Auswärts in Chemnitz? Geht nicht

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Chemnitz -
ETB 62:57 (26:20)

ETB: Baudinet (14/davon 2 Dreier), Alexander (11), Bartels (10/2), Johnson (10/2), Buljevic (8/1), White (4), Gebhardt, Klöß.
Die Viertel: 16:15, 10:5, 17:17, 19:20.
Der Spielfilm: 10:9 (6.), 16:13 (10.), 24:15 (14.), 26:18 (17.), 26:20 (19.), 29:22 (24.), 37:28 (29.), 43:34 (30.), 52:43 (35.), 52:51 (37.), 54:55 (38.), 59:55 (39.), 59:57 (40.), 62:57 (40.).
Zuschauer: 1617.

Es bleibt dabei: Chemnitz ist kein gutes Pflaster für die ETB Wohnbau Baskets. Die Essener unterlagen den 99ers am 18. Spieltag der Pro A mit 57:62, es war ein gebrauchter Abend, eingerahmt von zwei überlangen Busfahrten hin nach Sachsen und zurück ins Ruhrgebiet. Ehingen (90:83) sollte der Startschuss gewesen sein für eine Siegesserie, mit der die Schwarz-Weißen ihr neu erkämpftes Renommee weiter aufpolieren wollten. Dieser Anlauf wurde in Chemnitz schon wieder gestoppt.

Es hatte sich angedeutet: Wer mit Robin Christen (langzeitverletzt), Marques Oliver (Rücken), Michael Jost (krank) und Christoph Hackenesch (beim Aufwärmen verletzt) nicht nur auf vier Leistungsträger, sondern damit auch noch auf (nahezu) alle Optionen auf den „langen Positionen“ verzichten muss, wird es in der Pro A immer schwer haben. Zumal damit die verbliebenen „Krieger“ zum Teil auf gänzlich ungewohnten Positionen ihr Glück versuchen mussten. Nein, die erste Halbzeit war wirklich zum Vergessen, „und einen Kommentar nicht wert“, so Trainer Igor Krizanovic nach dem Spiel.

Dabei blieb er auch am Sonntag, mit ein wenig Abstand zu dieser Partie, die seine Mannschaft – einem Rückstand und einer hohen Foulbelastung zum Trotz – fast noch gewonnen hätte. „Wir hatten eine reelle Siegchance“, so der ETB-Trainer, der seinen Jungs keinen Vorwurf machen wollte: „Das war in kämpferischer Hinsicht absolut in Ordnung.“ Leider seien in einer hektischen Schlussphase alle Pfiffe zu Gunsten des Gegners erfolgt – für Igor Krizanovic und sein Team dürfte dies eine Art i-Tüpfelchen auf einen verkorksten Abend gewesen sein.

Die Niederlage in Chemnitz ist das eine, die Gestaltung der unmittelbaren Zukunft das andere. Da wäre zum einen das Personal: Marques Oliver und Robin Christen fehlen schon länger – der Handlungsbedarf gerade für die großen Positionen (5 und 4) ist mit dem Ausfall von Christoph Hackenesch enorm. Es könnte länger dauern beim Kapitän, wenn es beim Aufwärmen zwickt, droht meist Ungemach. Auch Igor Krizanovic klang nach dem Spiel nicht besonders zuversichtlich, auch wenn eine genaue Diagnose erst in diesen Tagen erwartet wird.

Zum anderen ist da der mentale Aspekt: Immer mal wieder Spieler ersetzen zu müssen, daran hat man sich Essen fast schon gewöhnt. Doch der ETB durchlebt derzeit eine sehr schwere Phase, wieder muss ein – zwingend benötigter Neuzugang – integriert werden, derweil der Zug in die Playoffs nicht ohne die Wohnbau Baskets abfahren darf. „So etwas passiert im Laufe einer Saison, da müssen wir gestärkt draus hervorgehen“, so Igor Krizanovic.

Schwere Aufgaben vor der Brust

Der Trainer hat schon oft genug gezeigt, dass er sein Team durch solche Momente führen kann. „Die Situation ist schwierig, die Mannschaft braucht Unterstützung und die wird sie immer bekommen. Wir müssen die Basis legen, um in der Schlussphase voll da zu sein.“ Was nicht bedeute, die nächsten Aufgaben, beispielsweise in Gotha oder gegen Nürnberg, abzuschenken. Im Gegenteil: „Egal unter welchen Voraussetzungen wir in ein Spiel gegangen sind, wir hatten immer eine reelle Siegchance.“ So auch in Chemnitz. Dort wurde sie nicht genutzt, aber das kann ja beim nächsten Mal schon ganz anders sein.