Ausverkauf beim SV Moltkeplatz

Die Wechselbörse im Tischtennis schließt zwar erst am 31. Mai, aber schon jetzt lohnt sich ein Überblick bezüglich der bereits feststehenden personellen Veränderungen, von denen die klassenhöchsten Essener Mannschaften betroffen sind.

Besonders ins Auge fällt der Totalausverkauf beim traditionsreichen SV Moltkeplatz nach dem Abstieg aus der Verbandsliga. Mit Rainer Jungblut (Union Velbert), Andreas Langehaneberg (Union Lüdinghausen), Stefan Bartmann, Christian Chwalek und Ahmed Hassan (alle Adler Union Frintrop) hat sich bis auf Stivin Matti der komplette bisherige SVM-Kader ein neues Betätigungsfeld gesucht. Wie und in welcher Klasse es am Moltkeplatz weiter geht, ist heute noch völlig offen.

Die beiden bestplatzierten Verbandsligisten vertrauen ihren bisherigen Teams, haben sich aber ergänzend verstärkt: Alexej Kiperman vom vorjährigen Klassengefährten SC Buer-Hassel wechselt zur MTG Horst, sein Mannschaftskamerad Uwe Grün kehrt nach zwölf Jahren nach Heisingen zurück.

Interner Konkurrenzdruck

Der Schwede Göran Skogsberg (bisher Adler Union Frintrop) wird den internen Konkurrenzdruck bei der SGH, die insgeheim noch auf den Sprung in die NRW-Liga hofft, weiter verstärken.

Beim Verbandsliga-Sechsten TV Kupferdreh herrscht bisher absolute Stille an der Wechselfront. Adler Union Frintrop hat den Weggang von Göran Skogsberg nach Heisingen mit den drei Zugängen von SV Moltkeplatz auch mit Blick auf die zur Landesliga aufgestiegene zweite Mannschaft weitgehend wettmachen können. Beim Neuling Tusem stand schon länger fest, dass sich Nils Gottschalk nach seinem Umzug einem Kölner Verein anschließen würde.

Mit MTG Horst II sowie den Aufsteigern Adler Union Frintrop II und VfB Frohnhausen – dazu im günstigsten Fall TTC Werden – wäre Essen künftig in der Landesliga vertreten, größere personelle Veränderungen sind noch nicht bekannt.

Damen-Bundesligist Tusem ist auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz für die zum Tus Bad Driburg wechselnde Shi Qi fündig geworden. Mit Su Yan nimmt wieder eine gebürtige Chinesin deren Platz im Spitzenpaarkreuz ein. Die 37-Jährige mit einem deutschen Pass spielte zuletzt in Frankreich, hat beim mehrfachen deutschen Meister FSV Kroppach aber auch schon Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt. „Da wir unsere bisherige Nummer eins im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten nicht halten konnten, sind wir mit dieser Verpflichtung sehr zufrieden“, so Tusem-Teammanager Klaus Ohm. Su Yan wohnt in Willich und trainiert im Düsseldorfer Leistungszentrum.

Beim TV Kupferdreh dagegen wurde das Kapitel „Bundesliga“ endgültig geschlossen. Trotz des Rückzuges nach der Vorrunde aus der Dritten Liga hätte man zwar in der Regionalliga starten können. Diese Option wurde ebenso wenig wahrgenommen wie die Möglichkeit, sich mit der Zweitvertretung als Verbandsliga-Meister um einen Platz in der Oberliga zu bewerben. In Kupferdreh begnügt man sich mit dem Start in der NRW-Liga.

Mit Pengpeng Guo (Tus Uentrop) und der 14-jährigen Deutschen Schüler-Meisterin Wan Qian (Borussia Düsseldorf) haben zwei Spielerinnen aus dem letzten Team schon neue Vereine gefunden, nachdem die walisischen Zwillingsschwestern Megan und Angharad Phillips das TVK-Gastspiel schon nach wenigen Monaten wieder beendet hatten. Olga Koop legt eine Babypause ein, dass sie ebenfalls wechseln wird, dürfte sicher sein.