Arg gebeutelte Essenerinnen schon vorher chancenlos

Punktete im Einzel wie im Doppel:  Nadine Bollmeier.
Punktete im Einzel wie im Doppel: Nadine Bollmeier.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach den Ausfällen ihrer Spitzenkraft verlor der Tusem standesgemäß mit 2:6 gegen Berlin.

Tusem -
Berlin eastside 2:6

Doppel: Balazova/Bollmeier – Shan/Solja 11:6, 9:11, 11:6, 12:10, Shi Qi/Yin Na – Silbereisen/Pota kampflos. Einzel: Shi Qi – Solja kampflos, Balazova – Shan 6:11, 6:11, 3:11, Bollmeier – Silbereisen 11:8, 11:8, 11:9, Yin Na – Pota 8:11, 11:7, 6:11, 3:11, Shi Qi – Shan kampflos, Balazova – Solja 7:11, 11:8, 8:11, 4:11

Es ist der Satz, den man vor Spielen, die als Duell David gegen Goliath beschrieben werden, häufig hört: Wenn beim Außenseiter alles perfekt läuft und der Favorit einen schlechten Tag erwischt, dann geht vielleicht was. So hatte es sich auch der Tusem gegen Triple-Sieger ttc berlin eastside erhofft. Doch beides trat nicht ein: Der Essener Tischtennis-Bundesligist war personell weiter arg gebeutelt und die Gäste zeigten keine Schwäche. 2:6 war das standesgemäße Ergebnis.

Besiegelt war die Niederlage dabei schon vor dem ersten Ballwechsel. Der vorsichtige Optimismus von Tusem-Teammanager Klaus Ohm, seine Spitzenkraft Shi Qi pünktlich zum Topspiel fit zu bekommen, wich der Erkenntnis, dass die Handgelenksverletzung doch schwerwiegender ist. Kompensieren konnten sie den Ausfall nicht, nicht mal ersetzen, weil auch Alena Lemmer (Rücken) weiter ausfällt.

So kam es, dass die annähernd 200 Zuschauer (Saisonrekord!) sich die meiste Zeit um nur einen Tisch knubbelten, weil am zweiten kaum gespielt wurde. Entschädigt wurde das Publikum durch die Gegenwehr, die der Tusem bot. So begann die Partie mit einem Paukenschlag: Babora Balazova und Nadine Bollmeier schlugen Berlins Spitzendoppel Shan/Solja in vier Sätzen.

Vor allem Balazova überragte beim Überraschungscoup der Essenerinnen gegen das nicht nur beste, sondern bis dato auch ungeschlagene Duo der Gäste. Auf den Rängen nährten sich die Hoffnungen, dass für die Slowakin vielleicht auch im Einzel gegen Shan etwas gehen könnte. Aber davon war die Linkshänderin weit entfernt. Immer wieder antwortete Shan auf das variable Topspin-Spiel der Essenerin mit harten wie platzierten Schüssen.

Ähnlich hatte es sich Essens gebürtige Chinesin, Yin Na, gegen Pota vorgestellt. Doch die Ungarin konnte sich nach verhaltenem Beginn deutlich steigern. Einmal durften die Essener Fans noch jubeln. Nämlich nach dem eigentlich obligatorischen Sieg von Nadine Bollmeier. Sie gewinnt im unteren Paarkreuz ja eigentlich immer. Aber gegen Berlins Silbereisen war das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Umso stärker ist erneut Bollmeier Leistung ohne Satzverlust zu werten.