Bittenfeld für dezimierten Tusem eine Nummer zu groß

Bürgermeister Rudi Jelinek (l.) und Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger (r.) verabschieden (v.l.) David Hansen, Marcus Bouali, Rene Zobel und Hannes Lindt.
Bürgermeister Rudi Jelinek (l.) und Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger (r.) verabschieden (v.l.) David Hansen, Marcus Bouali, Rene Zobel und Hannes Lindt.
Foto: WAZ FotoPool

Saisonausklang in der 2.Handball-Bundesliga. Aber Entscheidendes würde am Hallo nicht mehr passieren, das war schon vor dem Anwurf klar. Der Gastgeber hatte sich bereits zwei Spieltage zuvor gerettet, und die „Wild Boys“ aus dem Schwabenland standen praktisch als Erstliga-Aufsteiger neben Meister Leipzig und Eisenach fest. Nach einer strapaziösen und nervenzehrenden Spielzeit ist da ein Unterhaltungswert nicht immer garantiert. Aber man kennt es ja vom Tusem. Ein Pluspunkt dieses Teams ist, dass es einen eisernen Willen besitzt und eine ziemlich stabile Moral. Und mit diesen Tugenden verhinderten die Essener, dass sie nur mit 23:25 (8:16) und nicht mit einer ordentlichen Packung den Urlaub antreten müssen.

Denn Mitte der zweiten Halbzeit drohte ihnen noch eine Pleite erster Güte, als die Bittenfelder souverän mit 22:14 führten. Ein deutlicher Vorsprung, der bis zu diesem Zeitpunkt auch die Kräfteverhältnisse spiegelte.

Kein Wunder, denn der Tusem bot mal wieder eine Bubi-Truppe auf, weil der Rest der Crew einen Krankenschein besitzt. Linksaußen Lasse Seidel meldete sich zwar wieder fit, dennoch hockte auf der Wechselbank hinter Trainer Mark Dragunski eine blutjunge Oberliga-Auswahl. Marvin Leisen war dabei, Rene Zobel, Joshua Schlüter, Tobias Schetters und erstmals auch Steffen Hahn, der als Vertreter von Rechtsaußen Peter Hornyak (bereits bei der ungarischen Nationalmannschaft) vorgesehen war, damit Simon Keller im Rückraum aushelfen konnte.

Die Bittenfelder waren nicht nur deshalb körperlich überlegen, weil sie mit der breiten Brust der Erfolgreichen auflaufen konnten. Schnell lagen sie vorn. Fast jeden Fehler bestraften sie, sodass schon bald ein komfortabler Vorsprung erarbeitet war. Der Tusem verteidigte verbissen, auch das ein Spiegelbild dieser Spielzeit. Doch vorn lief nicht viel. Acht Tore brachte Essen in Hälfte eins zustande, drei davon vom Siebenmeterpunkt.

Als Djibril M’Bengue in Hälfte zwei mit einem Doppelschlag zum 22:14 (44.) traf, schien die Abschiedsvorstellung in Stoppenberg ein bitteres Ende zu nehmen. Doch man kennt es ja, der Aufsteiger schaltete bereits in den Feier-Modus, spielte taktisch „wie es euch gefällt“. Der Faden war weg. Der Gastgeber indes gab weiterhin energisch Gas und kam heran. Und das Publikum bejubelte euphorisch jeden Treffer.. Daniel Sdunek im TV-Tor, der beim Tusem das Handball spielen lernte, bestritt seine letzte Partie für die Schwaben und ärgerte seinen Ex-Klub mit einigen Paraden. Stets begleitet mit einer Pose des Triumphes. Weniger spektakulär, aber ebenso erfolgreich war Tusem-Keeper Carlos Donderis Vegas. Er hatte großen Anteil, dass der Gegner innerhalb von 13 Minuten nur einen Treffer setzte. Beim 21:23 witterten die Heimischen die Überraschung. Die Hoffnung währte nur kurz.

Tusem -
TV Bittenfeld 23:25 (8:16)

Tusem: Bliß, Donderis Vegas - Ellwanger (6), Schlüter, Keller (4), Leisen, Hegemann (1), Hahn, Zobel, Seidel (8/4), Schetters (1), Ridder, Trodler (1), Mürköster (2).

Bittenfeld: Sdunke, Jerkovic - Schimmelbauer (3), N.Kretschmer, Weiß (3), Friedrich, M. Schweikhardt (2), M’Bengue (11), Baumgarten (1) , Lützelberger (1), Sunderber, Seiz (2), Heib (1/1), F.Kretschmer (1).

Schiedsrichter: Kilp/Maier.
Zuschauer : 1611.
Strafminuten: 0/6.
Siebenmeter: 4/5 - 2/1.

Spielfilm: 1:3 (6.), 2:7 (11.), 5:10 (20.), 7:15 (28.) 8:16 (30. - Hz.) - 11:20 (38.), 14:20 (41.), 14:22 (44.), 21:23 (54.), 21:25 (58.), 23:25 (60.).