Alles eine Frage der Balance

Mark Gebhardt (ETB, rechts) will gegen Vechta gewinnen.
Mark Gebhardt (ETB, rechts) will gegen Vechta gewinnen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Offensive, Defensive – außen oder unter den Körben: DieETB Wohnbau Baskets müssen für das Heimspiel gegen Vechta Lösungen haben.

Bevor es an dieser Stelle um die Partie der ETB Wohnbau Baskets gegen Vechta gehen soll, ein Blick nach Paderborn: In Ostwestfalen war man natürlich geschockt von der Nachricht, die Zweite Basketball-Bundesliga (Pro A) habe den 69:62-Sieg gegen Chemnitz aufgrund des verspäteten Beginns der Partie zugunsten der Sachsen umgewertet. Denn die Konsequenzen sind dramatisch: Die finke Baskets stünden damit als Absteiger (neben Ehingen) fest, Chemnitz wäre gerettet (wir berichteten).

Kampflos hinnehmen will man diese Entscheidung nicht, Paderborn will Einspruch einlegen. Weil dieser natürlich erst nach dem nun anstehenden letzten Spieltag verhandelt werden kann, gilt es den Abstiegskampf zunächst einmal doch sportlich zu entscheiden. Das gilt in erster Linie für Chemnitz, die dann ihr Duell mit Hamburg für sich entscheiden müssen, um wirklich sicher drin zu bleiben. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, deshalb werden wir alles daran setzen, den Klassenerhalt mit einem Heimsieg gegen Hamburg auf sportlichem Wege zu sichern“, betonte Niners-Geschäftsführer Rayk Lorz auf der Hompage des Klubs.

In Essen wird man das gerne hören, darf doch Hamburg das Spiel in Sachsen (oder Heidelberg in Kirchheim) nicht gewinnen, wenn man Platz acht noch verlassen will. Zwingend erforderlich – und damit sind wir dann beim Heimspiel des ETB an diesem Samstag am Hallo (19.30 Uhr): ein Heimsieg gegen Vechta. „Uns ist es bis auf eine Ausnahme nach jeder Auswärtsniederlage zu Hause gelungen zurück zu schlagen“, gibt sich Trainer Igor Krizanovic vor dem letzten Spieltag der regulären Saison kämpferisch. Gleichwohl habe die Pleite in Leverkusen allen im Team zugesetzt. „Nicht so sehr wegen des Tabellenplatzes, sondern weil wir es uns beweisen wollten, dass wir auch auswärts ein Spiel gewinnen können.“

Lang, lang ist’s her – am 29. November 2014 in Cuxhaven durften die Schwarz-Weißen das letzte Mal auf des Gegners Parkett jubeln. Seitdem ist der Wurm drin, auch wenn man in den vergangenen Wochen Fortschritte gemacht habe. „Sie sind aber zu klein, um ein Spiel für sich zu entscheiden.“

Shooting Guard Marco Buljevic hatte unter der Woche mangelnde Kaltschnäuzigkeit in der Schlussphase beklagt, Igor Krizanovic fordert darüber hinaus Konzentration in jeder Phase des Spiels. In Leverkusen sei man zu nachlässig gewesen in einer Phase, als es gut lief. Man spreche immer von den entscheidenden Aktionen am Ende, aber: „Jede Aktion zählt, umso mehr, je niedriger der Punktestand ist. Das müssen wir beherzigen.“

Lösungen unter dem Korb

Das gilt auch für die Heimpartie gegen Vechta, an deren Ende feststehen wird, gegen wen es im Playoff-Viertelfinale geht. Die Balance zwischen Defense und Offense ist (vor allem auswärts) ein Problem, die Trefferquoten (vor allem aus der Distanz) ein weiteres. Wenn es über außen nicht läuft, müssen Lösungen unter dem Korb gefunden werden. Auch hier geht es um die Balance.

Dem ETB muss etwas einfallen, denn ein Sieg ist Pflicht, will man Würzburg aus dem Weg gehen. Erst dann interessiert, was in Chemnitz und Kirchheim passiert ist.