Aus für die Damen des TV Kupferdreh in der 3.Liga

Olga Koop vom TV Kupferdreh
Olga Koop vom TV Kupferdreh
Foto: WAZ FotoPool

Nach zweieinhalb Jahren hat das Gastspiel des TV Kupferdreh in den Tischtennis-Bundesligen der Damen ein jähes Ende gefunden. Nur drei Tage vor dem Rückrundenstart und dem Doppel-Spieltag beim TSV Schwarzenbeck und SC Poppenbüttel hatte der TVK dem Spielleiter beim Deutschen Tischtennis-Bund sowie beiden Vereinen mitgeteilt, dass die Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückgezogen wird.

Nach der enttäuschenden Hinrunde mit nur einem einzigen Punktgewinn, was auch auf die personellen Probleme zurückzuführen ist, kommt diese Entscheidung nicht einmal überraschend. Eine E-Mail der erst zu Saisonbeginn verpflichteten walisischen Zwillingsschwestern Angharad und Megan Phillips gab den letzten Anstoß. Darin teilten die Spielerinnen mit, den Aufwand für ihr sportliches Engagement beim TVK unterschätzt zu haben und wesentlich mehr Zeit für ihr Studium investieren zu müssen.

Walisische Schwester sagen ab

Die ohnehin schon sehr angespannte Lage geriet damit endgültig außer Kontrolle und ließ den Verantwortlichen keine andere Möglichkeit als den Rückzug. Der Verein wird dafür auch noch mit einer deftigen Ordnungsgebühr zur Kasse gebeten.

„Für die angeführten Gründe haben wir zwar Verständnis, aber das bringt uns in eine denkbar unangenehme Situation“, umschreibt TVK-Abteilungsleiter Christoph Schmalfeldt. Seit seinem Amtsantritt im März 2014 gab es viele Probleme. Dass die Phillips-Schwestern zu den Spielen jeweils aus Wales eingeflogen werden mussten, war nur eines davon. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes stand die unverzichtbare Spitzenspielerin Pengpeng Guo nur noch sporadisch zur Verfügung. Und der Ausfall von Olga Koop wegen ihrer Schwangerschaft war erst recht nicht zu verkraften. Hinzu kamen die Pflichten der 14-jährigen Qian Wan bei Ranglistenturnieren sowie nationalen und internationalen Veranstaltungen im Jugend- und Schüler-Bereich, die mehrfach mit Terminen der Punktespiele kollidierten.

Noch Ende des letzten Jahres war Christoph Schmalfeldt nach Gesprächen mit dem Gesamtverein optimistisch, die Lage meistern zu können. „Ich persönlich war der Meinung, dass wir die Situation gemeinsam als Team im Griff hatten und einer erfolgreicheren Rückrunde nichts im Wege steht.“ Das aber erwies sich schon wenige Tage später als illusorisch.

Natürlich lässt diese Entwicklung den gesamten TV Kupferdreh nicht kalt. Besonders trifft sie aber die derzeit hochschwangere Olga Koop. Ihren Bemühungen und Kontakten war vor allem der rasante sportliche Aufschwung in den letzten vier Jahren zu verdanken. Sie hatte auch noch die personellen Weichen für die neue Saison gestellt und gesteht ein, mit der Verpflichtung der Phillips-Schwestern keine glückliche Hand gehabt zu haben. Alternativen hätte es jedoch wegen des geringen Etats nicht gegeben. „Was die gesamte Situation der Organisation im Umfeld angeht, fühlte ich mich zuletzt allerdings ziemlich alleine gelassen“, macht sie aber keinen Hehl daraus, dass aus ihrer Sicht die notwendige Unterstützung sehr zu wünschen übrig ließ.