An Pfingsten schlägt das Kanupolo-Herz in Essen

Hochbetrieb herrscht am Wochenende wieder am Baldeneysee.
Hochbetrieb herrscht am Wochenende wieder am Baldeneysee.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
15 Nationen kämpfen auf dem Baldeneysee um den 44. Internationalen Deutschland Cup.

Wer am kommenden Wochenende mit einem gemütlichen Spaziergang entlang des Baldeneysees das möglicherweise schöne Wetter genießen und sich vom Alltagsstress erholen will, der dürfte dort wohl kaum seine Ruhe finden. Denn wenn sich Teams aus 15 Nationen zum 44. Internationalen Deutschland Cup im Kanupolo treffen und das Ruhrwasser ordentlich durchwirbeln, dann könnte es durchaus auch mal lauter werden.

446 Spiele in sechs Wettkampfklassen stehen auf dem Baldeneysee an und das gefühlt rund um die Uhr. Los geht es jeweils um 7.30 Uhr, ehe abends für 20.15 Uhr die letzten Partien angesetzt sind. Logisch, dass es da nicht nur einer guten Vorbereitung bedarf, sondern auch an den Wettkampftagen selbst viel organisiert werden muss. Nicht nur die Teams müssen betreut werden, sondern auch genügend Schiedsrichter sollten vorhanden sein. Bei so vielen Begegnungen keine leichte Aufgabe. „Wir haben sieben Spielfelder und einen sehr guten Zeitplan. Es dürfte da also keine Probleme geben“, erklärt Organisationsleiter Jürgen Konrad von der KG Rothe Mühle. Stress kommt bei Konrad und seinem zehnköpfigen Organisationsteam nicht auf, Aufregung vor so einem großen Event schon gar nicht. „Ich mache das schon seit 44 Jahren. Früher war ich mal aufgeregt, mittlerweile nicht mehr. Aber die Vorfreude steigt - wie jedes Jahr.“

Der Deutschland Cup ist eines der größten Kanupolo-Turniere der Welt, wenn nicht sogar das größte. Neben zahlreichen deutschen Teams, reisen Teams aus Dänemark, Polen, Finnland, Großbritannien und sogar Taiwan und Singapur an. Ja, auch dort wird Kanupolo gespielt. „Wir brauchen das Turnier gar nicht groß auszuschreiben, die Mannschaften kommen auf uns zu und melden sich an“, sagt Konrad. Und er weiß auch warum: „Wir Deutsche gelten ja als sehr exakt und genau. Die Teams kommen gerne, weil sie wissen, dass hier alles gut abläuft und organisiert ist.“

Zudem hat Essen einen weiteren klaren Vorteil: die Technik. So sind die einzelnen Felder mit Anzeigetafeln ausgestattet, so dass die Zuschauer alles genau nachvollziehen können. „Das ist in Deutschland einmalig. Die Stadt hat dahin gehend viel aufgerüstet.“

Jürgen Konrad rechnet auch in diesem Jahr mit viel Zulauf am Baldeneysee. „Es gibt wieder selbstgebackenen Kuchen. Manchmal kommen sogar Leute vorbei, die sich nur ein Blech Kuchen kaufen und dann wieder gehen“, lacht der Organisationsleiter. Doch ihm wäre es lieber, wenn der Gast länger bliebe. Denn gerade das Sportliche sei doch interessant: Die Weltelite des Kanupolo-Sports gibt sich die Ehre. Favorit für einen der Titel dürfte der Ausrichter selbst sein, denn Rothe Mühle ist Deutscher Meister und Championsleague-Sieger 2014. Konrad, Ehrenvorsitzender des Klubs, erhofft sich natürlich eine gute Platzierung seiner Jungs. „Und dass das Wetter stabil bleibt, viele Zuschauer kommen und jeder am Ende zufrieden nach Hause gehen kann.“

Zeitplan

Samstag: Vorrundenspiele (7.30 - 20.30 Uhr), Sonntag: Vorrundenspiele (7.30 - 20.30 Uhr), Montag: Vorrundenspiele (7.30 - 12.50), Endspiele (ab 13:25).