Baskets müssen sich finden

Gary Lee Johnson mit ETB -Trainer Igor Krizanovic.
Gary Lee Johnson mit ETB -Trainer Igor Krizanovic.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der ETB braucht Erfolgserlebnis im Kampf um diePlayoff-Teilnahme. Am Samstag kommt der Tabellenzweite Gießen zum Hallo.

Die Freude war groß über die beiden spektakulären Neuverpflichtungen der ETB Wohnbau Baskets kurz vor Ende der Transferfrist: Mit Nick Oudendag und Rückkehrer Logan Stutz ist die Hoffnung verbunden, der Basketball-Zweitligist (Pro A) könne sich endgültig gut aufgestellt haben für den Kampf um die Playoffs. Doch mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, wie hart die Arbeit noch sein wird, beide Neulinge zu integrieren – eine Mannschaft zu werden, die man eigentlich schon lange hatte sein wollen. Und wie schnell diese Arbeit verrichtet werden muss, ist Trainer Igor Krizanovic bewusst: „Wir haben keine Zeit, bei Adam und Eva zu beginnen“, wählt der Kroate ein durchaus passendes Bildsprachen-Vokabular.

Selten Situation gut gelöst

Der Kampf um einen der Plätze in der Top 8 ist voll entbrannt: Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als könnten die Essener ins (selbstgesteckte) Ziel trudeln, doch der Vorsprung auf Rang neun ist nach den Niederlagen gegen Chemnitz und Gotha – und der dürftigen Bilanz von nur einem Sieg in vier Spielen nach der Weihnachtspause – auf gerade einmal vier Punkte geschmolzen. „Da hilft es auch nicht, in die Vergangenheit zu schauen und auf Verletzungsprobleme zu verweisen“, so Krizanovic ehrlich. „Wir hatten, egal unter welchen Voraussetzungen, immer eine Chance, ein Spiel zu gewinnen. Die Situationen haben wir aber zu selten gut gelöst.“

An diesem Samstag bietet sich die nächste Chance, Gießen kommt zu Hallo (19.30 Uhr). Die 46ers sind ein weiteres Topteam, die die Wohnbau Baskets in diesen Wochen zu bespielen haben, nach Gotha und vor Nürnberg. Gießen hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine ganz und gar konträre Entwicklung genommen, nach anfänglichen Problemen und einer 78:80-Niederlage auch gegen den ETB startete die Mannschaft durch, steht mittlerweile auf dem zweiten Tabellenplatz. „Wir sind mit zwei Siegen Vorsprung in das Hinspiel gegangen, nun legen wir drei dahinter“, bringt es ETB-Coach Igor Krizanovic auf den Punkt.

Die Schwarz-Weißen müssen Konstanz ins eigene Spiel bekommen, weiter Defensive und Offensive ausbalancieren. Bislang ging in der Regel eines zu Lasten des anderen. Auch in den Statistiken haben die Essener Federn gelassen, der ETB ist bei den Rebounds regelrecht abgestürzt. Dinge, die sich gerade auch mit Nick Oudendag und Logan Stutz beheben lassen, zumal auch die Teamkollegen so wieder auf ihre angestammten Positionen dürfen, die sie zuletzt immer wieder hatten verlassen mussten: In einem kleinen Kader muss auf ungewohntem Terrain ausgeholfen werden. Nur das neue Zusammenspiel muss eben im Zeitraffer reifen. „Wir hatten eine gute Trainingswoche, das gilt es im Spiel zu zeigen“, fordert Igor Krizanovic.

Ein Sieg gegen die 46ers wäre ein erster wichtiger Schritt, die derzeit schwierigen Zeiten hinter sich zu lassen – und ein Ausrufezeichen im Kampf um die Playoffs.