geben.”
Der Alanya-Geschäftsführer Eickmeier wird es gerne hören: „Wir haben uns in den Vorjahren viel aufgebaut, haben mittlerweile drei Jugendmannschaften. Im Moment nimmt alles Schaden.”
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Im Südosten ist der Vorfall in Leithe auf Kreisebene bislang der einzige. Kreis-Fußball-Obmann Karl-Heinz Kurz freut sich: „Alles ist im Rahmen.” Rote Karten hätten den „normalen sportlichen Hintergrund”, auch ausländische Temas wie TSK verhielten sich vorbildlich. „Es tut mir Leid für meine Amtskollegen im Nordwesten, ich habe bislang nur aus der Zeitung von solchen Vorfällen erfahren.”
13:18
Innerhalb von wenigen Minuten stand es 0:3 für den Gegner.
Umso unverständlicher war das provozierende und gewalttätige Verhalten des Gegners. Mit Fussball hatte das nicht mehr viel zu tun. Es wurde gegrätscht, gerempelt, nach getreten und mit Anlauf in die Spieler gesprungen selbst wenn gar kein Ball in der Nähe war. Verbale Provokationen gegenüber unserer Spieler und auch Zuschauer war keine Seltenheit. Der Höhepunkt dieser unkontrollierten Aggressivität der Spieler war dann das grobe Foul an Oguzhan. Der noch vor der ersten Halbzeit zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus musste. Die Folge ist ein Schlüsselbeinbruch eine Verletzungspause von 4-6 Wochen.
Dies ist ein Auszug aus unserem aktuellen Spielbericht vom 10.10.09. Festzustellen ist hierbei, dass die betreffenden Spieler augenscheinlich keinen Migrationshintergund haben und auch sonst bin ich nicht der Meinung das Gewalt auf dem Fussballplatz ausschließlich ausländischen Spielern zu zuordnen ist. Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen ist grundsätzlich gestiegen und auch ich stimme hier für harte Strafen!! Einheitlich und unabhängig von der Nationalität. Wir achten in unserer Mannschaft (A Jugend) sehr auf eine ordentliche und natürlich gewaltfreie Kommunikation. Das sich aber ein Spieler z.B. nach 90 Minuten laufender Beleidigungen auch mal reizen lässt ist oft schwer zu verhindern. In unserem Verein werden auffällige Spieler direkt für ein Gespräch zur Seite genommen. Schon Verbalattacken untereinander werden direkt unterbunden. Aber auch so Begegnungen wie die vom 10.10.09 werden bei uns in Gesprächen reflektiert und nehmen so den angestauten Frust von dem Spieler. Zudem ist unseren Spielern bewusst, dass Gewalt vor, während oder nach dem Spiel mit einem sofortigen Ausschluss aus der Mannschaft und Verein geahndet wird. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es mehr Schulungen für Trainer zu diesem Thema geben muss. Aber auch Seminare vor ort für die Spieler selbst halte ich nicht für falsch. Auch die Trainer sehe ich hier gefordert, auf auffällige Spieler einzugehen und das Gespräch zu suchen. Sicherlich sollte es nicht die Aufgabe eines Trainers sein die pädagogischen Aufgaben von den Erziehungsberechtigten zu übernehmen, aber leider tendieren wir immer mehr dahin, wenn wir den Alltagsfrust der heutigen Jugend nicht als Gewaltakt auf dem Platz sehen wollen.
18:06
Es gib nur zwei Lösungen für dieses Problem
1.) Auffällige Spieler lebenslänglig sperren
2.) Auffällige Mannschaften vom Leistungsbetrieb ausschließen und alle in eine Liga stecken, wo keine Schiedsrichter angesetzt werden. Dort können sie sich dann gegenseitig die Köpfe einschlagen.
18:07
@7 Da kann ich dir zu großen Teilen recht geben.
Seit vielen Jahren geht das so. Ich komme aus einem Verein
den man eigentlich als sehr ruhig bezeichnen kann. Selten gibt es
wirklich Theater auf dem Platz und meist steht man nach dem Spiel noch kurz
zusammen , ja auch mit dem Gegner. Aber seit vielen Jahren frage ich mich
warum es gegen Alanya (und 1-2 anderen Vereinen aus Essen) oft zu üblen Szenen kommt.
Schiedsrichter die die 60 weit überschritten haben, werden mal eben
mit einem Karatesprung niedergestreckt (geschehen vor 3 Jahren)
Ich selbst wurde als Spieler schon übel beschimpft, weil ich sagte „der Ball war aus“
schon wird man zum Nazi oder man weiß wo mein Auto steht
oder meine Mutter wird gef….usw.
Habe selbst schon Verhandlungen am Kreis Nord West mitgemacht.
Besserung wird oft gelobt. Aber im nächsten Jahr geht’s dann genauso weiter.
Einfach nicht mehr antreten gegen solche Gegner oder den Platz nach der ersten Beleidigung zu verlassen scheint mir
die einzige Lösung zu sein. Traurig aber wahr!
Dies schreibt jemand der alles andere als rechts in dieser Gesellschaft steht
und jeden Tag mit einer Menge Menschen aus vielen Nationen zu tun hat.
14:12
Die Deutschen Spieler sollten sich weigern und den Sonntag mit ihren Familien verbringen.
Das Problem ist doch seid Jahren bekannt,aber keiner macht was.
Warum tun die Verbände nichts??????
Weil sie dann als NAZIS beschimpf werden.
09:22
Was Herr Eickmeier da zum Besten gibt ist für mich der absolute Hohn. Natürlich kann man sagen, dass man 3 Jugendmannschaften aufgebaut hat aber was seit Jahren im Seniorenbereich dieses Vereins geschieht habe ich mehrmals in Spielen persönlich mitbekommen. Sobald man sich über ein etwas zu hartes einsteigen in einem Zweikampf beschwert, wird man gleich als Nazi beschimpft. Solange man im Spiel zurück liegt ist alles ok aber wehe man wagt es in Führung zu gehen. Und das der Polizeibeamte Eickmeier die Augen davor wohl häufig verschliesst ist ja wohl deutlich zu erkennen. Sonst würde es nicht immer wieder zu Vorfällen seiner Seniorenmannschaften kommen. Siehe Sonntag beim Spiel Holsterhauser SV III gegen Alanya II.
00:49
der bock zum gärtner - herr eickmeyer!!!
Polizeibeamter!!!
Strafvereitelung im Amt, eine schwere Straftat für einen Polizeibeamten.
21:12
Alle lebenslang sperren egal in welcher Liga oder welcher Herkunft ! Ein Hintergund ist mir egal,Gewalt auf dem Platz gehört sich nicht !
21:05
Beispiel:
Fußball: Krawall in der Kreisliga B - Borsigwalde und Hürtürkel liefern sich Schlägerei
In der Berliner Kreisliga B lieferten sich die Mannschaften von Roland Borsigwalde und BSV Hürtürkel eine wüste Schlägerei. Dabei soll ein Borsigwalder Spieler einen Gegner sogar mit einem Messer angegriffen haben.
Daran, wie das Messer auf den Platz kam, will sich keiner mehr erinnern können. Ein Spieler musste sich leicht verletzt im Krankenhaus behandeln lassen.
Die Polizei ermittelt nun. Den Spielern drohen neben strafrechtlichen Konsequenzen auch seitens des DFB schlimmstenfalls lebenslange Sperren.
21:00
Beispiele:
Auch in Hamm kommt es zu Ausschreitungen
Auch in Hamm kam es bei einem Kreisliga-Spiel zu einer Massenschlägerei. Im Match des Türkischen Sportclubs Hamm und des Kamener Sportclubs wurde ein Zuschauer dabei schwer verletzt. Nach Polizeiangaben war ein Foul Auslöser der Schlägerei. Ein 35-jähriger Kamener Spieler wurde gefoult. Während er sich deshalb beim Schiedsrichter beschwerte, stürmte ein 27-jähriger Spieler des TSC auf den Platz. Ihm hatte vorher der Schiedsrichter die Gelb-Rote Karte gezeigt. Der Akteur schlug seinen Kamener Gegner mehrfach mit der Faust gegen den Kopf.
20:53
@ 1
Sicher......wers glaubt!