Artistisch und planmäßig
17.06.2010 | 18:58 Uhr 2010-06-17T18:58:00+0200
Essen.Plötzlich flogen zwei weiße Zelluloid-Bälle über den grünen Tisch. Und die 1200 Zuschauer in der Halle am Hallo staunten und hatten ihren Spaß.
Diese Szene im Turnier-Finale zwischen Timo Boll und Jan-Ove Waldner verdeutlichte, dass es bei solchen Tischtennis-Turnieren am Rande der Saison nicht immer tierisch ernst zugeht. Selbst wenn von einem Supercup die Rede ist. „Der Ehrgeiz steht da nicht im Vordergrund“, räumt der deutsche Superstar Timo Boll ein. „Wir wollen den Leuten vor allem guten Sport bieten. Und ein bisschen Training ist für uns auch dabei.“
Guter Sport wurde geboten bei der TT-Gala der DJK Adler Frintrop, zum Teil Artistisches mit Topspin und Schmetterschlägen jenseits der Bande, meterweit von der Platte entfernt. Da staunte selbst die Turnabteilung der DJK. Und der Laie erkannte, dass Tischtennis durchaus attraktiv und reizvoll sein kann. Hochleistungssport, kein Pingpong. Gleichwohl hätte sich wohl mancher Experte vielleicht ein bisschen mehr Spannung und Wettkampf gewünscht. Mehr Angriff, mehr Gegenwehr, mehr Sport. Doch die Ergebnisse waren planmäßig.
Die Gala hat auch einen guten Zweck erfüllt. 798 Euro wird Adler Frintrop an die Aktion Lichtblicke („Kinder in Not“ ) überweisen. Rund 200 Euro brachten drei TT-Trikots, signiert von den Stars des Abends. 600 Euro stammen aus den Einnahmen. 50 Cent pro Eintrittskarte spendet Frintrop. 1200 Gäste kamen.
Die Wildcard-Amateure Dennis Stadie (gegen Boll), Marvin Dietz (gegen Weixing) und Konstantin Schröter (gegen Süß) verloren gegen die internationalen Stars durchweg 0:3. Groß war aber das Gejohle auf den Rängen, als Robert Krzywkowski dem Altstar Jan-Ove Waldner mit 11:9 Satz eins abknöpfte. Immer wieder brandete Applaus auf. Und in Timo Boll, dem Weltranglisten-Zweiten, gab es den „richtigen“ Sieger.
Die Zuschauer störte es nicht. Sie standen geduldig an für Autogramme und fühlten sich sehr gut unterhalten. Frintrop sorgte mit 30 Helfern auch organisatorisch für einen runden Lauf. Und Adler, 100 Jahre alt, machte sich selbst ein Geschenk, wie Abteilungsleiter Walter Reumschüssel zufrieden feststellte: „Das Echo war durchweg positiv.“
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